Im Portrait

Josef Höing

„Für die Ärmsten der Armen“

Josef Höing mit der Mutter der Barmherzigkeit.Josef Höing mit der Mutter der Barmherzigkeit.

Josef Höing ist ein bescheidener Mensch. Er hat das große Glück, sich trotz seiner 93 Lebensjahre noch selbst helfen zu können. So lebt er nach wie vor in einer kleinen Mietwohnung in Köln. Mit einem Bierdeckel an seiner Tür signalisiert er einer Nachbarin: „Alles in Ordnung!“ Hängt der Deckel einmal nicht, schaut eine Nachbarin nach dem Rechten. Der pensionierte Eisenbahner und Schlosser hat in seiner Jugend schwere Zeiten durchmachen müssen. Er weiß, was es heißt, arm zu sein und sich einschränken zu müssen.

Ein Leben lang für die eigene Stiftung gespart

„Die Zeiten vor dem Krieg waren schlecht, mein Vater war arbeitslos, ich werde die Not nie vergessen“, erzählt Höing. Die Erlebnisse von damals haben ihn sein ganzes Leben bis heute geprägt. Seine Wohnung ist voll von Dingen, von denen er sich nicht trennen kann. Jeden Cent, den er ausgeben muss, dreht er mehrmals um. Im Laufe der vielen Jahre konnte Josef Höing so ein Vermögen zusammen sparen. Es war von Anfang an klar, für wen dieses Vermögen eingesetzt werden sollte: „Für die Ärmsten der Armen.“

Auf Anraten seiner Bank entschloss sich Josef Höing dann vor einigen Jahren, eine Stiftung zu gründen, die seinen Namen trägt. Die „Josef Höing Stiftung“ wird heute von der CaritasStiftung im Erzbistum Köln treuhänderisch verwaltet. „Ich will mit meiner Stiftung überall dort helfen, wo die Not groß ist“, sagt der Stifter. Er meint damit die Not hier in Deutschland genauso wie die Not in der „Dritten Welt“. Mit seiner Stiftung kann Josef Höing heute vielen Menschen helfen, auch über seinen Tod hinaus.

Auf die Frage, was für ihn die Motivation war, eine eigene Stiftung zu gründen, zeigt Josef Höing auf ein Wachsbild aus dem bayrischen Wald. Es ist ein Geschenk, das die „Mutter der Barmherzigkeit“ darstellt. Josef Höing hat genau dieses Bild in einer Kirche in Köln wiedergesehen.