Online-Beratung

Behinderung

Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die unseren Beraterinnen und Beratern immer wieder gestellt werden. Klicken Sie auf den Pfeil hinter der Frage um die Antwort zu lesen.

Alter

Welche Möglichkeiten zur Tages- und Freizeitgestaltung gibt es für Seniorinnen und Senioren mit Behinderung?

Menschen mit Behinderung werden heutzutage immer älter. Andererseits entstehen bestimmte Behinderungsarten erst mit zunehmendem Alter. Gleichzeitig sind Familienmitglieder, Kinder oder Freunde zunehmend in ihren beruflichen Alltag eingebunden, sodass oft nur wenig Zeit für die Betreuung von älteren Menschen mit Behinderung bleibt.

Auf Kontakte und auf Unterstützung brauchen Seniorinnen und Senioren mit Behinderungen trotzdem nicht zu verzichten. In Tagesstätten für Senioren und Rentner mit Behinderung und psychischer Erkrankung haben Sie die Möglichkeit, sich zu treffen und den Tag gemeinsam zu gestalten. Mit Unterstützung lassen sich eigene Hobbys in Seniorengruppen der Gemeinde oder in Freizeitclubs verwirklichen.

Adressen zu Angeboten für ältere Menschen vor Ort finden Sie in der Adressdatenbank der Aktion Mensch.

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Arbeiten

Gibt es Angebote zur Arbeit und Beschäftigung im Alter?

Menschen mit Behinderung können bis zum Erreichen des Rentenalters (zur Zeit bis 67 Jahre) arbeiten und zwar unabhängig davon, wo Sie arbeiten. Für älter werdende Menschen, die nicht mehr voll arbeiten können, besteht die Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung. Nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben gibt es für Senioren immer mehr Freizeitangebote.

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Was bedeutet "Arbeitsassistenz" ?

Arbeitsassistenz ist die regelmäßig wiederkehrende Unterstützung von schwerbehinderten Menschen bei ihrer Arbeit, die über nur gelegentliche Handreichungen hinaus geht. Um eine Arbeitsassistenz zu erhalten, ist Voraussetzung, dass der schwerbehinderte Mensch in der Lage ist, den inhaltlich wesentlichen Teil der Tätigkeit selbständig zu erledigen.

Arbeitsassistenzkräfte unterstützen schwerbehinderte Menschen bei ihrer Arbeit. Dazu können Vorlesekräfte für Blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen zählen, ebenso wie Gebärden- bzw. Schriftsprachdolmetscher bei hörgeschädigten Menschen, wenn ein regelmäßiger und umfangreicher Bedarf besteht.

Voraussetzung für eine Arbeitsassistenz ist, dass der schwerbehinderte Mensch in einem tariflich oder ortsüblich entlohnten Beschäftigungsverhältnis beschäftigt ist. Schwerbehinderte Menschen haben einen Anspruch auf Übernahme der Kosten einer notwendigen Arbeitsassistenz, soweit dem örtlich zuständigen Integrationsamt dafür Mittel der Ausgleichsabgabe zur Verfügung stehen. Örtlich zuständig ist das Integrationsamt, in dessen Bereich der Arbeitsplatz des schwerbehinderten Menschen liegt.

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Was sind Integrationsunternehmen?

Integrationsunternehmen beschäftigen 25 bis 50% Mitarbeiter mit einer erheblichen Schwerbehinderung. Sie werden vom Gesetzgeber als besondere Betriebe des allgemeinen Arbeitsmarkts definiert. Mit der Schaffung von Integrationsprojekten ist ein zusätzliches Beschäftigungsangebot für Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung benachteiligt sind, entstanden. Integrationsunternehmen bieten behinderten und nichtbehinderten Menschen eine sinnvolle und sozialversicherungspflichtige Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. Sie sind ein wichtiger Beitrag zur sozialen Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Sie bieten dauerhafte Arbeitsplätze zu tariflichen oder ortsüblichen Konditionen und erwirtschaften die zur Kostendeckung notwendigen Umsätze durch Teilnahme am allgemeinen Wirtschaftsleben.
Im § 132 des SGB IX sind folgende Typen von Integrationsprojekten definiert:

  • Integrationsunternehmen als selbständige Rechtspersonen (z.B. GmbH oder Kapitalgesellschaften)
  • Integrationsbetriebe und -abteilungen als rechtlich unselbständige Teile von privatwirtschaftlichen Unternehmen oder öffentlichen Dienststellen

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Welche Möglichkeiten bietet eine Werkstatt für behinderte Menschen?

Menschen mit Behinderung, die aufgrund ihrer Behinderung nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können, haben das Recht, in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) zu arbeiten. Zuständig ist hier im Eingangsverfahren die Agentur für Arbeit.

Im Berufsbildungsbereich einer Werkstatt werden grundlegende berufliche Qualifizierungen angeboten. Bei entsprechender Fähigkeit und Neigung ist hier ein Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt möglich.
Im Arbeitsbereich der Werkstatt wird ein dauerhafter Arbeitsplatz angeboten. Die Werkstatt zahlt ein Entgelt für die erbrachte Leistung.

Die Werkstatt für behinderte Menschen bietet auch sogenannte „Außenarbeitsplätze“ in Betrieben des ersten Arbeitsmarktes an. Menschen mit Behinderung arbeiten in den Betrieben, werden aber weiter durch Mitarbeiter einer Werkstatt begleitet und können auch wieder dorthin zurückkehren.

