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Häufig gestellte Fragen zum Thema Sucht

Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die unseren Fachleuten in der Suchtberatung immer wieder gestellt werden. Klicken Sie auf den Pfeil hinter der Frage um die Antwort zu lesen.

Alkohol

Sind Frauen schneller betrunken?

In der Regel gilt: Der Wert des Alkohols im Blut (angegeben in Promille) ist bei Frauen höher als bei Männern, wenn beide die gleich viel getrunken haben. Das hat etwas mit dem Körper zu tun: Frauen sind meist leichter als Männer und haben weniger Flüssigkeit im Körper. Der Alkohol „verdünnt“ sich in ihrem Blut weniger als bei Männern. Deshalb wirkt der Alkohol bei ihnen oft schneller und heftiger.

Wann gilt ein Alkohol-Konsum als risikoarm?

Alkoholtrinken gilt dann als risikoarm, wenn maßvoll und an die jeweilige Situation angepasst getrunken wird. Faktoren wie Alter, Geschlecht, Alkoholmenge und das Umfeld, in dem getrunken wird, spielen dabei wichtige Rollen.  

Erwachsene Frauen sollten zu einem risikoarmen Gebrauch nicht mehr als 1 Standardglas an nicht mehr als 5 Tagen pro Woche trinken, Männer nicht mehr als 2 Standardgläser an nicht mehr als 5 Tagen pro Woche.  

Für Jugendliche gelten wesentlich geringere Alkoholmengen, da sich der Organismus und vor Allem das Gehirn noch in der Entwicklung befinden.

Alles was darüber hinaus geht ist ein riskanter Alkohol-Konsum.

Was ist ein Standardglas Alkohol?

Ein Standardglas ist ein Glas mit ca. 10 – 12 g reinem Alkohol, z.B. ein kleines Glas Bier (0,25 l), ein kleines Glas Wein (0,1 l) oder ein Glas Schnaps (0,04 l). Die in der Gastronomie verwendeten Gläser entsprechen meist diesem Vorgaben.

Was ist eine MPU?

Wer nach einem Führerscheinentzug einen neuen möchte, muss zunächst eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) bestehen. Diese wird oft als „Idiotentest“ bezeichnet, und soll klären, ob die Person körperlich und geistig geeignet ist, wieder am Straßenverkehr teilzunehmen. Die Untersuchung machen Experten der "Begutachtungsstellen für Fahreignung“.

Was passiert bei wie viel Promille?

Die folgenden Angaben zu den Wirkungen des Alkohols gelten für Erwachsene und sind als Anhaltspunkte zu betrachten. Wie sich welcher Promille-Wert bei einem Menschen auswirkt, hängt von vielen Faktoren ab. Kinder und Jugendliche sind zum Beispiel wesentlich empfindlicher als Erwachsene. Bei ihnen können auch geringere Mengen zu Lähmung und Tod führen.

Auch bei Erwachsenen gibt es eine tödliche Dosis: Ab einem Alkoholgehalt von mehr als drei Promille im Blut kann Alkohol zu Bewusstlosigkeit, Atemlähmung und Tod führen. Diese Dosis wird selten erreicht, da die Trinker meistens vorher einschlafen oder durch Erbrechen der Alkohol ausgeschieden wird, bevor er ins Blut gelangt. Todesfälle sind vor allem möglich, wenn zu viel Alkohol in kurzer Zeit getrunken wird, zum Beispiel bei Trinkwetten.

0,2 bis 0,5 Promille

  • Leichte Verminderung von Seh- und Hörvermögen
  • Nachlassen von Aufmerksamkeit, Konzentration, und Reaktionsvermögen
  • Kritikfähigkeit, Urteilsfähigkeit sinken, die Risikobereitschaft steigt

ab 0,5 Promille

  • Störungen des Gleichgewichts
  • Probleme mit Konzentrationsfähigkeit, deutliche Verlängerung der Reaktionszeit
  • Enthemmung und Selbstüberschätzung nehmen zu

ab 0,8 Promille

  • Wahrnehmung von Gegenständen und räumliches Sehen sind beeinträchtigt
  • Blickfeld verengt sich zum Tunnelblick
  • Steigende Gleichgewichtsstörungen
  • Ausgeprägte Konzentrationsschwäche, stark verlängerte Reaktionszeit
  • Steigende Selbstüberschätzung, Euphorie, zunehmende Enthemmung

Rauschstadium

1,0 bis 2,0 Promille

  • Starke Gleichgewichtsstörungen
  • Aufmerksamkeit und Konzentration lassen nach
  • erheblich gestörte Reaktionsfähigkeit, Verwirrtheit, Sprechstörungen, Orientierungsstörungen
  • Übersteigerte Selbsteinschätzung durch Enthemmung und Verlust der Kritikfähigkeit

Betäubungsstadium

2,0 bis 3,0 Promille

  • Ausgeprägte Gleichgewichts- und Konzentrationsstörungen
  • Reaktionsvermögen kaum noch vorhanden
  • Muskelerschlaffung
  • Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit
  • Erbrechen

Lähmungsstadium

ab 3,0 Promille

  • Bewusstlosigkeit, Gedächtnisverlust
  • schwache Atmung
  • Unterkühlung, Reflexlosigkeit

ab 4,0 Promille

  • Lähmungen, Koma
  • unkontrollierte Ausscheidungen
  • Atemstillstand und Tod

Was sind psychische und soziale Langzeitwirkungen von Alkohol?

Psychische Folgen einer Alkoholabhängigkeit sind neben Stimmungsschwankungen und Angstzuständen auch Depressionen und Selbstmordgedanken.

Durch den Alkoholmissbrauch verändern sich auch die Beziehungen zu anderen Menschen. Es entstehen Konflikte, Ehen und Freundschaften zerbrechen, der Arbeitsplatz geht verloren, die Wohnung wird gekündigt. Darunter leiden nicht nur die Alkoholkranken, sondern auch ihre Kinder.

Welche Folgen hat Alkohol für das ungeborene Kind?

Alkoholkonsum während der Schwangerschaft kann zu schwersten Schädigungen des Kindes führen. Die körperlichen Missbildungen und geistige Behinderungen werden als fötales Alkoholsyndrom bezeichnet.

Welche Organe und körperlichen Funktionen werden am häufigsten durch chronischen Alkoholkonsum geschädigt?

Körperliche Folgen: Da der Alkohol durch das Blut über den ganzen Körper verteilt wird, kommt es bei regelmäßigem und erhöhtem Konsum in fast allen Geweben zu Schädigungen der Zellen. Vor allem betroffen sind die Leber (Fettleber, Leberentzündung, Leberzirrhose), die Bauchspeicheldrüse, das Herz (Erweiterung des Herzmuskels). Außerdem sind das zentrale und periphere Nervensystem (Hirnatrophie, Polyneuropathie) und die Muskulatur (Muskelatrophie) betroffen. Forschungen belegen, dass bei langfristigem massiven Alkoholkonsum ein erhöhtes Krebsrisiko besteht (Mund-, Rachen-, Speiseröhrenkrebs und bei Frauen Brustkrebs).

Ein abruptes Absetzen des Alkohols kann gefährliche Entzugserscheinungen zur Folge haben. Dazu gehören Krampfanfälle sowie Bewusstseins- und Orientierungsstörungen. Diese werden oft von beängstigenden Wahnvorstellungen begleitet werden. Hinzu kommen starke Entzugserscheinungen wie Schwitzen, erhöhter Puls und Blutdruck sowie Unruhe und Angstzustände.

Welche Promillegrenzen gibt es im Straßenverkehr?

Fahranfänger innerhalb der Probezeit und Menschen bis 21 Jahren dürfen in Deutschland dürfen keinen Alkohol getrunken haben, wenn sie ein Fahrzeug steuern. Werden sie von der Polizei im alkoholisierten Zustand erwischt, müssen sie den Führerschein abgeben und eine Strafe bezahlen. Alle anderen dürfen bis zu einem Alkoholgehalt von 0,5 Promille am Straßenverkehr teilnehmen. Allerdings gilt auch für sie: Wer alkoholisiert fährt, verliert seinen Versicherungsschutz.

Folgende Strafen gelten für Personen, die alkoholisiert am Straßenverkehr teilnehmen: 

Wenn keine Anzeichen von Fahrunsicherheit vorliegen:

Ab 0,5 Promille Blutalkoholkonzentration

  • 4 Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister
  • Geldbuße und Fahrverbot bis drei Monate

Ab 1,1 Promille Blutalkoholkonzentration 

  • 7 Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister
  • Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahre
  • Führerscheinentzug für 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer

Wenn Anzeichen für Fahrunsicherheit vorliegen:

Ab 0,3 Promille Blutalkoholkonzentration

  • 7 Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister
  • Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahre
  • Führerscheinentzug für 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer

Ab 0,5 Promille Blutalkoholkonzentration

  • 7 Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister
  • Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahre
  • Führerscheinentzug für 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer

Ab 1,1 Promille Blutalkoholkonzentration

  • 7 Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister
  • Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahre
  • Führerscheinentzug für 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer

Wenn es zum Unfall kommt:

Ab 0,3 Promille Blutalkoholkonzentration

  • 7 Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister
  • Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahre
  • Führerscheinentzug für 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer

Ab 0,5 Promille Blutalkoholkonzentration

  • 7 Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister
  • Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahre
  • Führerscheinentzug für 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer
  • Schadenersatz, Schmerzensgeld und eventuell Rente an Unfallopfer

Ab 1,1 Promille Blutalkoholkonzentration

  • 7 Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister
  • Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahre
  • Führerscheinentzug für 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer
  • Schadenersatz, Schmerzensgeld und eventuell Rente an Unfallopfer

Wie berechnet man den Promillegehalt des Alkohols im Blut?

Die Konzentration des Alkohols im Blut (BAK) wird in Promille angegeben. Sie kann berechnet werden, wenn man weiß, wie viel jemand getrunken hat und wie schwer er oder sie ist. Die Menge des Alkohols wird in diesem Fall nicht in Liter sondern in Gramm angegeben. Ein Standardglas Alkohol – zum Beispiel ein Bier, ein Wein oder ein Schnaps – enthält etwas zwölf Gramm Alkohol. 

