Miteinander reden und Taten folgen lassen
Setzt darauf, dass es nicht nur bei Gesprächen bleibt: Caritas-Präsident Peter Neher.Marc Boos
Präsident Neher, zehn Vertreterinnen und Vertreter der Caritas werden am Treffen in Hannover teilnehmen. Welche Themen werden sie dort einbringen?
Im Zentrum der Gespräche steht diesmal das Thema Diakonia, der Dienst an Menschen. Da haben wir einiges zu sagen – vor allem unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die täglich in der Pflege, Unterstützung, Begleitung und Beratung von Menschen tätig sind. Deshalb wollen wir ihnen die Möglichkeit geben, im Vorfeld zu Wort zu kommen und ihre Themen und Anliegen auf unserer Webseite sammeln.
Warum haben Sie sich entschieden, die relevanten Themen der Caritas über das Internet zu sammeln?
Beteiligung und Transparenz sind uns sehr wichtig. In der Caritas-Zentrale hier in Freiburg gibt es im Vorfeld ein Treffen, bei dem die Kolleginnen und Kollegen ihre Themen benennen und diskutieren. Dank der neuen medialen Möglichkeiten können wir nun auch mit den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bundesweit in Kontakt und ins Gespräch kommen. Das wollen wir nutzen. Wir nehmen so auch den Anspruch der Bischofskonferenz ernst und versuchen, möglichst viele zu beteiligen. Es macht einen Unterschied, ob jemand die fertige Themensammlung zur Kenntnis nimmt oder ob er oder sie sich einbringen kann. Die Kommentare im Netz sind für alle einsehbar und so bekommen zum Beispiel die Caritas-Mitarbeitenden aus München mit, dass sich die Kollegen in Berlin mit ähnlichen Problemen auseinandersetzen.
Welche Themen sind Ihnen persönlich wichtig?
Mich beschäftigt zum Beispiel, wie Menschen Brüche in ihrem Leben bewältigen oder die unterschiedlichen Formen, den katholischen Glauben zu leben. Aber auch über Fragen der Toleranz im Zusammenleben und in der Zusammenarbeit verschiedener Kulturen und Religionen zu diskutieren, finde ich wichtig.
Der von Erzbischof Zollitsch initiierte Gesprächsprozess soll 2015 enden. Wie wird er die Kirche verändern und welche Auswirkungen wird er auf die Caritas haben?
Es ist gut, miteinander im Gespräch zu sein. Aber es ist auch dringend notwendig, dass wir nicht nur miteinander reden sondern bei Themen, die viele Gläubige und damit auch Caritas-Mitarbeitende beschäftigen, Ideen und Lösungen zu entwickeln und Worte in Taten umzusetzen. So blicke ich mit verhaltener Hoffnung auf das Ende des Gesprächsprozesses im Jahr 2015 und auf das, was bewegt oder auch nicht bewegt werden wird.
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