Menschen mit Behinderung in Werkstätten haben formell einen arbeitnehmerähnlichen Status und unterliegen der Sozialversicherungspflicht für Menschen mit Behinderung. Sie können nicht gekündigt werden.

Weiter Informationen: Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen

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Welche Möglichkeiten der beruflichen Ausbildung gibt es?

Jeder Schüler hat das Recht auf eine Berufsberatung durch die Agentur für Arbeit. Dort wird geklärt, welche beruflichen Möglichkeiten es gibt. Die Agentur für Arbeit setzt für die Beratung von Schülern mit Beeinträchtigungen besonders geschulte Berufsberater, sogenannte Reha-Berater, ein.
Bei Vorliegen der Ausbildungsfähigkeit kann jeder Mensch eine Ausbildung machen. Sollte die Ausbildungsfähigkeit nicht vollständig vorhanden sein, können Menschen mit Behinderung eine sogenannte Teilausbildung machen. Auch für diese Art von Ausbildung ist die Agentur für Arbeit zuständig.
Eine weitere Möglichkeit der Qualifizierung für eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ist die „Unterstützte Beschäftigung“. Bei dieser Maßnahme wird direkt ein Arbeitsplatz in einem Betrieb angestrebt.
Nähere Informationen erhält man von der Agentur für Arbeit http://www.arbeitsagentur.de/ unter der Rubrik „Für Bürgerinnen und Bürger“ und „Menschen mit Behinderungen“.

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Welche Möglichkeiten haben erwachsene Menschen mit Behinderung, um sich weiterzubilden?

Neben den Möglichkeiten zur beruflichen Bildung und Qualifizierung gibt es für Menschen mit Behinderung Angebote der Erwachsenenbildung. Einrichtungen und Dienste bieten spezielle Programme zur Erwachsenenbildung an. In Werkstätten für Menschen mit Behinderung gibt es sogenannte arbeitsbegleitende Maßnahmen. Auch Volkshochschulen bieten ein breites Bildungsangebot für Menschen mit und ohne Behinderung an. Manchmal ist ein spezielles Fortbildungsprogramm erforderlich, um die Inhalte in leichter Sprache zu vermitteln. Hier bieten die Volkshochschulen vor Ort Beratung und Unterstützung an.

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Wie werden Menschen mit schweren Behinderungen betreut, die nicht arbeiten können?

In Tagesförderstätten werden Menschen mit Schwerstbehinderung und Mehrfachbehinderung  begleitet, die nicht in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeiten können. Tagesförderstätten sind meist einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung angegliedert. Hier erhalten sie die notwendige Pflege, Begleitung und Anleitung. Gefördert werden soziale, kommunikative und lebenspraktische Fähigkeiten, um gesellschaftliche Teilhabe zu unterstützen.

Die in den Tagesförderstätten begleiteten Personen haben formell keinen arbeitnehmerähnlichen Status. Sie sind nicht Beschäftigte der Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Sie erhalten kein Arbeitsentgelt und unterliegen daher auch nicht der Sozialversicherungspflicht für Menschen mit Behinderung.

Die Kosten hierfür übernehmen die örtlichen oder überörtlichen Sozialhilfeträger.

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Familienunterstützung und Partnerschaft

Gibt es Unterstützungsmöglichkeiten für Mütter, die eine Behinderung oder psychische Erkrankung haben?

Mütter, die selber Schwierigkeiten haben, benötigen vor allem in den ersten Lebensjahren ihres Kindes Unterstützung, damit sie ihr Kind angemessen versorgen zu können. Sie brauchen außerdem Hilfe bei der Bewältigung ihres Alltags. Je nach Art der Hilfe übernehmen Jugendämter, Sozialämter, Pflegekassen, oder Krankenkassen die Kosten. Nähere Informationen finden Sie beim Familienratgeber oder Sie wenden sich an unsere Mail-Beratung.

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Können Menschen mit geistiger Behinderung heiraten?

Ja, Menschen mit geistiger Behinderung können heiraten wie alle anderen auch. Dies können Sie selber  entscheiden. Auch der gesetzliche Betreuer darf das nicht für sie entscheiden. Informationen über eine Eheschließung bekommen Sie beim Standesamt Ihres Wohnortes.

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Wer sorgt für unser Familienmitglied mit Behinderung oder psychischer Erkrankung, wenn wir nicht mehr dazu in der Lage sind?

Wenn Ihr Kind sich nicht oder nur teilweise selber versorgen kann, gibt es viele verschiedene Wohnformen für Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung. Setzen Sie sich mit einer Beratungsstelle in Ihrer Nähe in Verbindung. Dort erhalten Sie eine umfassende Beratung über die passenden Möglichkeiten.

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Wo finden Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung Unterstützung, wenn sich die Angehörigen kurzzeitig nicht kümmern können?

Es gibt so genannte Familien-unterstützende oder Familien-entlastende Dienste (FUD oder FED), die stundenweise Pflege- und Assistenzleistungen übernehmen, entweder bei Ihnen zu Hause oder in den Räumen des Dienstes. Die Mitarbeiter dieser Dienste begleiten Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung auch bei Aktivitäten in der Freizeit.

Die Art der Unterstützung und die Anzahl der Stunden richten sich nach Ihren Bedürfnissen. Die Mitarbeiter des Dienstes sprechen dies mit Ihnen ab. Bitte informieren Sie sich bei Beratungsstellen oder Diensten in Ihrer Nähe. Diese beraten Sie auch bei der Frage der Finanzierung. Weitere Informationen und  Adressen finden Sie hier 

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Finanzielle Leistungen und Lebensunterhalt

Kann ich Steuererleichterungen beim Finanzamt geltend machen?

