Drei Viertel aller Bürgerinnen und Bürger unterstützen den Ausbau erneuerbarer Energien als Reaktion auf die Energiepreiskrise - das zeigt eine neue, repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der European Climate Foundation und des Deutschen Caritasverbandes.
"Die Menschen in Deutschland verstehen das Preissignal des Irankriegs richtig: Abhängigkeit von fossilen Energieträgern ist in einer friedlosen Welt ein Wohlstandsrisiko. Gerade auch Menschen mit niedrigem Einkommen erkennen schmerzlich, wie sehr ihr Lebensstandard vom Ölpreis abhängt, denn in jedem Brötchen stecken Energiekosten. Der Umstieg auf erneuerbare Energien braucht dringend politische Priorität," kommentiert Eva Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes die neuen Umfragedaten.
"Es sind in der jetzigen Situation nicht nur die Mobilitäts- und Heizkosten, die es den Menschen schwer machen, mit dem Monatsverdienst auszukommen. Energiepreissteigerungen schlagen sich insgesamt in gestiegenen Lebenshaltungskosten nieder und sie verändern die politischen Erwartungen," so Welskop-Deffaa.
Die Umfrage zeigt, dass eine große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger für direkte staatliche Maßnahmen zur Entlastung der Bevölkerung votiert: 78% der Befragten erwarten, dass der Staat auf die durch den Irankrieg ausgelöste Öl- und Gaspreiskrise mit politischen Maßnahmen reagiert.
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa: "Nur durch den Ausbau erneuerbarer Energien wird Deutschland dauerhaft krisenresilient. Gleichzeitig gilt es, zeitnah einkommensarme Haushalte gezielt zu entlasten, etwa durch eine befristete Preisreduktion des Deutschlandtickets."
Die Senkung der Stromsteuer (89%) und die Reduzierung des Preises für das Deutschlandticket auf 9 Euro pro Monat (64%) finden hohe Zustimmung und könnten Impulse für eine nachhaltige und krisenresiliente Energieversorgung setzen. Auch unter den Bürgerinnen und Bürgern, die angeben, bei der letzten Wahl CDU gewählt zu haben, votieren über 80 Prozent für den Ausbau erneuerbarer Energien.
"Ein einmaliges, zu versteuerndes Energiekrisengeld in Höhe von 300€ wäre gesellschaftlich mehrheitsfähig und ohne hohen Verwaltungs-aufwand umsetzbar. Eine Reduzierung des Preises für das Deutschlandticket und seine Weiterentwicklung zu einem Family-Plus Ticket sind breit akzeptierte Alternativen, die gleichzeitig die nötigen Anreize zum Umstieg auf den ÖPNV setzen," erläutert Welskop-Deffaa.
Bei Versteuerung des Energiekrisengelds mit dem progressiven Einkommenssteuertarif zahlen Menschen mit höherem Einkommen Teile des Geldes mit der Steuer zurück, während es für Menschen mit niedrigem zu versteuerndem Einkommen brutto wie netto fast gleich hoch ist.
Eine Erhöhung der Pendlerpauschale oder ein allgemeiner Tankrabatt sind aus Sicht des Caritasverbandes keine überzeugenden Entlastungsvorschläge. Sie begünstigen Menschen mit hohen Einkommen, denn diese tanken mehr, pendeln im Durchschnitt weiter und sind also durch eine höhere Pendlerpauschale im Vorteil.
Menschen, die etwa in ländlichen Räumen auf das Auto angewiesen sind, würden durch ein Energiekrisengeld spürbar und schnell entlastet. Wie bei der Energiepreispauschale zu Beginn des Ukrainekriegs sollte diese Einmalzahlung nicht auf die Grundsicherungsleistungen angerechnet werden.
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Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Umfrage wurden im Zeitraum 27. bis 30.03.2026 insgesamt 2.190 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, Wohnumfeld, Wahlverhalten und politischem Interesse quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wahlberechtigten in Deutschland ab 18 Jahren.
Pressemitteilung
Berlin
Krise als Chance nutzen: Politik muss Umstieg auf erneuerbare Energien fördern
Erschienen am:
09.04.2026
Herausgeber:
Deutscher Caritasverband e. V.
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