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Integration

Familiennachzug – ein Gewinn für die Gesellschaft

Fluechtlingsfamilie in Deutschland - Mutter, Vater, TochterDie neue Studie der Robert Bosch Stiftung bestätigt es: Integration gelingt als Familie besser.             Foto: Harald Oppitz

Mit wortgewaltigen Metaphern beschreiben die Unionsparteien den Stellenwert von Familie für unser Zusammenleben. Für die CDU sind Ehe und Familie der „Fels unserer Gesellschaft”, für die CSU der „kostbarste Schatz”. Die Bedeutung von Ehe und Familie zu betonen ist zweifellos richtig. In kaum einer anderen Lebensform wird so viel Verantwortung füreinander übernommen. Ehe und Familie können in ihrer solidaritätsstiftenden Rolle daher kaum überschätzt werden. Dies gilt aber – und das wird leider allzu oft vergessen – selbstverständlich nicht nur für Deutsche, sondern auch für Ausländerinnen und Ausländer.

In einer gemeinsamen Studie der Robert Bosch Stiftung und des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration wurden Asylsuchende zu ihrer momentanen Lebenssituation befragt. Auch die familiäre Trennung, von der viele Asylsuchende betroffen sind, wurde thematisiert.

Trennung von Familienmitgliedern beeinträchtigt Integration

Die Studie „Wie gelingt Integration? Asylsuchende über ihre Lebenslagen und Teilhabeperspektiven in Deutschland” bestätigt unsere Erfahrungen, wenn es etwa heißt: „Es war in vielen Fällen zu erkennen, dass die räumliche Trennung von Familienmitgliedern und die Sorge um deren Verbleib und Wohlergehen das Ankommen in Deutschland und das Bemühen um Integration stark beeinträchtigen kann, denn unter solchen Umständen fällt es schwer, gedanklich in Deutschland anzukommen.” Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die aktuelle auf zwei Jahre befristete Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Geschützte beziehungsweise deren Verlängerung negativ auswirke.

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Falsch und schwer erträglich ist es deshalb, wenn den getrennten Familien mangelnde Kapazitäten in den Kommunen entgegengehalten werden. Fehlender bezahlbarer Wohnraum, fehlende Kita-Plätze und schlecht ausgestattete Schulen stellen auch für andere Familien vielerorts ein großes Problem dar, dessen Lösung man durch die Verhinderung des Familiennachzugs keinen Schritt näher kommt. Zumal dieser Zuzug bei weitem geringer ausfallen würde als ursprünglich prognostiziert. Unsere Erfahrung zeigt darüber hinaus, dass die bislang große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung nicht abnimmt, wenn die freiwillig Engagierten es mit tatsächlich existierenden Problemen zu tun haben, sondern wenn ihnen von politischer Seite bewusst die Unterstützung schwer gemacht wird.

Um glaubwürdig zu sein, muss Politik konsistent sein. Dies erfordert eine ehrliche Auseinandersetzung mit Positionen, die offensichtlich in eklatantem Widerspruch zueinander stehen. Gesellschaftspolitisch und integrationspolitisch wird es sich auszahlen, wenn der Familiennachzug für subsidiär Geschützte wieder ermöglicht wird. Familien dürfen nicht zum Spielball taktischer politischer Manöver gemacht werden.

06.04.2018 | 22:35  
Bernd Pfannschmidt schreibt

Für mich ist die Sache jetzt klar: nach 60 Jahren Zugehörigkeit zur katholischen Kirche, nach 12 Jahren Leben in islamischen Ländern, mit der Kenntnis der dortigen Kultur, habe ich verstanden: sogar die katholische Kirche läßt in Deutschland die durchgängige Islamisierung zu und unterstützt diese sogar - das bedeutet: sie wird zumindestens geduldet oder mit Gewalt stattfinden. Das werde ich nicht länger unterstützen. Ich werde nun den Geldzufluss zu dieser Selbstversklavung unterbinden und dazu aus der katholischen Kirche austreten - danke dass Sie mir die Augen geöffnet haben.

16.04.2018 | 23:43
Miriam antwortet  

Das kann ich verstehen Herr Pfannschmidt!
MfG,M.Möller

17.04.2018 | 09:43
Gertrud Rogg antwortet  

Wenn aus humanitären Gründen ein Familiennachzug sinnvoll ist, heißt das noch lange nicht, dass damit die Islamisierung unterstützt oder gar vorangetrieben wird. Familien integrieren sich leichter. Zunächst geht es einfach um Hilfe für Menschen in Not und Barmherzigkeit. Sollen Familien über mehrere Länder, Kontinenten hinweg zerrissen werden und bleiben? Denn eine Rückkehr nach Syrien ist derzeit nach wie vor nicht zu forcieren. Der Krieg ist nicht vorbei, die Städte sind zerstört, es gibt keine Arbeit. Natürlich müssen Menschen, die sich in der BRD aufhalten, sich an unsere Gesetze halten. Tun sie dies nicht, ist dies zu ahnden. Aber wir müssen ihnen auch die Möglichkeit einräumen, unsere Gesetze kennenzulernen. Vergessen Sie nicht, dass viele Flüchtlinge nicht aus demokratischen Systemen kommen. Wir müssen ihnen zeugen, dass Demokratie funktionieren kann.

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