Menschen mit einer Behinderung haben in ihrem Lebensalltag teils erhebliche Mehraufwendungen zu tragen. Um diese Nachteile auszugleichen, werden ihnen entsprechende Ausgaben im Steuerrecht als „außergewöhnliche Belastungen“ anerkannt. Vor allem im Einkommenssteuergesetz und Kraftfahrzeugsteuergesetz machen sich diese Nachteilsausgleiche bemerkbar.
Innerhalb des Einkommenssteuergesetzes können entsprechende Pauschalbeträge auf der Lohnsteuerkarte eingetragen werden und sind für ein ganzes Kalenderjahr gültig. Ihre Höhe richtet sich nach dem festgestellten Grad der Behinderung (GdB) und ggf. eingetragenen Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis. Eltern, die für ihr behindertes Kind Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag erhalten, können den Pauschbetrag auf sich übertragen, wenn das Kind diesen nicht selbst in Anspruch nimmt.
Innerhalb des Kraftfahrzeugsteuergesetzes können behinderte Menschen von der Kraftfahrzeugsteuer befreit werden oder diese ermäßigen lassen. Für die Befreiung oder Ermäßigung der Kraftfahrzeugsteuer muss das für den Wohnort zuständige Zollamt kontaktiert werden.

Weitere Informationen finden Sie u.a. unter: http://www.familienratgeber.de/schwerbehinderung/ueberblick_nachteilsausgleiche/steuerfreibetraege.php

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Was ist das Persönliche Budget?

Für alle Leistungen zur Teilhabe gibt es für Menschen mit einer Behinderung die Möglichkeit, anstelle von Sach- und Dienstleistungen ein Persönliches Budget bewilligt zu bekommen. Unterschied zu den Sach- und Dienstleistungen, die je nach Bedarf bei unterschiedlichen Kostenträgern einzeln zu beantragen sind, ist, dass das Persönliche Budget trägerübergreifend bewilligt werden kann. Der behinderte Mensch erhält einen Geldbetrag und kann selbst die Sach- oder Dienstleistung einkaufen.
Leistungen zur Teilhabe umfassen Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.
Folgende Leistungsträger können bei einem Persönlichen Budget beteiligt sein:

  • Krankenkasse
  • Pflegekasse
  • Rentenversicherungsträger
  • Unfallversicherungsträger
  • Träger der Altersversicherung der Landwirte
  • Träger der Kriegsopferversorgung/-fürsorge
  • Jugendhilfeträger
  • Sozialhilfeträger
  • Integrationsamt
  • Bundesagentur für Arbeit

Ein Antrag auf Persönliches Budget kann bei einem dieser Leistungsträger oder bei den gemeinsamen Servicestellen gestellt werden. Es kann ein sogenanntes „einfaches“ Persönliches Budget bei nur einem einzigen Leistungsträger beantragt werden. Hier wird dann konkret eine Leistung bei diesem Leistungsträger beantragt.
Das trägerübergreifende Persönliche Budget betrifft beantragte Leistungen von zwei oder mehr Leistungsträgern.
In einem sogenannten Bedarfsfeststellungsverfahren wird der Hilfebedarf des behinderten Menschen ermittelt. Hierzu findet bei Neuantrag eine Hilfeplan- oder Budgetkonferenz statt. Alle beteiligten Leistungsträger und der Budgetnehmer nehmen an diesem Gespräch teil. Hier wird geprüft, welche Hilfen der behinderte Mensch benötigt und welche Leistungen in das Persönliche Budget einfließen.

Weitere Informationen finden Sie u.a. unter: http://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/a722-persoenliches-budget-broschuere.html

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Was versteht man unter Eingliederungshilfe?

Die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen ist eine Leistung der Sozialhilfe nach dem Sozialgesetzbuch zwölf (SGB XII). Menschen mit einer nicht nur vorübergehenden geistigen, körperlichen oder psychischen Behinderung haben Anspruch auf Eingliederungshilfe, wenn ihre Fähigkeit zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben durch die Behinderung wesentlich eingeschränkt ist. Die Leistungen der Eingliederungshilfe werden erbracht, um die Behinderung oder deren Folgen zu beseitigen oder zu mildern und behinderten Menschen so die Chance zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu eröffnen. Als Beispiele zählen hierzu:

  • Leistungen der Frühförderung
  • Leistungen zur angemessenen Schul- oder Berufsausbildung
  • behinderungsbedingt notwendige Leistungen zur Hochschulausbildung
  • medizinische Rehabilitationsmaßnahmen
  • Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)
  • Leistungen zu einem möglichst selbständigen Wohnen
    Bei der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen gilt auch der Grundsatz der Nachrangigkeit

Dies bedeutet, dass die Eingliederungshilfe nur eingesetzt werden kann, wenn die betroffene Person sich nicht selbst helfen kann oder die notwendige Unterstützung nicht vorrangig durch Dritte (z.B. Angehörige oder andere Sozialversicherungsträger) übernommen werden kann. Anträge auf Eingliederungshilfe sind in der Regel beim örtlichen Träger der Sozialhilfe (Sozialamt) zu stellen. Hier können Sie auch nähere Informationen zur Eingliederungshilfe in Ihrer Region erhalten.

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Was versteht man unter Grundsicherung?

Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung können Menschen erhalten, die die Altersgrenze erreicht oder das 18. Lebensjahr vollendet haben und dauerhaft voll erwerbsgemindert sind. Dies gilt auch für Menschen mit einer Behinderung die in ihrer eigenen Wohnung, in einem Heim oder bei Angehörigen leben. Voraussetzung für die Grundsicherung ist auch, dass aus Altersgründen oder aufgrund einer vollen Erwerbsminderung das eigene Einkommen und Vermögen nicht mehr ausreicht, sich selbst zu versorgen. Die Höhe des Grundsicherungsbedarfs ist vom Einkommen und Vermögen des Antragsstellers, sowie seines nicht getrennt lebenden Ehegatten, Lebenspartners oder Partners einer eheähnlichen Gemeinschaft abhängig. Zu den Einkünften zählen u.a. Arbeitseinkommen, Renten, Kindergeld und Leistungen aus dem Unterhaltvorschussgesetz. Als Vermögen gelten u.a. Bargeld, Wertpapiere, PKW, Sparguthaben und Haus- und Grundvermögen.Neben einem Grundbetrag umfasst die Grundsicherung in der Regel die angemessenen Kosten für eine Wohnung (Miete und Nebenkosten sowie Heizkosten) und bestimmte Mehrbedarfszuschläge wie z.B. aufgrund einer Gehbehinderung. Den Antrag auf Grundsicherung können Sie beim zuständigen Sozialamt – Bereich Grundsicherung stellen. Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung wird nicht bewilligt oder eingestellt, wenn die Hilfebedürftigkeit durch eine vorrangige Sozialleistung (z.B. Wohngeld) behoben werden kann.

Weitere Informationen finden Sie u.a. unter: http://www.bmas.de/DE/Themen/Soziale-Sicherung/Sozialhilfe/Grundsicherung-im-Alter/grundsicherung-im-alter-und-bei-erwerbsminderung.html

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Wie lange habe ich Anspruch auf Kindergeld für mein behindertes Kind?

Einen Anspruch auf Kindergeld haben auch erwachsene Kinder, die aufgrund einer Behinderung nicht in der Lage sind, durch eigenes Einkommen ihren Lebensunterhalt abzudecken. Voraussetzung ist, dass die Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist. In diesem Fall wird das Kindergeld ohne altersgemäße Begrenzung gezahlt.

Weitere Informationen finden Sie u.a. unter: http://www.bvkm.de/fileadmin/web_data/pdf/Rechtsratgeber/Merkblatt_Kindergeld.pdf

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Freizeit

Was ist bei Flugreisen zu beachten?

Mit dem Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG) wurden Vorschriften in das Luftverkehrsgesetz eingefügt, die Flughäfen und Luftverkehrsunternehmen zur Barrierefreiheit verpflichten.

Mit dieser Verordnung soll für behinderte und in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen in Zukunft ein diskriminierungsfreier Zugang zum Luftverkehr sichergestellt werden. Die Verordnung verbietet es den Luftfahrtunternehmen, behinderten oder mobilitätseingeschränkten Menschen den Zugang zu einer Flugreise, abgesehen von begründeten Ausnahmefällen, zu verweigern. Zudem werden die Fluggesellschaften und Flughäfen verpflichtet, eine qualitativ anspruchsvolle lückenlose Assistenz sicherzustellen, und zwar

  • vom Ankunftsort vor dem Flughafen bis zum Sitzplatz im Flugzeug
  • während des Fluges
  • vom Sitzplatz im Flugzeug bis zum Verlassen des Terminals bzw.
  • bei Transitpassagieren bis zum Sitzplatz im Flugzeug des Anschlussfluges.

Seit Juli 2008 sind die Fluggesellschaften verpflichtet, Hilfsmittel wie Rollstühle oder Blindenhunde gratis mitzunehmen. Die sich daraus ergebenden Kosten dürfen nicht auf die behinderten Fluggäste umgelegt werden. Sie sollen vielmehr aus einem Fonds beglichen werden, in den die Fluggesellschaften im Verhältnis zur Anzahl der von ihnen beförderten Passagiere einzahlen.

Video zu den Fluggastrechten für Menschen mit Behinderung oder eingeschränkter Mobilität nach der Verordnung (EG) Nr. 1107/2006

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Was ist bei Zugreisen zu beachten?

Die Deutsche Bahn AG hat in enger Zusammenarbeit mit den Verbänden der Behindertenselbsthilfe ein Programm zur Herstellung von Barrierefreiheit aufgestellt.

Nähere Informationen zum Programm der Deutsche Bahn AG sowie den vollständigen Text des Programms finden Sie im Internet.

Mit der Einrichtung einer "Kontaktstelle für kundenbezogene Behindertenangelegenheiten" im Jahr 2002 hat die Deutsche Bahn AG alle Aktivitäten des Konzerns für Fahrgäste mit Handicap erstmals zentral koordiniert. Unter Handicap - Menschen mit Behinderungen informiert das Unternehmen Kunden mit Mobilitätseinschränkungen über Serviceangebote sowie über Buchungs- und Reservierungsmöglichkeiten über die Mobilitätsservicezentrale.

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Welche Freizeitangebote gibt es für Menschen mit Behinderung?

Freizeitgestaltung hat für alle Menschen – mit und ohne Behinderung - einen hohen Stellenwert. Immer mehr setzt sich die Idee durch, es Menschen mit und ohne Behinderung zu ermöglichen, gemeinsame Freizeitangebote zu nutzen.

So kann zunächst bei allen Anbietern von Freizeitangeboten nachgefragt werden, ob diese auch für Menschen mit Behinderung zugänglich sind. Häufig scheitert die Teilnahme jedoch an der fehlenden Barrierefreiheit, wenn beispielsweise kein Aufzug für Rollstuhlfahrer vorhanden ist. Oft benötigen Menschen mit Behinderung eine besondere Unterstützung während der Teilnahme an einer Veranstaltung. Die ist aber nicht immer von den Organisatoren zu ermöglichen.

