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50 Jahre FSJ

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50 Jahre FSJ - Erzähle uns Deine Geschichte

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12.05.2014 | 17:34  
Julian Ohm schreibt

„Jetzt soll es endlich richtig losgehen!“ – Das waren meine Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, nachdem mein FSJ zunächst mit einem einwöchigen Seminar begann und nun mein erster Arbeitstag in meiner Einsatzstelle vor der Tür stand. Es ging dann auch gleich richtig los, denn an meinem ersten Tag gab es einen großen Büchermarkt, bei dem jede Hand gebraucht wurde.
Doch zunächst möchte ich kurz meine Einsatzstelle, das Gasthaus in Recklinghausen, vorstellen. Das Gasthaus ist ein Haus mit einer langen Geschichte. Ende des 14. Jahrhunderts ergriffen Bürger der Stadt die Initiative für die Errichtung eines Armen- und Pilgergasthauses. Es wurden kranke und gebrechliche Menschen aufgenommen und eben Pilger auf der Durchreise. Heute ist das Gasthaus eine Anlaufstelle für Obdachlose und Bedürftige, die Nöte und Ängste in jeder beliebigen Lebenslage durchleben müssen. Sie bekommen bei uns die Möglichkeit zu essen, sich hinzusetzen, mit Kleidung einzudecken und natürlich haben wir immer ein offenes Ohr für Ihre Probleme. Aber auch bei alltäglichen Hürden, wie zum Beispiel Behördenangelegenheiten, steht das Team (bestehend aus einer gemischten Kommunität von fünf Ordenschristen und einem Diözesanpriester sowie einem Sozialarbeiter, einer Köchin, zwei Reinigungsfachkräften und meiner Wenigkeit) den Menschen jederzeit zur Verfügung. Darüber hinaus engagieren sich über 200 Ehrenamtliche, die durch ihr aktives Mitmachen in den verschiedensten Bereichen das Wirken des Gasthauses mittragen.
Nachdem mich Bruder Thomas, einer der Ordenschristen des Gasthaus-Teams, dann sehr geduldig eingearbeitet hat, konnte ich erfreut feststellen, dass immer mehr Arbeiten für mich selbstverständlich wurden. Den Frühstückstisch decken, Essen austeilen, abräumen, spülen, Telefondienst machen, einkaufen, mit dem VW-Bulli Spenden abholen und noch einiges mehr gehören jetzt zu meinem Arbeitsalltag. In erster Linie aber sind es die Menschen, mit denen ich zu tun habe, die dafür sorgen, dass es immer interessant und nie langweilig wird. Mal sind es persönliche Gespräche, mal eine Bitte, die sie an mich herantragen oder einfach nur ein wenig rumfeixen. Auf jeden Fall habe ich sehr schnell einen anderen Blick dafür bekommen, wenn ich nun durch die Stadt laufe und beispielsweise einen Obdachlosen betteln sehe.
Nun habe ich bereits vor einigen Wochen Halbzeit gehabt und erschrocken festgestellt, dass die Zeit wahnsinnig schnell vergangen ist. Wahrscheinlich lag das daran, dass ich immer viel Spaß bei der Arbeit habe. Das gesamte Team sorgt aber auch dafür, dass ich immer interessante Dinge machen darf, aber auch immer um Hilfe bitten kann, wenn mir mal etwas schwer fällt. So zum Beispiel als ich am Telefon eine ältere Dame hatte, die mit sich selbst abgeschlossen hatte.
Nun hoffe ich, dass die letzten 5 Monate für mich genauso spannend werden wie die vorhergegangenen. Mit allen Höhen und Tiefen. Aber ich bin sicher, dass all dies dazu beiträgt, sich selber weiter zu entwickeln und zu orientieren. Ich kann ein FSJ nur jedem empfehlen.

13.05.2014 | 12:44
Robert Schedding antwortet  

Lieber Julian,
ich bin mir sicher, dass Du auch in den kommenden Monaten noch viele spannende Erfahrungen machen wirst. Das FSJ als Jahr der Orientierung und zur Persönlichkeitsentwicklung...
Beste Grüße
Robert

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10.05.2014 | 14:13  
Charlotte Eschenbach schreibt

