Eltern, die sich die Berufs-
und Familienarbeit gleichberechtigt teilen wollen, finden hierfür in
Deutschland nicht die erforderlichen Rahmenbedingungen vor. Viele verzichten
deshalb lieber auf die Verwirklichung des zumeist vorhandenen Kinderwunsches.
Diesen Befund teilt der Deutsche Caritasverband (DCV) mit den Autoren des 7.
Familienberichtes. Neben dem quantitativen und qualitativen Ausbau geeigneter
Kinderbetreuungseinrichtungen fordert der DCV deswegen familienfreundlichere Arbeitsbedingungen
und mehr Möglichkeiten einer flexibleren Arbeitszeitgestaltung. Wie der Familienbericht
belegt, weisen gerade jene europäischen Länder eine höhere Geburtenrate auf,
die die Berufsintegration von Müttern fördern und dabei spürbare Rücksicht auf
die Zeitbedürfnisse insbesondere jüngerer Familien nehmen. Unsichere Berufsperspektiven,
Kurzzeitverträge oder die Ausweitung von Arbeitszeiten erdrücken nach Erfahrungen
der Caritas den Wunsch nach einer Familie.
Der DCV fordert aber auch, Rücksicht auf jene Eltern zu nehmen, die sich in den
ersten Lebensjahren ihrer Kinder überwiegend selbst um die Erziehung kümmern wollen.
Bei all den Bemühungen, Familien- und Erwerbsarbeit in Einklang zu bringen,
dürfen die Familien nicht vergessen werden, die nur über geringe Erwerbseinkommen
verfügen oder keinen Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen und mit einem hohen Armutsrisiko
belegt sind. Sie brauchen materielle Förderung und Unterstützung in familiären
Krisen. Der Deutsche Caritasverband begrüßt in diesem Zusammenhang ausdrücklich
den Vorschlag der Berichtskommission, über die Einrichtung einer Familienkasse
die Förderung von Familien zu bündeln. Er verbindet damit auch die Erwartung,
dass sich hiermit zielgenau bestehende Lücken im System
familienunterstützender
Hilfen schließen lassen.
Kontakt: Ursula Hartmann, Referentin für Familienpolitik, Tel: (0 30) 284 44
777; E-Mail:
ursula.hartmann@caritas.de
Pressemitteilung
Mehrere Familienmodelle lebbar machen
Erschienen am:
16.08.2005
Beschreibung