Vor diesem Hintergrund muss dann doch auf spezielle Angebote für Menschen mit Behinderung zurückgegriffen werden. Informationen zu Freizeitangeboten gibt es oftmals im Veranstaltungskalender Ihres Wohnortes. Ebenso können Sie bei Vereinen und Organisationen in Ihrer Region nach passenden Freizeitangeboten fragen.

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Welche Reiseangebote für Menschen mit Behinderung gibt es?

Es gibt immer mehr Reiseveranstalter, die Reisen für Menschen mit Behinderung anbieten. Das ist hilfreich, wenn der Reisende persönliche Unterstützungen während der Reise benötigt. Die Veranstalter sichern dann fachliche Begleitung während der Reise und am Ferienort zu.

Darüber hinaus gibt es viele Angebote, die ein barrierefreies Ferienerlebnis sicherstellen. Unter dem Stichwort „Reisen für Menschen mit Behinderung“ können im Internet Informationen abgerufen werden.

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Welche Sportmöglichkeiten gibt es für Menschen mit Behinderung?

Sport verbindet und ist eine gute Möglichkeit für mehr Akzeptanz von Menschen mit Behinderung. Menschen mit Behinderung können nahezu alle Sportarten ausüben, die sie möchten. Nachgefragt werden kann bei den Vereinen am Wohnort, den Volkshochschulen oder anderen Sportanbietern.

In manchen Situationen möchten Menschen mit Behinderung aber gerne nur mit Betroffenen eine Sportart ausüben, zum Beispiel spezielle Angebote für den Behindertensport.

Informationen dazu finden Sie auf der Internet-Seite des Deutschen Behindertensportverbandes e.V. unter http://www.dbs-npc.de

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Gewalt und Missbrauch

Welche Beratungsmöglichkeiten gibt es für ehemalige Heimkinder in katholischen Einrichtungen?

In einer Hotline der katholischen Kirche für ehemalige Heimkinder haben Sie die Möglichkeit, sich zu persönlichen Fragen und Problemen in Bezug auf die eigenen Erfahrungen und Erlebnisse in Heimen in Trägerschaft der katholischen Kirche in den 50er und 60er Jahren zu informieren und Beratung in Anspruch zu nehmen - entweder per Telefon, im Internet oder  - nach telefonischer Vereinbarung - im persönlichen Gespräch in einer Beratungsstelle.

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Welche Beratungsmöglichkeiten gibt es für Opfer sexuellen Missbrauchs im Umfeld der katholischen Kirche?

Für Menschen, die in Einrichtungen oder im Umfeld der katholischen Kirche Opfer von sexuellem Missbrauch geworden sind, bietet die Deutsche Bischofskonferenz sowohl eine telefonische Beratung als auch Online-Beratung an. Die Beratung wird von geschulten Beraterinnen und Therapeuten durchgeführt.

Hier geht es zur Beratungs-Hotline der Deutschen Bischofskonferenz.

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Hilfsmittel und Assistenz

Was bedeutet Assistenz und welche Formen von Assistenz gibt es?

Menschen mit Behinderung haben ein Recht auf Assistenz, wenn sie ohne fremde Hilfe nicht am Leben in der Gesellschaft, am Berufsleben und am Leben in der Familie teilnehmen können. Es kann sein, dass das Vorliegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung Assistenz in verschiedenen Lebensbereichen notwendig macht.

Für folgende Lebensbereiche kann man Assistenz bekommen:

  • für die Schule
  • zur Arbeitsplatzsuche/in der Bewerbungsphase
  • am Arbeitsplatz
  • für die Kinderbetreuung
  • zur Unterstützung im Haushalt
  • zur Pflege
  • zur Freizeitgestaltung/gesellschaftlichen Teilhabe

Bei der persönlichen Assistenz suchen und organisieren Menschen mit Behinderung ihre Assistenz selbst. Sie führen Bewerbungsgespräche und stellen dann die am besten geeigneten Personen ein. Sie sind für die Einarbeitung ihrer Assistenz verantwortlich. Sie klären, wann die Assistenz für sie arbeiten soll. Sie klären auch die Bezahlung der Assistenz. Die Menschen mit Behinderung sind somit Arbeitgeber für ihre Assistenzperson (Arbeitgebermodell).

Sie haben aber auch die Möglichkeit, einen Dienstleister, z.B. einen Pflegedienst, mit der Unterstützung zu beauftragen (Dienstleistungsmodell).

Um eine geeignete Assistenzperson zu finden, klicken Sie auf den Link http://www.assistenzboerse.de/behindertenassis.htm oder fragen Sie eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe.

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Welche Hilfsmittel gibt es?