Hallo!
Mein Name ist Charlotte, Ich bin 20 Jahre alt und absolviere seit September 2013 ein freiwilliges soziales Jahr auf der Intensivstation eines münsteraner Krankenhauses.
Leider muss Ich mein FSJ Ende Juli frühzeitig beenden, da Ich eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten geginnen werde, auf die Ich mich sehr freue.
Warum Ich überhaupt ein FSJ mache?
Für mich stand schon früh fest, dass Ich eine Ausbildung zur Physiotherapeutin machen möchte. Vorher wollte Ich jedoch noch ein Jahr nutzen und etwas "ganz anderes" als Schule machen. Ich bin rein zufällig auf die Internetseite des FSD gestoßen und das Profil des FSJs hat mich sofort angesprochen. Als Ich dann auch noch eine Einsatzstelle ganz in der Nähe entdeckt hatte, war die Berwerbunf schon abgeschickt.
Nach einem Bewerbungsgespräch und einem Probearbeitstag stand für mich fest, dass dies der Ort ist, an dem Ich mich sozial engagieren möchte.
Das ist jetzt schon einige Monate her und Ich bin froh, dass Ich den Platz auf der Intensivstation bekommen habe.
Ich habe täglich den Kontakt zu verschiedensten Patienten, Ich arbeite in einem großen Team und kann mir dazu noch viel medizinisches Fachwissen aneignen.
Und auf einmal war Ich mir doch nicht mehr so sicher, ob Physiotherapie wirklich das Richtige für mich ist. Das St. Franziskus Hospital ist auch ein bedeutsamer Ausbildungsort in Sachen Gesundheitsberufe, wie Ich nicht nur im Internet erfahren habe.
Nach Recherchen, Gesprächen mit Kollegen und auch der Möglichkeit in andere bereiche im Krankenhaus hinein zu "schnuppern", habe Ich mich dazu entschlossen mich für die Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten zu bewerben. Ich freue mich auch meine Ausbildung im St. Franziskus Hospital absolvieren zu können.
Mir macht jeder Tag meines FSJs Spaß, Ich freue mich über jede Erfahrund die Ich sammeln darf und merke auch an mir selbst wie sehr mcih das FSJ verändert hat- im positiven Sinne!
Außerdem hätte Ich ohne mein FSJ jetzt nicht so einen tollen Ausbildungsplatz, bei dem Ich mir zu 100% sicher bin, dass er der richtige ist...

13.05.2014 | 12:41
Robert Schedding antwortet  

Perfekt! In Münster scheint man im FSJ eine Menge interessanter Erfahrungen zu machen. Noch schöner, wenn sich daraus eine Zukunftsperspektive ergibt. Für Deine weitere (berufliche) Zukunft im Franziskus wünsche ich Dir alle Gute und viel Erfolg.

Beste Grüße
Robert

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30.04.2014 | 14:07  
Josef Lütkehermölle schreibt