Männer

Alkoholmenge in Gramm

------------------------------------   = Promille

Körpergewicht in kg x 0,68

Frauen

Alkoholmenge in Gramm

----------------------------------    = Promille

Körpergewicht in kg x 0,55

Wie gefährlich ist Alkohol im Straßenverkehr?

Alkohol beeinträchtigt die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit. Gefährliche Situationen werden zu spät erkannt und falsch eingeschätzt. Deshalb gilt: Wer Alkohol getrunken hat und anschließend ein Fahrzeug steuert, gefährdet sich und die anderen Verkehrsteilnehmer. Das Unfallrisiko steigt bereits nach dem Trinken geringer Mengen, es verdoppelt sich ab 0,5 Promille und es verzehnfacht sich ab einem Wert von 1,1 Promille. Die gefährliche Wirkung des Alkohols wird erhöht, wenn zeitgleich Cannabisprodukte eingenommen werden.

Wie wirkt Alkohol?

In geringen Mengen wirkt Alkohol anregend. Er steigert die Stimmung, hilft Hemmungen und Ängste abzubauen und fördert die Kontakt- und Kommunikationsbereitschaft. Bei mittleren oder höheren Dosierungen kann heitere Stimmung in Gereiztheit, Aggression und Gewalt umschlagen. Gefühle sind dann nicht mehr unter Kontrolle. Die meisten aggressiven Straftaten werden unter Alkoholeinfluss begangen.

Ein großes Problem stellen die schwindende Konzentrationsfähigkeit und die längeren Reaktionszeiten dar. Die enthemmende Wirkung des Alkohols steigert die Wahrscheinlichkeit für risikohaftes Verhalten, zum Beispiel im Straßenverkehr und bei Unfällen. 

  • wie viel jemand getrunken hat,wie hochprozentig der Alkohol war
  • ob und wie viel jemand dazu gegessen hat
  • in welcher Stimmung er oder sie getrunken hat
  • ob er oder sie regelmäßig trinkt
  • wie er oder sie körperlich gebaut ist.

Deshalb ist der Rauschzustand zweier Menschen nicht unbedingt gleich, wenn sie dieselbe Menge Alkohol getrunken haben.

Alkohol gelangt über die Schleimhaut des Magens und des Dünndarms ins Blut. Eine halbe bis eine ganze Stunde nach dem Trinken ist die Konzentration des Alkohols im Blut am höchsten.

Zwei bis fünf Prozent des Alkohols werden über Atemluft, Schweiß und Urin ausgeschieden. Der Rest wird in der Leber abgebaut. In einer Stunde baut ein Mensch durchschnittlich 0,1 bis 0,2 Promille ab – immer abhängig von seiner körperlichen Verfassung.

Der Alkohol gelangt über das Blut ins Gehirn, wo er die Informationsübertragung der Nervenzellen beeinflusst. In geringen Dosen wirkt das stimulierend, bei mittleren und höheren Dosen hemmend.

Der Alkohol verursacht eine Vergiftung im Körper, die die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit stört. Sprechen, Einschätzungen treffen, den Körper koordinieren – alles fällt schwerer. Der Betrunkene wird müde und benommen. Bei sehr hohem Promillegehalt kann es zum Koma oder Tod kommen.

Amphetamine

Was ist alles drin in Amphetaminen?

Bei Amphetaminen handelt es sich um synthetisch hergestellter Substanzen. Die illegale Herstellung aus verschiedenen Grundstoffen erfolgt in privaten Labors.

Amphetamine bzw. Methamphetamine gibt es als Tabletten, Pulver oder in kristalliner Form. Sie können geschluckt oder geraucht, geschnupft sowie durch intravenöse Injektion zugeführt werden.

Welche Risiken haben Amphetamine?

Das größte Risiko bei Amphetamingebrauch ist die Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit. Die Suchtklassifizierung der Weltgesundheitsbehörde (WHO) beschreibt den Typus der Amphetamin-Abhängigkeit. Diese ist durch eine besonders starke psychische Abhängigkeit gekennzeichnet. Eine Gewöhnung an Amphetamine setzt relativ schnell ein (nach ein bis vier Wochen des Konsums). Dabei entsteht eine Toleranz hinsichtlich der Drogenwirkung, die eine Dosissteigerung notwendig macht.

Beim Absetzen der Amphetamine kommt es zu Entzugserscheinungen, die sich in Form von Mundtrockenheit, Schlaflosigkeit, Unruhe, aber auch in Form von Stimmungsschwankungen, Angststörungen, Depressivität und paranoid-psychotischer Reaktionen äussern können. Neben dem Abhängigkeitsrisiko führt der Konsum zu einer erhöhten Risikobereitschaft mit entsprechenden Folgeproblemen (Unfällen, Gewaltakten).

Eine Daueranwendung von Amphetaminen kann zu paradoxen Wirkungen führen. Häufig sind nach Langzeitgebrauch Konzentrationsstörungen, Hektik, Realitätsverlust, aber auch Persönlichkeitsveränderungen, Deliriumzustände und Halluzinationen festgestellt worden. Bei häufigem Gebrauch kann es bei Frauen zu Menstruationsstörungen kommen.

Welche Wirkungen haben Amphetaminen?

Niedrige Dosen von Amphetamin führen zu Euphorie, Rededrang und gesteigertem Selbstvertrauen. Es stellt sich ein Gefühl entspannter Aufmerksamkeit und der Stärke ein. Die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit werden erhöht, während gleichzeitig Müdigkeit und Schlafbedürfnis wie auch Appetit und Hungergefühl unterdrückt werden. Zu den körperlichen Wirkungen gehören eine Erweiterung der Bronchien sowie ein Anstieg von Pulsfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur.

Mittlere bis hohe Dosen führen dagegen zu ausgeprägten Erregungszuständen, begleitet von Beschleunigter Atemfrequenz, Zittern, Unruhe und Schlafstörungen. Die Berührungsempfindung wird stärker, während das Schmerzempfinden sowie Hunger- und Durstgefühle abnehmen.

Wie wirken Amphetaminen im Zusammenhang mit anderen Drogen?

Amphetamine werden häufig in Verbindung mit anderen psychoaktiven Substanzen gebraucht. Der Konsum von Stimulanzien und dämpfenden Wirkstoffen (Barbiturate, Tranquilizer, Cannabis, Alkohol) soll die anregenden Effekte der Amphetamine zurücknehmen. Umgekehrt ist in der Drogenszene auch der Gebrauch von Amphetaminen (Speed) zur Antriebssteigerung nach dem Konsum von Opiaten und Cannabis bekannt.

Wechselwirkungen können beim Mischkonsum mit nahezu sämtlichen Drogen auftreten. Besonders problematisch ist der Mix mit Alkohol, da die Alkoholwirkung weniger stark wahrgenommen wird.

Ecstasy

Macht Ecstasy abhängig?

Wie abhängig Ecstasy macht, ist umstritten. Das Absetzen führt zu psychischen Entzugserscheinungen wie Stimmungsschwankungen, depressiven Verstimmungen und dem starkem Wunsch nach der Droge.

Starker Konsum führt dazu, dass es immer größere Mengen und häufigere Wiederholungen braucht um die gleiche Wirkung zu erhalten. Auch von einer Wirkungsumkehr wird berichtet: Nach häufigem Konsum lässt die positive Wirkung nach, während die negative Wirkung zunimmt.

Schädigt Ecstasy das Gehirn?

Definitive und irreversible Schädigungen des Gehirns sowie die Auslösung chronischer Erkrankungen wie der Parkinson-Krankheit durch Ecstasy-Gebrauch werden angenommen, konnten aber trotz entsprechender Versuche bisher nicht nachgewiesen werden.

Extrem hohe Dosierungen stehen weiterhin in Verdacht, auch beim Menschen bleibende neurologische Veränderungen auszulösen. Besonders Schlaf, Antrieb und Affektregulation werden durch langfristigen Ecstasy-Gebrauch beeinflusst. Der Einsatz neuster Verfahren konnte dabei geschlechtsspezifische Unterschiede nachweisen. Daher kann man annehmen, dass Frauen empfindlicher auf die gleiche Dosis XTC reagieren wie Männer. Verschiedene Untersuchungen weisen auch darauf hin, dass es zu längerfristigen Schädigungen kommen kann – etwa in Form von Denk-, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie eingeschränkter Lernfähigkeit.

Chronischer Gebrauch von Ecstasy kann zu langfristigen psychiatrischen Störungen (Psychosen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen) führen.

Was ist Ecstasy?

Ecstasy ist eine künstlich hergestellte Droge. Die Designerdroge wird auch als XTC, Adam oder Cadillac bezeichnet und löst im Gehirn Glücks- und Belohnungsgefühle aus.

Was sind die Folgeschäden und Nebenwirkungen von Ecstasy?

Neuere Studien weisen darauf hin, dass chronischer Ecstasykonsum zu dauerhaften Veränderungen im Gehirn führen kann. Noch zu bestätigende Befunde deuten zudem auf Wortfindungs-, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie auf eine eingeschränkte Lernfähigkeit hin.

Darüber hinaus kann der Ecstasykonsum auch Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen, Diabetes, Lebererkrankungen, Epilepsie, Krampfleiden, Grüner Star und Schilddrüsenerkrankungen verstärken. Psychosen, Depressionen und Persönlichkeitsstörungen können nicht ausgeschlossen werden. Sie stehen aber meist in Verbindung mit bestehenden Erkrankungen.

Was sind die Risiken von Ecstasy?

Ecstasy besaß lange den Ruf eine sichere Droge zu sein. Aufgrund von Todesfällen in der Techno-Szene in Verbindung mit Ecstasy und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen schätzt man heute das Risiko höher ein.

Nebenwirkungen und Risiken beim Gebrauch von Ecstasy sind stark abhängig von der Menge, die genommen wird. Aber auch Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Gesundheitszustand (Nieren- und Leberfunktion), seelischer Zustand des Konsumenten sowie das soziale Umfeld beim Konsum beeinflussen die Reaktionen.