Die Krankenkassen bezahlen in der Regel folgende Hilfsmittel:
Seh-/Hörhilfen, Rollstühle, Prothesen, Orthopädische Schuhe, Kompressionsstrümpfe, Orientierungs-, Mobilitäts-, oder Lesehilfen, Blutdruck- oder Blutzuckermessgeräte, Überwachungsgeräte für Epileptiker. In Einzelfällen werden darüber hinaus noch weitere spezielle Hilfsmittel finanziert, die auf den jeweiligen persönlichen Bedarf des Betroffenen abgestimmt sind.
Unter der Überschrift „Hilfsmittel“ finden Sie auf www.rehadat.de Informationen über verschiedene Hilfsmittel und darüber, wo man diese kaufen kann.
Für gehörlose Menschen gib es einen speziellen Tele-Dolmetscherdienst. Dieser Dienst wird durch die Telesign Deutschland GmbH angeboten. Die Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Gehörlosen und Schwerhörigen e.V. ist dort Mitgesellschafterin. Der Dolmetscherdienst wird durch die Integrationsämter finanziert, ein Bildtelefon muss jedoch selbst bereitgestellt und finanziert werden.
Näheres dazu finden Sie unter Deutsche Gesellschaft der Hörgeschädigten http://www.deutsche-gesellschaft.de/.

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Wie bekomme ich persönliche Assistenz und wer bezahlt diese?

Für die Finanzierung der persönlichen Assistenz gibt es in Deutschland unterschiedliche Kostenträger (=Geldgeber). Welcher Kostenträger zuständig ist, hängt von der Ursache der Behinderung und von der Art der benötigten Hilfe ab.

Folgende Kostenträger können zuständig sein:

  • Pflegeversicherung  
  • Krankenkasse
  • Versorgungsamt (für Wehr- und Zivildienstopfer sowie für Impfgeschädigte)
  • Unfallversicherung oder Sozialhilfe (Hilfe zur Pflege/Eingliederungshilfe)

Es gibt Servicestellen, die Menschen mit Behinderung dabei helfen, den richtigen Kostenträger zu finden oder einen Antrag zu stellen. Die Adressen von Servicestellen in Ihrer Nähe finden Sie über http://www.reha-servicestellen.de.
Nach geeigneten Assistenzpersonen können Sie unter http://www.assistenzboerse.de/behindertenassis.htm suchen oder fragen Sie in einer Beratungsstelle in Ihrer Nähe.

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Wie kann ich Hilfsmittel beantragen?

Bei privatem Gebrauch von Hilfsmitteln ist meist die Krankenkasse für die Finanzierung zuständig. Die Agentur für Arbeit oder auch die Rentenversicherung sind in der Regel Kostenträger bei Hilfsmitteln, die beruflich gebraucht werden.

Um das Hilfsmittel zu bekommen, muss ein Arzt ein Rezept dafür ausstellen. Manchmal muss man auch einen Kostenvoranschlag für das Hilfsmittel beim Kostenträger abgeben. Den Kostenvoranschlag bekommt man dort, wo man das Hilfsmittel auch kaufen kann. Der Kostenträger entscheidet dann, ob er das Hilfsmittel bezahlt oder nicht.

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Kinder und Jugendliche

Früher gab's kein ADHS! – Oder doch?

Kinder und Jugendliche mit Aufmerksamkeitsproblemen, allgemeiner motorischer Unruhe und mangelnder Impulskontrolle wurden schon vor über 100 Jahren in der Fachliteratur beschrieben. Wie diese Verhaltensauffälligkeiten zusammenwirken, hat man aber erst in jüngster Zeit durch systematische Untersuchungen festgestellt. Daher ist die Bezeichnung ADHS noch relativ jung.

Untersuchungen zeigen zudem, dass ADHS in den letzten Jahren nicht zugenommen hat. Aber die Wahrnehmung des Phänomens in Medien und Gesellschaft ist stark gestiegen und hat daher zu dem Eindruck geführt, dass ADHS häufiger geworden sei. Ursachen für psychosoziale Beeinträchtigungen bei Kindern können auch in hohen Leistungsanforderungen (zum Beispiel in der Schule) und fehlenden familiären Strukturen liegen.

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Früherkennung: Ist mein Kind normal entwickelt?

Wenn Sie als Eltern Zweifel haben, ob sich Ihr Kind normal entwickelt, sollten Sie diese ernst nehmen. Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt und schildern Sie ihm Ihre Beobachtungen. Möglicherweise wird Ihr Arzt Sie an Einrichtungen der Frühförderung, an Sozialpädiatrische Zentren oder andere überweisen, um dort eine genauere Diagnostik vornehmen zu lassen.

Eltern erhalten nach der Geburt ihres Kindes ein Untersuchungsheft mit den Terminen für zehn Früherkennungsuntersuchungen. Diese Untersuchungen führt meist der Kinderarzt durch. Sie erstrecken sich bis zum sechsten Lebensjahr. Der Arzt kann so kontrollieren, wie die Entwicklung Ihres Kindes verläuft. Wichtig ist es, auch die späteren Untersuchungen wahrzunehmen. Die Kosten tragen die Krankenkasse oder das Sozialamt.

Nähere Informationen dazu gibt das Faltblatt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung "10 Chancen für Ihr Kind", das in Deutsch, Türkisch und Russisch vorliegt. Download unter Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Abzuraten ist von einer „Selbstdiagnose“ mit Hilfe von Listen, was ein Kind in einem bestimmten Alter können soll. In der Regel sind nicht die Bandbreiten angegeben, innerhalb derer die Entwicklung eines Kindes normal verläuft. Darüber sollten Sie mit den Fachleuten sprechen (z.B. in einer Frühfördereinrichtung in Ihrer Nähe).

Je früher Beeinträchtigungen festgestellt werden, desto eher und besser können heilpädagogische, medizinische und therapeutische Maßnahmen ansetzen.

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Frühförderung: Welche frühen Hilfen gibt es, wenn sich mein Kind nicht altersgemäß entwickelt?

Frühförderung wendet sich an Eltern mit Kindern vom Säuglings- bis zum Schulalter. Insbesondere will die Frühförderung helfen, wenn kleine Kinder bei ihrer körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung Unterstützung benötigen.

