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Kommentar Kampagne 2017

Heimat muss man gestalten

Ältere Frau mit Muslima und Kind.Heimat gibt es nicht einfach, sie muss gestaltet werden.Deutscher Caritasverband/Harald Oppitz

Was ist für Sie Heimat? Was wie eine einfache Frage klingt, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Es ist ein schillernder Begriff. Er ist nicht nur Ausdruck einer Sehnsucht, sondern auch von Geborgenheit. Heimat ist nichts Feststehendes: Heimatliche Bezüge können sich im Laufe des Lebens verändern. Auffällig ist jedoch, dass Heimat meist von gemeinsamen Erlebnissen und Erfahrungen lebt.

Akzente gegen rechtspopulistische Instrumentalisierung

Dass Heimat völlig unterschiedlich verstanden werden kann, zeigt sich, wenn der Begriff von Rechtspopulisten instrumentalisiert wird, um vermeintlich Fremdes auszuschließen und einen engen Zaun zu ziehen. Von daher gibt es Heimat nicht einfach. Sie muss gestaltet werden. Mit der Kampagne „Zusammen sind wir Heimat“ wollen wir bewusst einen Akzent setzen: Heimat kann vielfältig, offen und verbindend sein.

Unsere Gesellschaft wird nicht nur älter und damit zahlenmäßig kleiner, sie wird auch vielfältiger. Sie zeichnet sich durch ein Neben- und Miteinander unterschiedlicher Weltanschauungen und Religionen aus. Dazu hat nicht zuletzt die Zuwanderung der letzten Jahrzehnte beigetragen. Auch die vielen Menschen, die im letzten Jahr Zuflucht in Deutschland gesucht haben, werden unsere Gesellschaft verändern. Sie haben ihre Heimat verloren und sind nun gezwungen, einen Neuanfang mit unsicherem Ausgang zu wagen.

Eine tolerante und offene Gesellschaft ist darauf angewiesen, dass Vielfalt nicht als Gefahr, sondern als Bereicherung gestaltet wird. Dass dies alles andere als selbstverständlich ist, liegt auf der Hand, und die Anfeindungen denen gegenüber, die sich dafür engagieren, sprechen für sich. Denn nicht nur diejenigen, die nach Deutschland geflohen sind, haben einen langen Weg vor sich, auch für die einheimische Bevölkerung sind die Herausforderungen groß, wenn es um die Integration dieser Menschen geht. Dass dies gelingen kann und positive Auswirkungen auf eine Gesellschaft hat, zeigen unzählige Beispiele eingewanderter Menschen auch in der deutschen Geschichte.

Vielfalt nicht mit Beliebigkeit verwechseln

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Unsere Kampagne möchte darauf aufmerksam machen, dass Vielfalt ein notwendiger Teil des Zusammenlebens in einer Gesellschaft ist. Das Motto zeigt aber auch, dass es erforderlich ist, sich gemeinsam dafür einzusetzen, dass eine Gesellschaft ein guter Ort für alle Menschen wird. Dabei darf Vielfalt nicht mit Beliebigkeit verwechselt werden. Denn gemeinsame demokratische Werte wie die Grundrechte der Meinungsfreiheit, der Reli­gionsfreiheit oder der Gleichberechtigung von Mann und Frau sind die Voraussetzungen für eine offene und plurale Gesellschaft und damit nicht verhandelbar.

Die Frage, wie wir als Gesellschaft zusammenleben wollen, wird uns gerade im Jahr der Bundestagswahl beschäftigen. Wenn unsere Gesellschaft ein Ort sein will, in dem unterschiedlichste Menschen ihre persönliche Heimat finden können, braucht es die Bereitschaft aller, Vielfalt auch als Chance zu verstehen. Denn Heimat wird gerade dann reicher, wenn sie Begegnungen ermöglicht und gestaltet.


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