Die akuten Risiken liegen – neben der nicht immer abschätzbaren Wirkung infolge unbekannter Inhaltsstoffe – nach derzeitigen Erkenntnissen vor allem in den körperlichen Begleiterscheinungen. Bei starker körperlicher Aktivität aufgrund des Drogenkonsums kann es zu einem bedrohlichen Flüssigkeitsverlust kommen. Dieser kann zur Austrocknung und Überhitzung führen und muss mit Getränken ausgeglichen werden.

Weitere körperliche Nebenwirkungen können Übelkeit, Mundtrockenheit, Herzklopfen, Unruhe und Verspannungen der Kiefermuskeln sowie eine verstärkte Aktivität sein. Körpersignale wie Hunger, Durst und Müdigkeit werden nicht mehr wahrgenommen. Gleichzeitig können Geschicklichkeit und Feinmotorik beeinträchtigt sowie das Konzentrations- und Urteilsvermögen derart vermindert sein, dass die Teilnahme am Straßenverkehr eine zusätzliche Gefahr darstellt.

Das Risikopotential des Ecstasykonsums wird dadurch erhöht, dass die Kapseln oder Tabletten neben den spezifischen Wirkstoffen häufig auch Kombinationen verschiedener Drogen, Arzneimittel oder anderer Stoffe enthalten. Diese Mischungen können unter anderem zu extremen Kreislaufbelastungen, akuten Angstzuständen, Vergiftungen und allergischen Reaktionen führen. Der gleichzeitige Konsum von Ecstasy und Alkohol belastet insbesondere Leber und Nieren und verstärkt das gefährliche Austrocknen des Körpers.

Wie lange hält die Wirkung an?

Die Wirkung von Ecstasy beginnt  in der Regel nach 20 – 60 Minuten und hält 2 – 6 Stunden an.

Wie wirkt Ecstasy?

Ecstasy löst 20 bis 60 Minuten nach der Einnahme ein Glücksgefühl und eine innere Selbstzufriedenheit aus. Der Konsument fühlt sich angstfrei und empfindet ein verstärktes Selbstvertrauen. Der Abbau von Hemmungen verbessert seine Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, ohne dass er die Selbstkontrolle verliert. Ohren und Augen nehmen Eindrücke stärker wahr, Berührungen werden intensiver empfunden. Schmerzen, Hunger und Durst werden verdrängt. Je nach Umgebung zieht sich der Konsument zurück oder wird aktiv wie zum Beispiel in Discos.

Nachdem die Wirkungen abgeklungen sind, stellt sich ein Zustand körperlicher Erschöpfung ein, der unter Umständen von Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Niedergeschlagenheit und Angstzuständen begleitet werden kann.

Halluzinogene

Ist der Konsum pflanzlicher Halluzinogene weniger gefährlich als der Konsum chemisch hergestellter Drogen?

Nein. Der Konsum pflanzlicher Halluzinogene hat ein hohes Risiko, da die Wirkstoffmenge in den Pflanzen unterschiedlich ist und nicht vorab eingeschätzt werden kann.

Was sind die Gefahren und Risiken des Konsums von Halluzinogenen?

Es besteht die Gefahr, dass - auch bei einmaligem Konsum - bisher latent/verborgen vorhandene Psychosen ausgelöst werden können.

Möglichen körperliche Risiken sind unter anderem: erst Beschleunigung, später dann Verlangsamung des Pulses, Herzrasen, Blutdruckabfall, Schwächegefühl, Atemnot, Schwankungen der Körpertemperatur, vermehrtes Schwitzen, Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen, Übelkeit, Erbrechen und Magenkrämpfe (bei Pilzvergiftungen), Krampfanfälle, Starrheit der Pupillen, Hautreizungen.

Eine Überdosis ist lebensbedrohlich. Zu den möglichen Todesursachen gehören Überhitzung, Nieren-, Leber- und Herz-Kreislaufversagen.

Psychische Risiken: Verwirrtheit, Einschränkung der Merkfähigkeit, der Konzentration, der  Aufmerksamkeit, Sprunghaftes Denken, Sprach- und Sehstörungen, Verlust der Selbst- und Realitätskontrolle. Es können dauerhafte Flashbacks (Rauschzustände, die völlig unerwartet auch Wochen nach der letzten Einnahme auftreten) und chronische Sehstörungen auftreten.

Die Dosierung von Halluzinogenen ist sehr schwierig und individuell unterschiedlich. Es wird von Überdosierungen mit gefährlichen und lebensbedrohlichen Folgen aufgrund der langsamen Wirkung berichtet: Es wurde nachdosiert, da nach einer gewissen Zeit keine Wirkung verspürt wurde, die dann doch noch und zusammen mit der Wirkung der nachdosierten Substanz eintrat. 

Es gibt neben den genannten Risiken noch weitere Gefahren bei der Einnahme von Halluzinogenen. 

Bei regelmäßigem Konsum vermindert sich die Wirkung des eingenommenen Halluzinogens, es kommt zu einer Toleranzbildung. Auch kann es zu einer Kreuztoleranz kommen, d.h. der Körper gewöhnt sich nicht nur an das eingenommene Halluzinogen, sondern auch an andere, so dass sich deren Wirkung ebenfalls vermindert.

Welche Substanzen gehören zu den Halluzinogenen?

Zu den Halluzinogenen gehören verschiedene Substanzen, von denen hier eine Auswahlt genannt werden soll:

  • Psilocybin (Zauberpilze, «Magic Mushrooms», «Psilos»): Die Pilzgattung Psilocybe zählt mit über 80 Arten (z.B. dem Kahlkopf und dem Teonanacatl) zur Familie der Pilze.
    Die Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin sind chemisch mit dem LSD verwandt und entfalten eine ähnliche Wirkung.
  • Zu den bekanntesten halluzinogenen Pilzen zählt der Fliegenpilz: Fliegenpilze werden meist getrocknet verzehrt oder abgekocht als Sud getrunken. Auch in Öl gebratene oder in Alkohol eingelegte Pilze werden konsumiert und getrocknete Pilze geraucht. Der Konsum führt nach einer bis drei Stunden zu halluzinogenen Wirkungen.
  • Nachtschattengewächse: Einige Pflanzen aus der Familie der Nachtschattengewächse (z.B. Engelstrompete, Tollkirsche, Alraune, Bilsenkraut, Stechapfel) enthalten sehr giftige psychoaktive Alkaloide wie Atropin und Scopolamin. Nachtschattendrogen werden gegessen, als Tee getrunken, als Salben zubereitet oder geraucht. Die Wirkung tritt nach 30 bis 45 Minuten ein und kann je nach Dosis fünf Stunden bis zehn Tage dauern.
  • Meskalin: Vor allem in Mittelamerika findet sich eine Reihe von Kaktusgewächsen mit halluzinogenen Wirkstoffen. Am besten bekannt ist der Peyote-Kaktus, auch «mexikanischer Zauberkaktus» genannt. Sein wichtigster Wirkstoff ist Meskalin. Ähnliche Wirkungen und Risken wie beim LSD können bereits 15 bis 30 Minuten nach der Einnahme auftreten, die halluzinatorischen Rauscheffekte stellen sich nach ein bis zwei Stunden ein. Die Wirkung dauert meist acht bis zwölf Stunden.
  • 2C-B und 2C-I: Dies sind Abkürzungen für zwei Substanzen, die künstlich aus Meskalin hergestellt und meist in Pillenform geschluckt oder als Pulver geschnupft werden. Die Wirkung setzt fünf bis zehn Minuten nach dem Schnupfen bzw. 30 bis 60 Minuten nach dem Schlucken ein, erreicht ihren Höhepunkt nach einer bis anderthalb Stunden und dauert vier bis acht (2C-B) oder sechs bis zehn (2C-I) Stunden.
  • DOM und DOB: zwei chemisch aus Amphetamin abgeleitete Stoffe, die mit Meskalin verwandt sind. Sie werden meist als «Filze» (kleine, in der psychoaktiven Substanz getränkte Fliesspapierstücke) oder in flüssiger Form geschluckt. Die Wirkung von DOM dauert 14 bis 20 Stunden, jene von DOB sogar bis zu 30 Stunden. Erst nach ungefähr einer Stunde setzen erste Effekte ein, der volle Rausch entfaltet sich nach drei Stunden.
  • Ketamin («K»): Ketamin ist ein Narkosemittel, das chemisch mit der Droge PCP («Angel Dust») verwandt ist. Ketamin hat betäubende, halluzinogene, stimulierende und zugleich lähmende Wirkung. Ketamin wird gespritzt, geschluckt oder geschnupft. Je nach Konsumform tritt die Wirkung nach zwei bis 20 Minuten ein und dauert eine halbe bis drei Stunden.

Wie wirken Halluzinogene?

Die Wirkung von Halluzinogenen kann je nach Dosis, Konsumform, Merkmalen der konsumierenden Person und Konsumsituation sehr unterschiedlich sein. Viele Konsumierende sehen Bilder (Halluzinationen) oder hören Stimmen. Das Raum-Zeit-Empfinden und das Gefühlsleben können sich verändern. Gesprächigkeit und Offenheit kann zunehmen.

Möglich sind Trance-Erlebnisse und religiöse oder mystische Erfahrungen, Ekstasen und Zustände meditativer Konzentration. Manche Substanzen können sexuell stimulierend wirken. Neben «positiver Ich-Auflösung» (ein angenehm erlebter Verlust der Selbst- und Realitätskontrolle) können halluzinogene Drogen auch eine «negative Ich-Auflösung» (Horrortrip) zur Folge haben.

Heroin

Was ist Heroin?

Heroin gehört zu der Substanzgruppe der Opiate und Opioide. Ausgangsstoff für die Heroinherstellung ist das Rohopium, das durch Anritzen der unreifen Fruchtkapseln des Schlafmohns gewonnen wird. Durch verschiedene chemische Prozesse wird schließlich Heroin hergestellt.

Das auf dem illegalen Markt erhältliche Heroin wird in verschiedenen Qualitäten angeboten und enthält noch weitere hinzugemischte Substanzen. Der Wirkstoffgehalt schwankt stark.

Was sind Entzugserscheinungen?

