Die Eckpunkte zur Bekämpfung der Altersarmut können Sie am Ende der Seite kostenlos herunterladen. Die Inhalte wurden auf dem Caritasrat und der Delegiertenversammlung 2012 diskutiert. Hier die zentralen Forderungen im Überblick:
1. Finanzielle Absicherung im Alter gewährleisten
Um die finanzielle Absicherung im Alter zu gewährleisten, braucht es eine bedarfsgerechte Ausgestaltung der Grundsicherung im Alter mit transparent ermittelten Regelsätzen. Besorgniserregend ist, dass die Zahl der verdeckt armen älteren Menschen sehr hoch ist: Knapp jeder dritte ältere Mensch ab 65 Jahren hätte Anspruch auf Grundsicherung im Alter, nimmt diese aber nicht in Anspruch – aus Unwissenheit, Scham oder unberechtigter Angst vor dem finanziellen Rückgriff des Sozialamts auf die Kinder.
Daher fordert die Caritas:
- Alte Menschen müssen durch die Rentenversicherung besser über Inhalt und Folgen des Bezugs von Grundsicherung im Alter informiert werden.
- Die Leistungen (insbesondere die Regelsätze) müssen bedarfsgerecht gestaltet werden.
- Private Vorsorge darf im Alter nicht wie bisher zur Kürzung der Grundsicherung führen. Mindestens 100 Euro aus der privaten Vorsorge müssen alten Menschen zusätzlich zur Grundsicherung bleiben.
2. Teilhabe im Alter sicherstellen
Auch bei der sozialen Teilhabe älterer Menschen sind Verbesserungen nötig. Wo Beziehungen frühzeitig geknüpft werden, wo nachbarschaftliches Engagement ausgeprägt und eine gute wohnortnahe Infrastruktur vorhanden ist, können ältere Menschen länger im gewohnten häuslichen Umfeld bleiben.
3. Menschenwürdige Bestattung für arme Menschen
Anonyme Armenbegräbnisse lehnt der Deutsche Caritasverband ab. Er setzt sich für einfache Grabtafeln ein und weist auch auf die Möglichkeiten der verbandlichen Caritas und der Pfarrgemeinden bei der Bereitstellung von Abschiedsräumen hin.
4. Grundlegende Faktoren zur Vermeidung von Altersarmut
Um zukünftig Altersarmut zu verhindern, sind ausreichende Rentenansprüche notwendig. Dafür braucht es auch verbindliche Lohnuntergrenzen. Der Deutsche Caritasverband fordert eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf, insbesondere für Alleinerziehende und pflegende Angehörige, damit die Menschen auch in diesen Phasen fürs Alter vorsorgen können. Der Zugang Älterer zum Arbeitsmarkt muss erleichtert werden, Diskriminierungen Älterer sind abzubauen. Für spezifische Personengruppen, wie Menschen mit Migrationshintergrund oder Langzeitarbeitslose mit multiplen Vermittlungshemmnissen, braucht es spezifische Förderinstrumente.
Die Eckpunkte wurden veröffentlicht in der Zeitschrift neue caritas, Ausgabe 3/2013, S. 34-36.