Je früher in der kindlichen Entwicklung eine Auffälligkeit oder Beeinträchtigung erkannt wird, desto besser kann vorgebeugt und geholfen werden. Gerade die frühkindlichen Entwicklungsphasen sind durch eine hohe Beeinflussbarkeit gekennzeichnet. Hier geht es darum, eine drohende Behinderung abzuwenden oder die Folgen einer Beeinträchtigung so gering wie möglich zu halten.

Diese Kinder benötigen in den ersten Lebensjahren bis zum Schuleintritt eine Kombination aus vielfältigen medizinischen, psychologischen, pädagogischen und sozialen Hilfen in einem ganzheitlichen Hilfekonzept. Diese Leistung unter Einbeziehung der Familie und des sozialen Umfeldes des Kindes bezeichnet man als „Komplexleistung Frühförderung“. Sie wird durch Interdisziplinäre Frühförderstellen, Sozialpädiatrische Zentren und weitere Frühförderstellen erbracht. Auf diese Leistung besteht ein Rechtsanspruch. Für medizinisch-therapeutische Maßnahmen ist eine ärztliche Verordnung notwendig.

Eine wichtige Aufgabe der Frühförderstellen ist die Beratung der Eltern. So kann es gelingen, Ängste abzubauen und Hilflosigkeit zu überwinden. Eltern lernen, wie sie ihr Kind fördern und werden in ihren Fähigkeiten zur Selbsthilfe gestärkt. Frühförderstellen helfen Eltern, sich in der Vielfalt der Therapieangebote (die wichtigsten sind Physiotherapie/Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie) zurechtzufinden.

Die Komplexleistung Frühförderung wird bislang noch nicht flächendeckend bundesweit angeboten. Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse bzw. bei dem örtlichen Sozialhilfeträger über das Frühförder-Angebot in Ihrer Region.

Die Frühförderstellen in Ihrer Umgebung finden Sie z.B. unter http://www.familienratgeber.de/adressen.

Weiter Informationen zu Thema Frühförderung finden Sie auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: http://www.kindergesundheit-info.de/1762.0.html.

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Kinderbetreuung: Welche Möglichkeiten gibt es für Kinder mit Behinderung im Alter bis zu drei Jahren?

Bund, Länder und Kommunen haben sich darauf verständigt, die Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren auszubauen. Seit dem 01.08.2013 haben Kinder, ab Vollendung des ersten Lebensjahres, einen Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung (s. a. Kinderförderungsgesetz, KiföG). Diese Plätze sollen sowohl in Tageseinrichtungen als auch in der Kindertagespflege („Tagesmütter“) bereitgestellt werden. Für die Umsetzung vor Ort sind die Städte und Gemeinde verantwortlich.

Die Entscheidung für eine frühe Betreuung hängt von mehreren Faktoren ab:

Wirtschaftliche Notwendigkeiten spielen ebenso mit wie das Recht der Eltern, insbesondere der Mutter auf ihre eigene Entfaltung und Verschnaufpausen. Demgegenüber steht das Recht des Kindes auf eine ihm förderliche Umgebung und geeignete soziale Beziehungen. Die Plätze für Kinder im Alter von 0-3 Jahren befinden sich oft noch im Aufbau. Diese Einrichtungen haben in der Regel noch keine Erfahrungen mit integrativen Angeboten für Kinder mit Behinderung. Hier ist es wichtig, sich von Frühförderstellen beraten und unterstützen zu lassen.

Die Frühförderstellen in Ihrer Umgebung finden Sie z.B. unter Symbol für externen Linkhttp://www.familienratgeber.de/adressen

Weiter Informationen bekommen Sie beim Bundesministerium Familie, Senioren, Frauen, Jugend unter Symbol für externen Linkhttp://www.familien-wegweiser.de/

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Kinderbetreuung: Welche Möglichkeiten gibt es für Kinder mit Behinderung im Alter von 3-6 Jahren?

Lernen in der Gemeinschaft mit anderen Kindern ist ein sinnvolles Angebot für alle Kinder und somit unabhängig von Art und Schweregrad einer Behinderung. Individuelle Förderung und soziale Erfahrung bilden wichtige Grundlagen zum Erlernen von Fähigkeiten für das Leben in einer Gemeinschaft.

Jedes Kind hat ab seinem dritten Geburtstag bis zum Schuleintritt Anspruch auf den Besuch eines Kindergartens. Die Ausgestaltung dieses Anspruchs erfolgt durch Landesrecht, das auch die jeweiligen qualitativen Standards in den Bundesländern regelt.

Für eine Betreuung werden in der Regel Beiträge fällig, die regional oder je nach Träger unterschiedlich hoch sind. Sie können abhängig sein vom Einkommen der Eltern, der Zahl der Kinder in der Familie und vom Betreuungsumfang. Im Bedarfsfall können die Kosten für die Kinderbetreuung vom Jugendamt ganz oder teilweise übernommen werden. Sie sind unter Umständen von der Steuer abziehbar.

Reicht die Betreuung des Kindes in einer öffentlichen Einrichtung nicht aus, gibt es auch zusätzliche Alternativen wie beispielsweise Tagesmütter oder -väter, Leihomas und -opas sowie Au-Pairs.