Heroin hat ein extrem hohes Abhängigkeitspotenzial. Eine Abhängigkeit von Heroin bedeutet daher auch starke Entzugserscheinungen bei Beendigung oder Reduktion des Konsums.

Ein Entzug bringt sowohl körperliche als auch psychosomatische Entzugserscheinungen mit sich. Diese reichen von verhältnismäßig leichten Symptomen wie Schwitzen, Frieren und Zittern bis hin zu starken Gliederschmerzen, Schlafstörungen und Kreislaufzusammenbrüchen.

Ein «kalter Entzug» wird ohne Unterstützung durch Medikamente durchgeführt. Seine Symptome beginnen etwa acht Stunden nach dem letzten Heroinkonsum, erreichen 36 bis 72 Stunden nach der letzten Injektion ihren Höhepunkt und sind nach sieben bis zehn Tagen überstanden.

In einem «warmen Entzug» werden die Entzugserscheinungen durch Medikamente gelindert.

Welche langfristigen Folgen entstehen durch den Heroinkonsum?

Heroinkonsum führt vor allem zu zahlreichen schweren Folgestörungen körperlicher und sozialer Art. Ein großer Teil der körperlichen Folgeschäden steht dabei in engem Zusammenhang mit der speziellen Verabreichungsform des Spritzens und der allgemein gesundheitsbelastenden Lebensweise Heroinabhängiger. Zu den häufigsten gesundheitlichen Folgeschäden gehören Leberschäden sowie Magen- und Darmstörungen bis hin zum Darmverschluss, starke Gebissveränderungen durch Karies und Zahnausfall sowie Erkrankungen der Atemorgane, insbesondere der Lunge. Infolge der intravenösen Verabreichung kommt es häufig zu lokalen Infektionen, beispielsweise in Form von Abszessen oder Entzündungen von Lymphgefäßen oder Zellgewebe. Darüber hinaus kann es zu schweren Schädigungen der Venen und zu Herzentzündungen kommen. Nicht selten ziehen sich Konsumenten im Rauschzustand oder im Rahmen von Hirnkrämpfen Arm-, Bein- oder Schädelbrüche zu. Bei Männern kann es zudem zu Potenzstörungen, bei Frauen zu Menstruationsstörungen kommen.

Neben diesen schwerwiegenden körperlichen Folgen können mit dem chronischen Heroinkonsum vor allem Veränderungen der Persönlichkeit und der sozialen Situation verbunden sein. Aufgrund des hohen Bedarfs an Heroin und den damit verbundenen Kosten kann es zu Beschaffungskriminalität und Prostitution kommen.

Welche Risiken hat der Heroinkonsum?

Neben der Gefahr einer schnellen Abhängigkeit und den damit verbundenen körperlichen und sozialen Konsequenzen, hat Heroin auch eine Reihe akuter Risiken. Dies wird vor allem auf seine starke Wirksamkeitzurückgeführt. Die toxische Wirkung setzt bereits bei 5 mg ein, wenn jemand nicht an die Substanz gewöhnt ist. Auch eine zuvor gewohnte Dosis kann nach kurzzeitigem körperlichen Entzug bereits zu schwerwiegenden bis tödlich endenden Komplikationen führen. Heroinkonsum kann mit einer tödlichen Vergiftung enden.

Eine Heroinvergiftung zeigt sich in Bewusstlosigkeit, Atemdepression und Kreislaufversagen mit Verlangsamung der Herztätigkeit. Die meisten Todesfälle infolge einer Überdosierung sind auf die Lähmung des Atemzentrums zurückzuführen. Lungenödeme und Embolien können ebenfalls als Folge einer Heroinvergiftung auftreten. Heroin wird auf dem illegalen Markt in sehr unterschiedlichen Qualitäten gehandelt. Der Konsument kann die jeweilige Qualität kaum bestimmen bzw. kontrollieren. Daher kann es aufgrund besonders reinen Heroins oder infolge giftiger Beimengungen zu einer tödlichen Überdosis kommen.

Ein weiteres hohes Risiko, sich beispielsweise mit Geschlechtskrankheiten, HIV oder Hepatitis zu infizieren, entsteht durch den Gebrauch nicht steriler Spritzen (DHS).

Wie entsteht die Heroinabhängigkeit?

Heroin gilt als das Suchtmittel mit dem höchsten Abhängigkeitspotenzial - sowohl hinsichtlich der körperlichen als auch der psychischen Abhängigkeit.

Bereits nach kurzzeitigem regelmäßigem Heroinkonsum kann eine Abhängigkeit entstehen. Hinzu kommt eine sehr rasche Gewöhnung und Toleranzbildung. Als Folge muss die Substanz dem Körper in immer kürzeren Abständen und in immer höheren Dosen zugeführt werden, um den Entzugserscheinungen entgegenzuwirken. Entzugserscheinungen sind dabei leichte Symptomen wie Schwitzen, Frieren und Zittern bis hin zu starken Gliederschmerzen, Schlafstörungen und schweren Kreislaufzusammenbrüchen.

Wie wirkt Heroin?

Mitentscheidend für die Wirkung des Heroins sind vor allem der Grundzustand und die Bedürfnisse des Konsumenten. In der Regel wirkt Heroin beruhigend, entspannend und schmerzlösend, gleichzeitig bewusstseinsmindernd und stark euphorisierend. Heroin dämpft die geistige Aktivität und beseitigt negative Empfindungen wie Angst, Unlust und Leere. Probleme, Konflikte und Belastungen des Alltags werden nicht mehr als solche wahrgenommen, unangenehme Wahrnehmungen und Reize werden ausgeblendet. Der Konsument fühlt sich glücklich und zufrieden. Die Wirkungen treten bereits kurz nach der Verabreichung ein.

  • Heroin vermindert: Schmerz, Angst und Depressionen, Hustenreiz und Atembeschwerden, Durchfall.
  • Heroin steigert: die Euphorie, das Wohlbefinden und die Selbstzufriedenheit.
  • Heroin beruhigt.

Heroin löst nach wenigen Sekunden den so genannten «Flash» aus. Danach stellt sich ein Zustand der Beruhigung ein. Die Droge stillt Schmerzen und versetzt in eine euphorische Stimmung. Heroin wirkt auch erregend auf das Zentralnervensystem. Das Selbstvertrauen nimmt zu, Ängstlichkeit und Anspannung treten in den Hintergrund.

Bei intravenöser Injektion erreicht der Wirkstoff über die Blutbahn sehr rasch das Gehirn und wirkt unmittelbar auf das zentrale Nervensystem.

Eine Heroindosis wirkt fünf bis acht Stunden nach der Einnahme nur noch halb so stark. Die Ausscheidung der Substanz erfolgt vorwiegend mit dem Harn. Heroin ist im Urin schwer nachweisbar.

Wurden Opiate in der Medizin verwendet?

1806 gelang es dem deutschen Apotheker Friedrich Wilhelm Sertürner erstmals, den Hauptwirkstoff des Opiums - das Morphin - zu isolieren. 1828 wurde die Substanz  von der Firma Merck als stark wirkendes Schmerzmittel auf den Markt gebracht. Im deutsch-französischen Krieg 1870/71 wurde Morphium in großem Umfang bei der Behandlung von Verwundeten eingesetzt, mit der Folge, dass zahlreiche Verwundete morphinabhängig wurden. 1874 wurde erstmals das so genannte Diamorphin synthetisiert, mit dem Ziel, ein ähnlich schmerzstillendes Mittel aber ohne Abhängigkeitspotenzial zu schaffen, 1898 wurde es von den Aktiengesellschaften Farben (heute: Bayer) in großem Maßstab hergestellt und unter dem Namen Heroin als Mittel gegen Husten, als Schmerzmittel, zur Behandlung von Morphiumabhängigkeit und andere mehr vermarktet. Es stellte sich jedoch heraus, dass dieses Mittel um ein Vielfaches stärker als Morphin ist, und auch ein wesentlich höheres Abhängigkeitspotenzial besitzt. Aufgrund dessen wurde Heroin zunächst als verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel eingestuft und internationalen Handelsbeschränkungen unterworfen, bevor es schließlich in den meisten Ländern verboten wurde.

Mit dem Verbot der Substanz setzte gleichzeitig der illegale Handel mit Heroin ein. Mit in Westdeutschland stationierten US-Soldaten trat 1968 erneut Heroin in Deutschland auf. Im April 1971 wurde Heroin in Deutschland verboten.

Kokain

Macht Kokain abhängig?

Dass beim Schnupfen von Kokain kaum Symptome einer körperlichen Abhängigkeit auftreten, ist angesichts der ausgeprägten psychischen Abhängigkeit eher zweitrangig. Das Hauptproblem ist beim dauerhaften und intensiven Kokaingebrauch die Entstehung einer schweren psychischen Abhängigkeit . Das Rauchen und Spritzen von Kokain und besonders der Derivate Crack und Freebase führt darüber hinaus zu einer körperlichen Abhängigkeit.

Bei der Einnahme von hohen Dosen Kokain und insbesondere beim Crackrauchen kann sich bereits innerhalb weniger Wochen eine starke psychische Abhängigkeit entwickeln, die sich vor allem in der ausgeprägten Tendenz zur Dosissteigerung zeigt. Beim Absetzen von Kokain kommt es zu Entzugssymptomen wie Müdigkeit, Erschöpfung, Depressionen, allgemeiner Verstimmung, mangelnder Energie und sexueller Lustlosigkeit, gefolgt von einem starken Schlafbedürfnis, dem so genannten Crash. Diese Symptome können über Wochen andauern. Noch weit über diesen Zeitraum hinaus besteht jedoch ein starkes Verlangen nach der Substanz (Craving), was die Rückfallgefahr entsprechend vergrößert.

Aufgrund der Gewöhnung an die Substanz entwickelt sich bei regelmäßigem Kokainkonsum eine Toleranz, die bis zu einer gewissen Höchstmenge zu immer höheren Dosierungen führt. In Konsumpausen bildet sich diese Toleranz wieder zurück.

Speedball

Jeder Mischkonsum verschiedener Drogen birgt einerseits die Risiken der einzelnen Substanz, andererseits aber auch das spezielle Risiko der Kombination der jeweiligen Substanzen.

