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Kommentar zur Kampagne

„Jeder Mensch braucht ein Zuhause“

Älterer Mann in Badewanne auf StraßeEines der Plakate zur Caritas-Kampagne 2018.Deutscher Caritasverband, Fotograf: Darius Ramazani

„My home is my castle!” In wenigen Redewendungen wird so deutlich, was ein eigenes Zuhause bedeuten kann. Eine Wohnung ist weit mehr als nur ein Dach über dem Kopf: Sie ist ein privater Rückzugsort, der Schutz und Sicherheit bietet – ein wichtiger Ort, um aufzuatmen und Beziehungen zu pflegen.

In der Kampagne „Jeder Mensch braucht ein Zuhause” setzt sich der Deutsche Caritasverband im Jahr 2018 auch dafür ein, dass ein solches Zuhause bezahlbar ist. Denn so grundlegend die Bedeutung eines eigenen Zuhauses ist, so sehr ist Wohnen vielerorts zum Luxus geworden. In immer mehr Regionen und Städten mangelt es an bezahlbarem Wohnraum.

Die Gründe sind vielfältig. So führt Zuwanderung, überwiegend aus anderen EU-Staaten, zu einem Bevölkerungswachstum, dem ein zu geringer Neubau von Wohnungen gegenübersteht. Gleichzeitig haben sich Immobilien aufgrund der nun schon Jahre dauernden Niedrigzinsphase zu attraktiven Kapitalanlagen entwickelt. Aber auch die Bedarfe wandeln sich: Die Zahl der Single- und Zweipersonenhaushalte ist in den letzten Jahren gewachsen. Dies alles hat Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt und erhöht den Druck auf Menschen, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Es trifft Menschen mit geringem Einkommen genauso wie Menschen aus der Mittelschicht, aber auch Alleinerziehende oder kinderreiche Familien.

Bezahlbarer Wohnraum ist existenziell für unser Zusammenleben

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Das Thema bezahlbarer Wohnraum ist im öffentlichen Bewusstsein angekommen und prägt politische Debatten. Mit der Kampagne setzen wir uns verstärkt in der Öffentlichkeit, aber auch in Kontakten mit politisch Verantwortlichen und Wohnungsgesellschaften für Lösungskonzepte ein. Denn die Wohnungsproblematik verlangt ein Umdenken aller. Dies gilt auch für Anwohner, die Neubauten aus Angst vor Wertverlust oder vermehrtem Verkehr zu verhindern versuchen.

Ein angespannter Wohnungsmarkt erschwert eine soziale Durchmischung und birgt dadurch auch gesellschafts- und sozialpolitisches Konfliktpotenzial. Insofern gehen Fragen des bezahlbaren Wohnens uns alle an, egal ob wir in Ballungszentren wohnen, die aus allen Nähten platzen, oder in Landkreisen, die von sinkenden Preisen und Wegzug betroffen sind. Denn eine gute Infrastruktur und bezahlbarer Wohnraum sind zentrale Voraussetzungen, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Die Frage bezahlbaren Wohnraums ist existenziell für unser Zusammenleben. Machen Sie also mit – mischen Sie sich ein! Denn jeder Mensch hat die ­Chance verdient, ein Zuhause finden zu können.