Wie in jedem Jahr beteiligte sich die Fachambulanz für Suchtprobleme der Caritas Kelheim am letzten Mittwoch im September am bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht. Unter dem Motto "Suchtmittel Glücksspiel - Massive Werbung, wenig Schutz!" suchten die Mitarbeiterinnen in der Kelheimer Altstadt das Gespräch mit Passantinnen und Passanten. Ziel war es, auf das Thema aufmerksam zu machen und zu einem aktiven Austausch anzuregen. Dabei informierten sie umfassend über Merkmale und die weitreichenden Folgen der Glücksspielsucht und zeigten konkrete Wege zu professioneller Hilfe und Unterstützung auf.
Die Notwendigkeit niedrigschwelliger Hilfsangebote wird durch aktuelle Studienergebnisse der Bayerischen Landesstelle für Glücksspielsucht untermauert: Rund 200.000 Menschen litten demnach im vergangenen Jahr unter einer Glücksspielsucht, fast eine halbe Million Menschen zeigten ein riskantes Spielverhalten.
Die Folgen problematischen Spielverhaltens sind gravierend. Lediglich 27,4 Prozent der Personen, die aufgrund einer Glücksspielsucht eine Beratung in Anspruch nehmen, sind schuldenfrei. Demgegenüber weisen 13,5 Prozent Schulden von mehr als 50.000 Euro auf. Aus dieser Not entsteht bei Betroffenen oftmals der verhängnisvolle Wunsch, erlittene Verluste durch erneutes Spielen wieder auszugleichen. Die Folgen der Glücksspielsucht sind vielfältig. Neben der finanziellen Belastung treten zum Beispiel auch soziale, rechtliche und psychische Probleme auf. Betroffene weisen so im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein deutlich erhöhtes Suizidrisiko auf.
Eine wesentliche Ursache für die weite Verbreitung von Glücksspiel liegt unter anderem in dessen ständiger und müheloser Verfügbarkeit. Insbesondere Online-Angebote ermöglichen es, rund um die Uhr direkt über das Smartphone in der eigenen Hosentasche am Glücksspiel teilzunehmen. Darüber hinaus trägt Werbung maßgeblich dazu bei, Glücksspiel zu normalisieren und dessen Folgen zu verharmlosen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, fordert beispielsweise das Bündnis gegen Sportwetten-Werbung (BGSWW) eine strikte Einschränkung bis hin zum Komplettverbot von Werbemaßnahmen für Sportwetten in Deutschland sowie einen stärkeren Spieler- und Jugendschutz.
Viele weitere interessante Informationen und Hintergründe zum bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht sind unter anderem auf der Webseite der Landesstelle Glücksspielsucht Bayern (LSG) abrufbar: https://www.lsgbayern.de/
Das Team der Caritas Fachambulanz für Suchtprobleme bietet eine vertrauliche, kostenfreie und auf Wunsch auch anonyme Beratung zum Thema Konsum und Abhängigkeiten jeglicher Art. Sowohl Betroffene als auch Angehörige können die Angebote der Fachambulanz in Anspruch nehmen. Jeden Freitag findet von 10:00 bis 11:00 Uhr eine offene Sprechstunde in der Fachambulanz Kelheim statt - eine Anmeldung ist hierfür nicht erforderlich. Darüber hinaus ist die Außenstelle in Mainburg (Mauer-Jackl-Weg 10) jeweils mittwochs und donnerstags besetzt; Termine nach telefonischer Vereinbarung.
Kontakt:
Caritas Fachambulanz für Suchtprobleme Kelheim
Pfarrhofgasse 1
Tel.: +49 9441 5007-42
E-Mail: suchtberatung@caritas-kelheim.de
www.suchtambulanz-kelheim.de