So verstärken z.B. Nikotin und Kokain gegenseitig ihre gefäßverengende Wirkung und erhöhen dadurch die Gefahr z.B. eines Schlaganfalls. Ein Mischkonsum mit anderen Substanzen wie Alkohol, Ecstasy oder LSD kann zu völligem Kontrollverlust und zum Kollaps führen. Als besonders gefährlich gilt die als Speedball bezeichnete Mischung aus Heroin und Kokain. Durch die mögliche zusätzliche Heroinabhängigkeit ist sehr schnell auch eine starke körperliche Abhängigkeit vorhanden. Zur Milderung von Angstsyndromen als unerwünschte Effekte des Kokainkonsums werden oft auch Benzodiazepine genommen. Diese haben selber negative Folgewirkungen und ein hohes Abhängigkeitspotenzial.

Was sind Folgeschäden dauerhaften Kokainkonsums?

Durch chronischen Gebrauch von Kokain kommt es dagegen zu nachhaltigen Störungen des Nervensystems, auf die zumindest teilweise die typischen Persönlichkeitsveränderungen bei Kokainabhängigen zurückzuführen sind.

Körperliche Folgen:

Zu den wesentlichen körperlichen Beeinträchtigungen zählen die Schwächung der körperlichen Widerstandskraft, eine verminderte Belastbarkeit, starker Gewichtsverlust sowie Schädigungen der Blutgefäße und verschiedener Organe wie Leber, Herz und Nieren. Durch das Rauchen von Crack oder Freebase werden insbesondere die Atmungsorgane in Mitleidenschaft gezogen, während regelmäßiges Schnupfen von Kokain vor allem Nasenschleimhäute und Nasennebenhöhlen schädigt und zu chronischem Nasenbluten sowie zu einer Verminderung des Geruchs- und Geschmackssinns führen kann. Auf Dauer können sich jedoch auch hierbei chronische Erkrankungen der Atmungsorgane einstellen. Verunreinigungen des Stoffes können durch das Spritzen von Kokain schwere lokale Infektionen hervorrufen. Bei der Verwendung von gemeinsam genutzten Spritzen besteht darüber hinaus die Gefahr, dass Infektionskrankheiten wie HIV oder Hepatitis übertragen werden. Während der Schwangerschaft kann Kokainkonsum zu Früh- oder Totgeburten wie auch zu massiven Reifungs- und Wachstumsstörungen des Fötus führen, die unter anderem Fehlentwicklungen des Gehirns und anderer Organe zur Folge haben.

Psychische Folgen:

Als gravierende psychische Folgen zeigen sich bei Dauerkonsumenten unter anderem ausgeprägte Verstimmungen, sexuelle Funktionsstörungen, Schlafstörungen, Depressionen, Angst, Befürchtungen des Kontrollverlusts, Misstrauen, Antriebs- und Konzentrationsstörungen, verstärkte Reizbarkeit, Aggressivität und Verwirrtheit. In manchen Fällen kann sich eine Kokainpsychose entwickeln, bei der es zu paranoiden Wahnvorstellungen, einer Beeinträchtigung des Realitätsbezugs sowie zu optischen, akustischen und taktilen Halluzinationen kommen kann. Charakteristisch ist ein Dermatozoenwahn, bei dem der Konsument davon überzeugt ist, Insekten krabbelten unter seiner Haut. Diese Psychosen können chronisch werden.

Soziale Folgen:

Bei dauerhaftem Kokainkonsum sind zudem nachhaltige Persönlichkeitsveränderungen zu beobachten, wie antisoziales und narzisstisches Verhalten, Angststörungen, Reizbarkeit, innere Unruhe, starke psychomotorische Erregung sowie Ess- und Schlafstörungen.

Neben den möglichen strafrechtlichen und auch finanziellen Problemen infolge des Kokainkonsums sind es vor allem die bei einem Dauerkonsum auftretenden ausgeprägten Kontaktstörungen und die Tendenz zur Selbstisolation, die das Zerbrechen jeglicher sozialer Bindungen zur Folge haben können.

Welche akuten Risiken gibt es beim Kokainkonsum?

Bei kurzzeitigem Gebrauch in relativ niedrigen Dosen führt diese zentralnervöse Stimulation zu einer gesteigerten Aufmerksamkeit und motorischen Hyperaktivität und zu einem Anstieg von Pulsfrequenz, Blutdruck, Körpertemperatur, Atemfrequenz und Atemtiefe.

Die Risiken des Kokainkonsums liegen vor allem in der Gefahr einer sich schnell einstellenden psychischen Abhängigkeit und den damit verbundenen Folgen. Die akuten Risiken und Folgen des Kokainkonsums unterscheiden sich je nach Form, Dosis und Dauer des Konsums. Je schneller die Substanz vom Körper aufgenommen wird, desto gefährlicher ist der Konsum. Eine unmittelbare Lebensgefahr kann also insbesondere nach intravenöser Injektion und beim Rauchen entstehen, da bei beiden Konsumformen die Aufnahme des Kokains in Sekundenschnelle erfolgt. Gleichzeitig bergen beide Konsumformen noch andere Gefahren: Beim Injizieren des aufgelösten Kokains können Verunreinigungen und hinzugefügte Streckmittel gefährliche Nebenwirkungen hervorrufen, und beim Crackrauchen gehören Schädigungen der Atmungsorgane, insbesondere der Lunge, zu den typischen Folgeerscheinungen. So kommt es bei der so genannten "Crack-Lunge" unter anderem zu Sauerstoffmangel im Blut oder Blutspucken infolge einer Lungenblutung. Aber auch beim Schnupfen sind infolge von Überdosierungen oder Unverträglichkeiten akut lebensbedrohliche Reaktionen bis hin zum Tod möglich. Bei Überempfindlichkeit kann bereits eine geringe Dosis Kokain einen so genannten Kokainschock hervorrufen, der sich unter anderem durch Blässe, kalten Schweiss und Atemnot ankündigt und zu schwerem Kreislaufversagen führen kann. Überdosierungen dagegen können eine Kokainvergiftung in Form zentralnervöser Übererregung bewirken. Dies kann unter anderem zum zunehmenden Verlust der Koordinationsfähigkeit, zu Verwirrtheit, Unruhe und zerebralen Krampfanfällen mit Bewusstseinsstörungen, zu schwerem Kreislaufversagen, zur Bewusstlosigkeit und zum Tod durch Atemlähmung führen.

Welche Wirkungen hat Kokain?

Kokain wirkt in pharmakologischer Hinsicht auf dreierlei Weise: Es stimuliert sehr stark die Psyche, hat einen wirksamen lokal betäubenden Effekt und verengt die Blutgefäße. Besonders bei mittleren und kleineren Dosen hängt die psychische Wirkung des Kokains stark von individuellen Erwartungen, Stimmungen und Einflüssen aus der Umgebung ab.

Grundsätzlich wirkt Kokain körperlich und psychisch stimulierend. Daher ist Kokain allgemein als "Leistungsdroge" bekannt, da es - zeitlich begrenzt - eine Leistungssteigerung und erhöhte körperliche Belastbarkeit bewirkt. Es dämpft das Hungergefühl, vermindert das Schlafbedürfnis und löst euphorische Gefühle aus. Die ihm zugeschriebene Lust- und Potenzsteigerung kann sich bei fortdauerndem Konsum allerdings ins Gegenteil umkehren, nämlich in sexuelles Desinteresse und Impotenz. Die durch das Kokain hervorgerufenen Rauschzustände verlaufen gewöhnlich in mehreren Stadien:

  • Euphorisches Stadium: Am Anfang steht das positiv erlebte, so genannte euphorische Stadium, das unter anderem von gehobener Stimmung, erhöhtem Selbstwertgefühl, gesteigertem Antrieb und Denken sowie stärkerer Sinneswahrnehmung und Kreativität gekennzeichnet ist. Der Konsument fühlt sich sorglos, verliert soziale und sexuelle Hemmungen und empfindet ein vermindertes Schlafbedürfnis bei gleichzeitig erhöhter Libido. Gelegentlich treten auch einfache Halluzinationen und Pseudohalluzinationen auf.
  • Rauschstadium: Nach etwa 20-60 Minuten klingt die euphorische Phase ab. Nun können zu den beschriebenen Wahrnehmungen ängstlich paranoide Stimmungen hinzutreten, die vor allem mit akustischen, manchmal auch mit optischen Halluzinationen einhergehen.
  • Depressives Stadium: Diese dritte Phase des Kokainrausches wird vor allem von Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Erschöpfung bis hin zu Angstzuständen, Schuldgefühlen, Selbstvorwürfen und Suizidgedanken gekennzeichnet. 

Wie lange ist Kokain nachweisbar?

In Reinform ist Kokain nach rund sechs Stunden die Substanz weitgehend abgebaut. Nach einigen Tagen ist der Konsum im Körper (Ausnahme: Haare) nicht mehr nachweisbar, da er je nach Einnahmeart innerhalb von ein bis drei Tagen über die Nieren ausgeschieden ist.

Dies gilt allerdings nicht für den chronischen Konsum: hier sind Rückstände bis zu drei Wochen erkennbar.

Wie wird Kokain konsumiert?

Kokain (genauer: Kokain-Hydrochlorid) kann geschnupft («Sniffen», «Koksen»), gespritzt oder auch gegessen werden. Nach bestimmten chemischen Veränderungen ist es auch rauchbar (als Crack oder Freebase).

Die meisten Kokainkonsumenten schnupfen das kristalline Pulver. Hierbei werden etwa 20-50 mg Kokainhydrochlorid aufgenommen. Für Injektionen wird das Kokain zuvor aufgelöst und anschließend intravenös verabreicht. Zum Rauchen wird die weiß-gelbliche Kokainbase in speziellen Glaspfeifen an der Flamme eines Feuerzeugs oder Gasbrenners erhitzt und im heißen Zustand inhaliert.

