Berlin. 24. Mai 2006. Der
Deutsche Caritasverband hält den Ansatz der EU, zur Verhinderung der
Migrationsströme
aus Afrika Flugzeuge und Schiffe zur
Überwachung der Meeresküsten vor den Kanaren einzusetzen, für verfehlt. „Statt
einer abwehrenden Politik braucht die EU eine gemeinsame, kohärente und vor
allem humane Einwanderungs- und Asylpolitik“, so Dr. Peter Neher, Präsident des
Deutschen Caritasverbands. Zuwanderung dürfe nicht mit militärischen Mitteln,
sondern nur durch klare rechtliche Regelungen gesteuert werden. Aus humanitären
Gründen erforderlich sei in jedem Fall die Sicherstellung des Schutzes von
Flüchtlingen. Es gelte im Falle von politischer Verfolgung der Grundsatz der
Nicht-Zurückweisung der Genfer Flüchtlingskonvention. Da die Beweggründe von
Migrationsbewegungen
meist Armut, Kriege und
Naturkatastrophen seien, bedürfe es gezielter Maßnahmen zur Verbesserung der
Lebenssituation vor Ort.
Klar ablehnend reagierte der Deutsche Caritasverband auf die Ankündigung der
spanischen Vize-Ministerpräsidentin, so genannte temporäre Aufnahmezentren in
Afrika für illegale Migranten aus Senegal und Mauretanien errichten zu wollen.
„Sammel- oder Aufnahmelager können die oft verzweifelten Versuche der
Migranten, in die EU zu gelangen, nicht verhindern“, sagte Dr. Neher in
Freiburg. Ziel der EU-Politik müsse die Bekämpfung von Armut und Korruption und
die Unterstützung von Demokratisierungsprozessen sein.
Der Deutsche Caritasverband hat zu dieser Thematik das Positionspapier
„Grundlagen einer humanen Asyl- und
Migrationspolitik
“
verfasst.
Kontakt: Dr. Elke
Tießler-Marenda
, Referat Migration
und Integration, Telefon 0761 200-371, E-Mail:
elke.tiessler-marenda@caritas.de
Pressemitteilung
EU setzt in Migrationspolitik falsche Akzente
Erschienen am:
24.05.2006
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