Hallo mein Name ist Josef Lütkehermölle,
ich mache dieses Jahr mein Freiwilliges Soziales Jahr, bei einem Kinder- und Jugendverband, der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ). Mein FSJ habe ich im September 2013 begonnen. Seit dem ist sehr viel passiert und ich habe viel gelernt und gesehen. Aber zurück zum Anfang.
Das ich ein FSJ mache kam folgendermaßen. Nach der Schule war mir schon klar, das Ich gerne später im sozialen Bereich arbeiten würde. Doch welchen Studiengang studieren? Die Auswahl war doch größer als Gedacht. Daher hatte Ich die Idee, mir ein Jahr Zeit zu lassen und in dieser Zeit einfach mir den Beruf des Bildungsreferents aus der Nähe anschauen. Und so begann mein FSJ im Diözesanbüro der KSJ Diözesanverband Münster.
Als Freiwilliger im Diözesanbüro, habe ich sehr unterschiedliche Arbeitsbereiche. Ich werde von Freunden immer wieder gefragt:„ Was machst du da eigentlich?“ Das zu erklären, fällt mir manchmal echt schwer. Ich fange dann immer damit an, dass ich erkläre, das Ich zu 60-70% Sekretär bin und zu 30-40% im pädagogischen Bereich arbeite.
Im Sekretär Bereich sind meine Aufgaben relativ viele. Ich bin morgens der erste der in das Büro kommt und sortiere daher die Post und verteile sie. Danach mach ich das gleiche mit den E-Mails, die auf unsere Büro E-Mail Adresse gelangt sind. Ansonsten helfe ich meiner Chefin bei der Abrechnung von Veranstaltungen, schreibe Protokolle, gehe zur Post und kümmere mich um das pädagogische Material, das unsere Teams benutzen. Es gibt natürlich noch viel mehr Aufgaben hier im Büro, aber das sollte als Ausblick genügen. Mein Lieblingstag in einer normalen Bürowoche ist der Mittwoch. Dort gehen wir von der KSJ zusammen mit dem Büro der KjG auf den Wochenmarkt in Münster und Essen da zu Mittag. Diese kleine aber feine Tradition habe ich sehr lieb gewonnen, weil immer wieder andere Personen mit auf den Markt kommen, so kommt es immer zu netten Gesprächen und einem tollen Austausch.
In meinem pädagogischen Bereich, arbeite ich bei den diversen pädagogischen Teams der KSJ mit. Es gibt dort ein erlebnispädagogisches Team, ein Team das sich mit der Prävention von Cybermobbing beschäftigt, ein Team das sich mit Entspannungstagen für Klassen beschäftigt, aber auch Projektwochen zum Thema Glauben in der Jugendkirche Effata anbietet und es gibt das Team für Tage religiöser Orientierung. Da mich der pädagogische Bereich sehr interessiert, war mein Ziel von Anfang an bei allen Teams zumindest einmal hospitiert zu haben. Bis jetzt habe Ich viel beim Team für die Prävention von Cybermobbing und für Tage religiöser Orientierung pädagogische Erfahrung sammeln können. Es war ein super Erlebnis auch mal in andere pädagogische Arbeiten einzutauchen, denn bisher kannte ich nur die Arbeit der Gruppenleiterausbildung, die ich selber durchlaufen hatte. Ich habe viel Neues gelernt, Methoden mit entwickelt und ganz neue kennen gelernt. Was mich aber am meisten fasziniert hat, ist das was hinter dem Konzept steht, nämlich die Themenzentrierte Interaktion (TZI). Wir haben eine Fortbildung von der Arbeit zu diesem Thema aus besucht, in der mir klar wurde, wie man eine gute Kursatmosphäre schaffen kann und wie man eine Gruppe gut leitet. Das ist Wissen, welches mich mein Leben lang bereichern wird.
Auch in die Teams, in die ich bis jetzt noch nicht geschaut habe, werde ich noch hineinschauen. Darauf freue ich mich schon sehr darauf.
In meinem FSJ mach ich auch ein eigenes Projekt. Ich habe dafür Kontakt mit einem Schülercafé der KSJ aufgenommen. Dort werde ich zusammen mit der Sozialarbeiterin ein Projekt zum Thema Selbstbehauptung für Mädchen am nahe gelegenen Gymnasium durchführen. Mein Interesse für dieses Thema liegt meinem Hobby Karate zugrunde. Dort habe ich früher schon Kinder trainiert, und mir Gedanken gemacht, was realistische Selbstverteidigungstechniken für Kinder darstellen. Durch den Austausch mit der Sozialarbeiterin werde ich aber sicherlich im Bereich Selbstbehauptung noch sehr viel lernen.
Wenn ich vom jetzigen Zeitpunkt auf mein FSJ zurückblicke, muss ich sagen: Ich würde es immer wieder machen. Ich kann jedem der sich noch nicht sicher ist, was er machen will, nur empfehlen ein dieses Jahr zu machen. Selbst wenn man später nicht im sozialen Bereich arbeiten will, kann man sehr viel für das Leben lernen. Einige haben mir auch gesagt, ich würde ein Jahr verschwenden. Das ist meiner Meinung nach Blödsinn! Ich werde später noch lange genug arbeiten, außerdem zahle ich jetzt schon in meine Rentenkasse ein, das hat von den Menschen, die mir das gesagt haben noch keiner getan! Also ein super Fazit von meiner Seite, und nochmal der Appell an alle, gebt euch einen Ruck, wenn ihr noch unentschlossen seid, ihr werdet davon profitieren, ein Jahr etwas für andere getan zu haben.

Josef Lütkehermölle
29.04.14
Münster

13.05.2014 | 12:36
Robert Schedding antwortet  

Endlich mal eine Geschichte aus #Münster! Vielen Dank für den Einblick in Dein FSJ.
Beste Grüße
Robert

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06.04.2014 | 10:14  
Redaktion katholisch.de schreibt

"Nachmittags kamen ausschließlich Frauen in den Beschäftigungsraum, um monatelang im Voraus für den Weihnachtsbasar zu häkeln, zu nähen und zu basteln. Oder - wie im Fall einer resoluten Heimbewohnerin - ihre verblassenden Schuhe mit Wassermalfarbe und kräftigem Pinselschwung aufzufrischen." Unsere Redakteurin Janina Mogendorf berichtet über ihr FSJ 1996/97 in der ergotherapeutischen Abteilung eines Alten- und Pflegeheims: http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/gesellschaft/140406_50jahre_fsj_erfahrungsbericht.php

06.04.2014 | 13:43
Robert Schedding antwortet  

Ein toller Bericht! Es muss doch noch mehr solcher Geschichten geben... Ich bin gespannt auf Eure Storys.
Beste Grüße aus Münster

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05.04.2014 | 10:41  
Robert Schedding schreibt

Über die Freiwilligen Sozialen Diensten (FSD) Bistum Münster sind jedes Jahr 425 FSJ'ler im Einsatz. Da werden wir sicher die ein oder andere Story für Euch finden. Wir sind schon auf der Suche nach Autoren!
Beste Grüße aus Münster

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04.04.2014 | 15:14  
Bernd Meister schreibt

Es ist schon eine Weile her, dass ich den Freiwilligendienst gemacht habe, aber er hat definitiv meine Sicht auf alte Menschen verändert.

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