Das Ausmaß des aufputschenden Effekts hängt sowohl von der Person des Konsumenten selbst wie auch von der Dosis, der Art des Konsums und der Qualität des Stoffes ab. Der Wirkstoffgehalt des als Kokain verkauften Pulvers schwankt durchschnittlich zwischen 20-50%. Beim Schnupfen setzt die Wirkung nach wenigen Minuten ein. Nach etwa 30-60 Minuten wird die maximale Konzentration im Blut erreicht und die pharmakologische Wirkung hält bis zu einer Stunde an. Beim Spritzen oder Rauchen hingegen beginnt die Wirkung bereits nach wenigen Sekunden, da das Kokain über die Lunge sehr rasch vom Blutkreislauf aufgenommen wird bzw. bei der intravenösen Verabreichung unter Umgehung sämtlicher Resorptionsbarrieren das Gehirn erreicht. Allerdings verringert sich auch die Wirkdauer. So hält der durch das Rauchen von Freebase ausgelöste Rauschzustand nur etwa 5-10 Minuten an, bei Crack nur Sekunden.

LSD

Gibt es Wechselwirkungen von LSD mit anderen Suchtmitteln?

Ja. Die Einnahme von LSD zusammen mit anderen Suchmitteln verstärkt wechselseitig die Risiken.

Jeder Mischkonsum von LSD mit anderen Drogen birgt einerseits die Risiken der einzelnen Substanz, andererseits aber auch das zusätzliche Risiko der Kombination der jeweiligen Substanzen.

Was ist LSD?

LSD (LysergSäureDiäthylamid) wurde 1943 von Albert Hofmann entdeckt. Es gehört zu den halluzinogen wirkenden Drogen. Es wird meist halbsynthetisch aus dem Mutterkorn gewonnen, einem Pilz, der auf Getreide wächst.

LSD ist eine farb-, geruchs- und geschmacklose Lösung, die auf verschiedene Trägerstoffe, z.B. auf Löschpapier (Pappen, Tickets) aufgetragen wird oder als Mikrotablette (Micros) erhältlich ist. LSD ist ein sehr flüchtiger Stoff, d.h. bei Luft-, Licht- und Feuchtigkeitszufuhr verlieren die Tickets innerhalb weniger Wochen völlig an Wirkung.

Die Aufnahme von LSD erfolgt über die Schleimhäute.

Was sind die Langzeitfolgen von LSD?

Die Auslösung von Psychosen ist möglich.

Auch bei einmaliger Anwendung kann die Leistungsfähigkeit des Konsumenten längerfristig gestört werden. Es besteht die Gefahr sich von der realen Welt zu lösen.

Bei Überdosierung können Gefäßkrämpfe, Herzstillstand und Atemlähmung auftreten.

Es gibt eine Toleranzausbildung so dass die Dosis erhöht werden muss oder eine Konsumpause eingelegt werden muss, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

Sogenannte "Flashbacks", bei denen völlig unerwartete Rauschzustände auch Wochen nach der letzten Einnahme auftreten, wurden beobachtet. Es kann zu länger anhaltenden mentalen Störungen, wie z.B. Wahrnehmungsveränderungen oder Halluzinationen kommen, die bis zu 3 Wochen nach dem Konsum andauern.

Was sind die Risiken von LSD?

Der Konsum von LSD hat zahlreiche körperliche und psychische Risiken. Akut kann es zu Blutdruckanstieg, Schwindel, Kälte- und Hitzewallungen kommen, das Herz schlägt schneller. Es können Wahnzustände auftreten. Es besteht die Möglichkeit von Unfällen durch Fehlreaktionen auf nichtals solche erkannte Sinnestäuschungen und Halluzinationen. Es kann zu selbstzerstörerischen Handlungen aufgrund von Selbstüberschätzungen kommen, z.B. weil man glaubt durch ein Auto hindurchgehen zu können oder fliegen zu können.

Es kann zu starken Verwirrungszuständen oder den sogenannten "Horrortrips" kommen. Es besteht die Gefahr, sich selbst zu verletzen. Bereits vorhandene psychische Störungen können ausbrechen.

Nach Abklingen der Wirkung können noch einige Tage Nachwirkungen, wie zum Beispiel Übelkeit, Müdigkeit, Depressionen und ein Erschöpfungsgefühl festgestellt werden. Wiederkehrende Rauscherscheinungen ohne Drogeneinnahme können auftreten (Nachhall- oder Echo-Effekt, Flashback).

Wie wirkt LSD?

Das Schlucken von LSD führt nach 20 bis 60 Minuten zu körperlichen Symptomen wie beschleunigtem Herzschlag, Blutdruckabfall und Hitzewallungen. Auch Schwindelgefühle und Bewegungsstörungen sind möglich. Die ersten psychischen Wirkungen treten erst eine bis drei Stunden nach der Einnahme auf und können fünf bis zwölf Stunden dauern. Innere Unruhe, Töne, Farben, Gefühle werden verändert wahrgenommen, Gegenstände hinterlassen Spuren, es wird auch von "Wahrnehmungsverschiebungen" berichtet.

Je nach Dosierung kommt es zu unterschiedlich starken Halluzinationen. Weiterhin sind Empfindungen wie euphorische Grundstimmung, verändertes Zeitempfinden, "man steht neben sich", „man sieht, was man tut, kann aber nicht wirklich eingreifen“, möglich.

LSD wirkt bei vielen Konsumenten bewusstseinserweiternd. Das Selbstwertgefühl wird gesteigert.

Halluzinogene haben eine 'die Seele offenbarende' Wirkung - können verdrängte (auch negative) Erlebnisse wieder bewusst machen, was zu sogenannten "Horrortrips" führen und Psychosen auslösen kann.

Nach ca. 6-12 Stunden klingt die Wirkung ab, was von innerer Unruhe begleitet sein kann.

Der Rauschzustand ist sehr stark abhängig vom persönlichen inneren Zustand und vom Umfeld!

Schwangerschaft und Drogen

Welche Risiken entstehen durch Alkohol in der Schwangerschaft?

Alkoholkonsum während der Schwangerschaft kann zu schwersten Schädigungen des Kindes führen.

Bekannt ist z.B. das fötale Alkoholsyndrom, das körperliche Missbildungen und geistige Behinderung des Kindes bei Alkoholmissbrauch der Mutter während der Schwangerschaft bezeichnet.

Welche Risiken entstehen durch Cannabis in der Schwangerschaft?

Bei Frauen ist Cannabiskonsum vermutlich mit einem leicht erhöhten Risiko der Unfruchtbarkeit verknüpft. Cannabinoide durchdringen die Plazenta. Entwicklungsstörungen bei Föten und Verhaltensauffälligkeiten beim Kind sind nicht auszuschliessen. Vor allem das Nikotin vom Tabak in Joints ist äußerst schädigt die Zellen.

Chronisch starker Cannabiskonsum kann zu Veränderungen der Spermien führen.

Welche Risiken entstehen durch Ecstasy in der Schwangerschaft?

Bei Konsum von Ecstasy in den ersten Wochen der Schwangerschaft besteht für den Fötus die Gefahr, dass Herzfehler und andere körperliche Missbildungen auftreten.

Bei besonders starkem Ecstasy-Konsum während der Schwangerschaft kann es zu schweren Entwicklungsstörungen sowie Früh- und Fehlgeburten kommen.

Welche Risiken entstehen durch Heroin in der Schwangerschaft?

Heroin gerät über die Plazenta in den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes und ist auch dort wirksam. Bei einem abrupten Entzug leidet auch der Fötus. Heroin konsumierende Frauen erkennen die Anzeichen einer Schwangerschaft oft sehr spät, da sie Übelkeit und Erbrechen für Entzugssymptome halten und die Monatsblutung bei ihnen auch ohne Schwangerschaft häufig ausbleibt.

Risiken für die Schwangere sind:

  • Vorzeitige Wehen
  • vorzeitige Ablösung der Plazenta
  • Fehlgeburt
  • Frühgeburt

Risiken für den Fötus sind:

  • Wachstumsverzögerung
  • Störung der Sauerstoffversorgung

Risiken für das Neugeborene sind:

  • Frühgeburt (Hirnschäden, Atemprobleme)
  • Niedriges Geburtsgewicht und geringer Kopfumfang
  • Entzugssymptome (exzessives Saugen, Muskelspasmen, Fieber, Schlaf- und Ernährungsstörungen)
  • HIV- und Hepatitis-Risiko bei infizierter Mutter

Eine Substitutionsbehandlung mit psychosozialer Betreuung gilt als angemessene Behandlung für Mutter und Kind. Ein abrupter Entzug erhöht das Risiko einer Totgeburt. Bei Heroin konsumierenden Frauen enthält die Muttermilch Anteile der Droge.

Welche Risiken entstehen durch Kokain in der Schwangerschaft?

Durch die Gefässverengungen beim Kokainkonsum kann es beim Fötus zu eine Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährsubstanzen kommen.

Das Kokain gelangt über den Blutkreislauf der Mutter auch zum ungeborenen Kind, was zu schweren Missbildungen oder geistiger Behinderung des Kindes sowie zu Frühgeburten, Blutungen oder Fehlgeburten führen kann.

Welche Risiken entstehen durch LSD in der Schwangerschaft?

Es besteht  die Möglichkeit von Chromosomenschäden und von Schädigungen des Fötus, wobei dies bisher wissenschaftlich umstritten ist.

Welche Risiken entstehen durch Tabak in der Schwangerschaft?

Die Fruchtbarkeit von rauchenden Frauen und vermutlich auch die Qualität der Spermien von rauchenden Männern sind herabgesetzt.

Das Zigarettenrauchen erhöht die Sterblichkeit von Föten und Neugeborenen und vermindert das Geburtsgewicht Neugeborener. Auch das Risiko einer Fehlgeburt sowie das Risiko vorzeitig Wehen zu bekommen, steigt bei Frauen, die während der Schwangerschaft geraucht haben. Das Risiko einer Leukämieerkrankung des Kindes steigt.

Sucht

Kann man eine Sucht überwinden?

Die körperliche Abhängigkeit von Drogen kann durch einen Entzug überwunden werden. Der dauert in der Regel einige Tage und kann sehr schmerzhaft sein. Oft ist eine ärztliche Begleitung erforderlich, unter Umständen auch ein Klinikaufenthalt. Der körperliche Entzug von Alkohol kann zum Beispiel zu lebensbedrohenden Komplikationen führen.

Die Überwindung der psychischen Abhängigkeit dauert meist länger und ist eine mit vielen Problemen verbundene Herausforderung. In einem langen Prozess geht es unter anderem darum, Lebensgewohnheiten aufzugeben und neue anzunehmen. Außerdem werden die Ursachen für die Abhängigkeit bearbeitet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Suchtberatungsstellen unterstützen bei der Überwindung einer Sucht.

Wann spricht man von Sucht?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Sucht als einen „Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung, hervorgerufen durch den wiederholten Gebrauch einer natürlichen oder synthetischen Droge“. Dabei sind diese Kriterien entscheidend:

  • Unbezwingbares Verlangen zur Einnahme und Beschaffung des Mittels
  • Tendenz zur Dosissteigerung (Toleranzerhöhung)
  • Psychische und meist auch physische Abhängigkeit von der Wirkung der Droge
  • Schädlichkeit für den Einzelnen und oder die Gesellschaft
  • Verlust der Kontrolle über das eigene Verhalten

Der Homburger Wissenschaftler Klaus Wanke schreibt: "Sucht ist ein unabweisbares Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und zerstört die sozialen Bindungen und die sozialen Chancen des Individuums" Für ihn ist Sucht immer eine Krankheit.

Mehr dazu finden Sie unter:

Weltgesundheitsorganisation 

Klaus Wanke und Karl Ludwig Täschner, Rauschmittel, Stuttgart 1985, S. 13

Klaus Wanke, in: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.). Süchtiges Verhalten, 1985, S. 20

Was sind Risiken süchtig zu werden?

Warum Menschen süchtig werden, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es gibt aber einige Risikofaktoren: Wenn Kinder und Jugendliche zum Beispiel (zu) wenig Möglichkeiten haben, ihre Identität in der Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt zu entwickeln. Das ist der Fall, wenn ihnen Eltern, Lehrer und Ausbilder zuviel ersparen und abnehmen oder zuviel zumuten.  

Außerdem nehmen Kinder und Jugendliche die Erwachsenen als Vorbilder wahr. Sie identifizieren sich bewusst oder unbewusst mit dem, was die Älteren tun – und kopieren dabei auch deren Strategien im Umgang mit Problemen. So gelernte Suchthaltungen werden dann abgerufen oder imitiert, wenn der Jugendliche mit außergewöhnlichen Belastungen und Konflikten konfrontiert wird wie zum Beispiel Schulversagen, Außenseiterstellung in der Klasse, Jugendarbeitslosigkeit, Bruch mit Freund oder Freundin.

Mehr dazu:

Sucht- und Drogenvorbeugung in der Schule, Soest, 1988, S. 18 f

Wie lange kann Alkohol im Körper nachgewiesen werden?

Alkohol lässt sich bis zu mehrere Stunden nach dem Konsum im Blut, Atem, Schweiß, Speichel oder Urin eines Menschen nachweisen. Das Ergebnis sagt aber nichts darüber aus, ob jemand regelmäßig trinkt. Um das herauszubekommen, werden andere Methoden eingesetzt:

  • GGT-Test (Gamma-Glutamyl-Transferase)
    Bei Menschen, die täglich mehr als acht Standardgläser Alkohol – also ungefähr zwei Liter Bier – trinken, ist der Spiegel des GGT-Enzyms erhöht und leicht nachweisbar. Bei einem Konsumstopp dauert es 25 Tage, bis die Hälfte des Enzyms wieder abgebaut ist. Leberkrankheiten, Diabetes, Übergewicht und einige Medikamente können den GGT-Spiegel ebenfalls erhöhen.
  • CDT-Test (Karbohydratdefizientes Transferrin)
    Wer eine Woche lang täglich sechs Standardgläser Alkohol trinkt, hat einen erhöhten CDT-Spiegel. Der Wert halbiert sich erst nach 17 Tagen völliger Abstinenz. Eine Schwangerschaft, Leberzirrhosen und eine chronische Hepatitis beeinflussen den CDT-Spiegel ebenfalls.
  • MCV-Test (Mittleres Volumen von roten Blutkörperchen)
    Ein Alkoholmissbrauch kann auch durch ein erhöhtes Volumen an roten Blutkörperchen nachgewiesen werden. Dieser Wert bleibt auch nach mehreren Monaten der Abstinenz hoch.

Standardglas Alkohol = 0,25 l Bier = 10 g reiner Alkohol

Mehr dazu finden Sie unter:

Sucht Info Schweiz  

Jean-Bernard Daeppen (2003): Vade-mecum d’alcoologie. Editions Médecine & Hygiène.

Helmut K. Seitz und andere (2000): Handbuch Alkohol. Alkoholismus, alkoholbedingte Organschäden. Johann Ambrosius Barth Verlag.

Wie lange können illegale Drogen im Körper nachgewiesen werden?

Wie lange eine Substanz nach dem Konsum nachweisbar ist, hängt unter anderem vom Gewicht und der körperlichen Verfassung des Konsumenten ab, von der Häufigkeit und Art des Konsums sowie der Sensibilität der Untersuchungsmethode. Deshalb sind diese Angaben nur allgemeine Richtwerte – bei starkem und regelmäßigem Konsum sind längere Nachweiszeiten möglich:

  • Im Urin sind die meisten Substanzen oder ihre Abbauprodukte rund zwei bis drei Tage nach deren Konsum nachweisbar. Canabis und dessen Abbauprodukt sind in der Regel länger nachweisbar, bei häufigerem Konsum sogar bis zu mehreren Wochen.
  • Im Blut können die aktiven Wirksubstanzen der Drogen einige Stunden lang nach dem Konsum nachgewiesen werden. Deren Abbauprodukte können aber mehrere Tage danach noch im Blut enthalten sein.
  • In den Haaren können die meisten Substanzen und ihre Abbauprodukte über einen sehr langen Zeitraum nachgewiesen werden.

Wie reduziere ich die Risken beim Drogenkonsum (Safer Use)?

Wer Drogen konsumiert, gefährdet seine Gesundheit. Das gilt auch, wenn man sich bei der Einnahme an die unten beschriebenen Regeln des sicheren Konsums hält. Der sogenannte Safer Use verringert lediglich das Risiko von Nebenwirkungen und Spätfolgen, ohne sie ganz auszuschließen. Das gelingt nur durch die Entscheidung, keine Drogen mehr einzunehmen.

  • Keine Alleingänge: Wenn Du Drogen nimmst, solltest Du Freunde bei Dir haben. Die können helfen, wenn es Dir durch die Einnahme schlecht geht und im Notfall einen Arzt holen.
  • Immer testen: Drogen wirken bei jedem Menschen unterschiedlich. Teste jede neue Substanz zuerst in kleinen Mengen. Lass Dir dabei Zeit, denn viele Stoffe entfalten erst spät unerwünschte Wirkungen.
  • Keine schlechte Stimmung: Drogen verstärken Stimmungen. Verzichte deshalb darauf, wenn es Dir schlecht geht oder Du Dich mies fühlst. Probleme lassen sich mit Drogen nicht wegzaubern – auch wenn sich das kurzfristig so anfühlt. Im Gegenteil: Die daraus entstehende Sucht, sorgt für viel mehr Probleme.
  • Vorher planen: Überlege vorher, welche Drogen und wie viel Du davon nehmen willst. Bespreche das mit Deinen Freunden. Im Rausch entsteht oft eine Gier nach mehr, die nicht zu kontrollieren ist. Sie ist kann Ursache für gefährliche Überdosierungen sein.
  • Nachfragen: Informiere Dich vor dem Kauf bei anderen Konsumenten, welche Erfahrungen sie mit dieser Droge gemacht haben. Achte darauf, dass Dir keine Nachahmerprodukte untergejubelt werden, deren Wirkungen Du nicht kennst. Vermeide Kapseln oder Pülverchen, da diese gestreckt sein können.
  • Kein Straßenverkehr: Auch wenn Du denkst, die Wirkung der Droge ist abgeklungen: Hände weg vom Steuer. Deine Reaktionen sind auch lange Zeit nach der Einnahme eingeschränkt und Du gefährdest Dich und andere Menschen. Stoppt Dich die Polizei mit Spuren von Drogen im Blut, ist der Führerschein weg.
  • Regeln für Dauerkonsumenten: Du solltest immer wieder Konsumpausen einlegen, bei einem Stoff bleiben und nicht durcheinander konsumieren. Achte auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf. Lasse Deinen Gesundheitszustand regelmäßig von einem Arzt kontrollieren. Ärzte unterliegen der Schweigepflicht. Benutze nur eigene Spritzen und ersetze diese regelmäßig durch neue.

Tabak und Nikotin

Was hat man zu erwarten, wenn man mit dem Rauchen aufhört?

Der Körper eines Rauchers gewöhnt sich an das Nikotin in den Zigaretten. Bekommt der Körper kein Nikotin mehr, kommt es häufig zu diesen Entzugserscheinungen:

  • Nervosität
  • Aggressivität
  • Schlafstörungen
  • niedergeschlagene Stimmung
  • der starke Wunsch wieder zu rauchen

Wie heftig die Beschwerden sind, lässt sich nicht voraussagen. Aber selbst hartnäckige Entzugserscheinungen verschwinden nach wenigen Wochen.

Welche gesundheitlichen Auswirkungen hat das Rauchen?

Rauchen verursacht schwere gesundheitliche Schäden, die bis zum Tod führen. In Deutschland sterben jährlich mehr als 111.000 Menschen aufgrund des Rauchens – jeden Tag rund 270. Die Kosten für die Behandlung von Schäden durch das Rauchen schätzt die Deutsche Gesellschaft für Nikotinforschung auf ca. 76 Milliarden Euro.

Rauchen kann Krebs verursachen, es gefährdet die Entwicklung von Kindern während der Schwangerschaft und sorgt für eine Verengung und Verkalkung der Blutgefäße. Dadurch kommt es zu Durchblutungsstörungen des Herzens, der Arme und der Beine. Viele Raucher leiden unter chronischer Bronchitis oder Lungenkrebs.

Wie wirkt Tabak?

Tabak enthält mehr als 4.000 Inhaltsstoffe. Hauptbestandteil ist das Nikotin, das je nach Herkunft und Zubereitung des Tabaks in unterschiedlichen Mengen in den Blättern enthalten ist. Dieses Gift macht süchtig. Für die gesundheitsschädigende Wirkung des Tabaks sind weitere Inhaltsstoffe verantwortlich. Diese sind krebserregend. Nicht nur für die Raucher, sondern auch für die Menschen, die den Rauch einatmen (Passivraucher).

Beim Rauchen wird Nikotin freigesetzt und vom Körper aufgenommen. Innerhalb weniger Sekunden landet es im Gehirn und löst dort Reaktionen im ganzen Körper aus: Die Herzfrequenz nimmt zu, der Blutdruck geht nach oben und die Hauttemperatur sinkt. Die Leistungsfähigkeit sowie die Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistungen steigen. Etwa 10 Prozent des Nikotins werden über den Urin ausgeschieden, der Rest wird hauptsächlich über die Leber abgebaut.

Therapie

Gibt es auch eine Beratung im Internet?

Die Caritas bietet eine anonyme Online-Beratung für das Thema Sucht an. Hier beantworten Fachleute innerhalb von zwei Werktagen die Anfragen.

Beratung-Caritas

Bei akuten psychischen Krisen wenden Sie sich bitte telefonisch an die Bundesweite Sucht- und Drogen-Hotline unter der Nummer 01805 - 31 30 31. Sie können auch eine der kostenfreien Nummern der Telefonseelsorge wählen: 0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222.

Was ist ein körperlicher Entzug?

Viele Suchtstoffe machen körperlich anhängig. Der Organismus braucht dann regelmäßig eine bestimmte Dosis davon. Bekommt er diese nicht, treten Entzugserscheinungen auf. Wird komplett auf das Suchtmittel verzichtet, spricht man von einer Entgiftung. Danach braucht der Körper diesen Stoff nicht mehr – auch wenn der Kopf anderes signalisiert.

Da ein körperlicher Entzug gesundheitliche Risiken mit sich bringt, sollte er durch medizinisches Fachpersonal begleitet werden und in einem stationären Rahmen stattfinden. Das kann als „kalter Entzug“ ohne die Einnahme von Medikamenten erfolgen oder als „warmer Entzug“, bei dem die Entzugserscheinungen durch Medikamente abgemildert werden. Bei einem drei- oder viertägigen „Turbo-Entzug“ erfolgt die Entgiftung unter Narkose. Durch einen körperlichen Entzug wird die psychische Abhängigkeit nicht bearbeitet.

Was ist eine Selbsthilfegruppe?

In einer Selbsthilfegruppe treffen sich Menschen, die einmal süchtig waren und deren Angehörige. Alle haben ähnliche Probleme, weshalb sie sich gegenseitig gut unterstützen können. Selbsthilfegruppen gibt es zum Beispiel für Spielsüchtige, Alkoholabhängige, Raucher, Drogenkonsumenten und deren Angehörigen. Ob es in Ihrer Nähe eine Selbsthilfegruppe gibt, erfahren Sie bei den Sucht- oder Drogenberatungsstellen.

Was ist eine Therapie?

Wenn sich herausstellt, dass eine Beratung nicht genügt um das Suchtproblem in den Griff zu bekommen, kann sich eine Therapie anschließen. Diese geht in der Regel über einen längeren Zeitraum und ist nur erfolgreich, wenn der Süchtige für sich entscheidet, etwas ändern zu wollen. Es gibt verschiedene Therapieformen, die nachweislich bei der Überwindung einer Abhängigkeit helfen können.

Ambulante Therapie

Diese Form wird gewählt, wenn der Süchtige seinen Alltag noch selbständig bewältigen kann, in einem Umfeld integriert ist, das bei der Überwindung der Abhängigkeit unterstützen kann oder wenn er eine feste Arbeit hat. Dann wohnt der Süchtige zuhause, geht aber regelmäßig zur Therapie. Eine ambulante Kurzzeittherapie umfasst bis zu 25 Sitzungen. Langzeittherapien können bis zu 240 Sitzungen dauern. 

Stationäre Therapie

Empfohlen wird eine stationäre Therapie, wenn neben der Sucht die psychischen und sozialen Probleme sehr stark ausgeprägt sind. Der Ablauf einer stationären Therapie hängt davon ab, wie der Heilungsprozess voranschreitet. Typisch sind eine intensive Abfolge mehrerer Einzeltherapiesitzungen in der Woche und die Teilnahme an Therapiegruppen. In der Regel geht eine körperliche Entgiftung der stationären Therapie voraus.

In den Therapiephasen soll der Abhängige lernen, mit seiner Sucht und den damit verbundenen Problemen, umzugehen. Ziel ist es, vollkommen auf Drogen zu verzichten und gleichzeitig ein zufriedenes Leben zu führen. Eine stationäre Therapie kann drei bis 26 Wochen dauern.

Was ist und wie verläuft eine Beratung?

Wenn die Sucht Probleme macht, wenn das Gefühl wächst, den Drogenkonsum nicht mehr im Griff zu haben oder wenn Freunde und Angehörige Suchtmittel konsumieren und Sie nicht weiter wissen – Hilfe bekommen Sie bei einer Beratungsstelle. Dort können Sie in einem Gespräch die Probleme, Befürchtungen und Sorgen schildern. Der Berater oder die Beraterin wird versuchen die Situation zu verstehen und gemeinsam mit Ihnen Lösungen zu erarbeiten. Dazu gehört auch zu klären, wie Sie diese Ziele erreichen können: Über Gespräche oder indem Sie weitere Hilfen in Anspruch nehmen. Dies kann eine ambulante oder stationäre Therapie sein, die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe oder eine Schuldnerberatung. Auch der körperliche Entzug in Form einer Entgiftung ist möglich. Die Beratungsstelle unterstützt Sie auf diesem Weg.

Was tun, wenn Freunde Drogen nehmen?

(Quelle: www.drugcom.de)

Wenn Freunde Drogen konsumieren, verändert sich auch die Freundschaft. Oft merkt man, dass sich Freunde anders verhalten und man macht sich Sorgen um sie. Meist ist es schwer, manchmal unmöglich, jemand davon abzuhalten Drogen zu nehmen. Allerdings verursacht nicht jeder Drogenkonsum ernsthafte Schwierigkeiten.

Freunde sollten ihre Bedenken und Ängste offen ansprechen und nicht „um der Freundschaft willen“ für sich behalten. Bei einem Gespräch sollten beide nüchtern sein, Du musst klar haben, was Du sagen willst und darauf achten, auch bei Meinungsverschiedenheiten sachlich zu bleiben. Zeige dem anderen Interesse an seiner Person und nicht nur an seinen Problemen. Mache deutlich, wie wichtig dir die Freundschaft ist – aber nicht um jeden Preis. Benenne klar und deutlich, was Du nicht mitmachen wirst. Wenn Du den Eindruck hast, dass Dein Freund oder Deine Freundin Hilfe braucht, sprich es an und biete die Begleitung zu einer Drogenberatungsstelle an.

Erst wenn die Person selbst erkennt, dass sie ein Problem hat oder an ihrem Drogenkonsum etwas verändern möchte, ist sie bereit, sich helfen zu lassen und etwas zu unternehmen. Wenn Du Dich überfordert fühlst, kannst Du Dir selbst Unterstützung und Rat bei einer Person deines Vertrauens oder einer Drogenberatung holen.

Was Du nicht tun solltest: Lasse Dich nicht überreden, selbst Drogen auszuprobieren. Grenze Dich ab und vertrete Deine Haltung zum Drogenkonsum selbstbewusst. Verzichte darauf, Deine Freunde zu etwas zu zwingen oder ihnen zu sagen, was sie tun sollen. Sonst kann es passieren, dass sie sich in eine Abwehrhaltung begeben und zurückziehen. Akzeptiere keine Entschuldigung für schlechtes Benehmen unter Drogeneinfluss und lüge nicht für deinen Freund. Mache Deinem Freund keine Vorwürfe. Das führt nur zu Widerstand und Misstrauen. Bleibe sachlich und freundlich. Drohe niemals mit Konsequenzen, die Du nicht einhalten kannst oder willst, sonst wirst Du von Deinen Freunden nicht mehr ernst genommen.

Welche Beratung oder Behandlung gibt es?

Das Hilfsangebot für Abhängige und ihre Angehörigen hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Neben ambulanten Beratungs- und Behandlungsstellen und der stationären Therapie in einer Klinik gibt es auch Selbsthilfegruppen.

Bei der Suche nach passenden Behandlungen helfen die Beratungsstellen der Caritas vor Ort oder im Internet. Kompetente Fachleute beraten dort bei Sucht-Problemen mit Alkohol, Nikotin, illegalen Drogen, Glücksspielen oder bei Essstörungen. 

Die Beraterinnen und Berater sind Fachleute, die sich mit dem Thema auskennen. Sie unterliegen der Schweigepflicht und sind in der Regel Sozialpädagogen, Psychologen oder Mediziner.

Wer bezahlt Beratung und Therapie?

Psychosoziale Beratungen sind in der Regel kostenlos. Die Beratungsstellen werden meist von den Gemeinden, Städten und Bundesländern finanziert.  

Bei einer ambulanten oder stationären Therapie aufgrund einer Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenabhängigkeit handelt es sich um eine medizinische Rehabilitationsleistung, für die in der Regel die Rentenversicherungen aufkommen. Ist die Rentenversicherung nicht zuständig, kann die Krankenkasse oder der Sozialhilfeträger einspringen.

Ob und wie viel eine Kasse bezahlt, muss im Einzelfall geprüft werden. Derzeit übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologische Therapie und die Psychoanalyse.

Wie finde ich eine Suchberatung in meiner Nähe?

Meist läuft die Suchtberatung in sogenannten "Psychosozialen Beratungsstellen". Diese finden Sie in unserem Adressbuch unter dem Schlagwort "Suchtberatung".

Weitere Beratungsstellen listet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihren Internetseiten auf. (http://www.bzga.de/?uid=763a79960525d0219873dff7a4c7b54f&id=Seite48)