Vielfach gibt es darüber hinaus Kindertageseinrichtungen, die auf Kinder mit Behinderungen spezialisiert sind. Diese haben in den Bundesländern unterschiedliche Bezeichnungen, z.B. Schulkindergarten, Sonderkindergarten, heilpädagogischer Kindergarten, Schulvorbereitende Einrichtung. Oft sind sie Förderschulen angeschlossen und haben sich auf die jeweilige Behinderung spezialisiert (z.B. Tagesstätte für Blinde). Diese Einrichtungen haben einen relativ großen Einzugsbereich. Es gibt häufig einen Fahrdienst, der die Kinder zu Hause abholt und wieder heimbringt.

Welche Angebote es in einer Gemeinde gibt, kann man beim jeweiligen Jugendamt erfahren.

In der Regel müssen sich die Eltern selbst einen Kindergarten/Kindertagesstätte suchen. Dabei beraten die Jugendämter ebenso wie die Frühförderstellen. Kinder mit Beeinträchtigungen, die eine allgemeine Kindertagesstätte besuchen sollen, können einen besonderen Betreuungsbedarf haben oder sie brauchen besondere Fachleute. Dieses zusätzliche Personal kann über die Eingliederungshilfe (SGB XII) finanziert werden. Hierzu muss ein Antrag auf Eingliederungshilfe beim zuständigen Sozialhilfeträger gestellt werden. Im Zuge dieses Antrages wird auch geprüft, ob eine Behinderung vorliegt. Die Einrichtungen, die Frühförderung und das Jugendamt unterstützen Sie dabei.

Noch Fragen? Nutzen Sie die Online-Beratung oder wenden Sie sich an eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe (Adress-Suche oben rechts).

Was ist eigentlich ADHS?

ADHS ist eine Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Es handelt sich dabei um ein immer wiederkehrendes Muster von auffälligen Verhaltensweisen in drei Bereichen. Diese so genannten Kernsymptome der ADHS sind Unaufmerksamkeit (eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit, eingeschränkte Daueraufmerksamkeit, erhöhte Ablenkbarkeit), Hyperaktivität (allgemeine motorische Unruhe) und Impulsivität (mangelnde kognitive/emotionale Impulskontrolle).

Man spricht nur dann von ADHS, wenn die Auffälligkeiten über das hinausgehen, was durch Alter und Entwicklungsstand eines Kindes oder Jugendlichen erklärbar ist und wenn eine starke psychosoziale Beeinträchtigung in mehr als einem Lebensbereich auftritt (zum Beispiel in der Familie und in der Schule). Darüber hinaus spricht man erst von der Diagnose ADHS, wenn die Verhaltensauffälligkeiten länger als sechs Monate bestehen und wenn sie schon im Vorschulalter beobachtet werden konnten.

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Was sind Ess-Störungen?

An Ess-Störungen leiden immer mehr junge Menschen. Die häufigsten Diagnosen lauten: Anorexie (Anorexia Nervosa), auch Magersucht genannt; Bulimie (Bulimia Nervosa), auch Ess-Brech-Sucht genannt sowie die Binge Eating Störung, bei der es sich um Ess-Sucht mit regelmäßigen Heißhungeranfällen handelt. Betroffen sind nicht nur Mädchen und (junge) Frauen, sondern zunehmend auch Jungen und junge Männer.

Die Entstehung einer Ess-Störung kann viele Ursachen haben. Dazu gehören biologische und persönlichkeitsbedingte Faktoren, gesellschaftliche Einflüsse und das soziale und familiäre Umfeld. Oft stellt eine Ess-Störung ein Versuch dar, seelische Belastungssituationen zu lösen.

Der Beginn einer Ess-Störung geschieht in den meisten Fällen schleichend. Die ersten Anzeichen einer Störung im Essverhalten werden von den Angehörigen oft erst spät wahrgenommen. Der Verlauf kann in einer völligen sozialen Isolation enden, aus der ein Ausweg alleine sehr schwer fällt und Hilfe benötigt wird. Eine begleitende therapeutische Unterstützung ist in den meisten Fällen unabdingbar, um die Krankheit tatsächlich zu überwinden.

Bei Fragen zu Ess-Störungen helfen Ihnen die Online-Berater der Caritas gerne weiter.

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Welche Schule ist richtig für mein Kind?

Kinder werden mit sechs Jahren schulpflichtig. Sie unterliegen der Schulpflicht bis zu ihrem 18. Lebensjahr. Sie haben aber nicht nur die Pflicht, sondern auch das Recht auf einen Schulbesuch. Dies gilt für alle Kinder und Jugendliche, auch solche mit Behinderungen, unabhängig von der Schwere der Beeinträchtigung.

Bildungspolitik ist Ländersache. Die Ausgestaltung der Schulpflicht wird in den Schulgesetzen der Bundesländer geregelt. Zuständig sind die jeweiligen Kultusministerien. Dort kann man sich über die gesetzlichen Regelungen informieren.

Nach der Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention (Verweis: http://www.aktion-mensch.de/inklusion/un-konvention-leicht-erklaert.php) findet nun auch in den Schulen die Umsetzung der Inklusion (Verweis: http://leidmedien.de/sprache-kultur-und-politik/inklusion-was-heisst-das/) als Menschenrecht statt. Damit erhält das Wunsch- und Wahlrecht eine stärkere Gewichtung bei der Wahl der Schule/Schulart.

Um zu entscheiden, welche Schule richtig für Ihr Kind ist, können folgende Fragen helfen:

  • Welchen Unterstützungsbedarf hat mein Kind, damit es in der Schule überhaupt lernen kann? Wie müsste die Schule also aussehen? 
    (z.B. Ist Pflege notwendig? Müssen bestimmte Anforderungen an die Barrierefreiheit erfüllt sein? Gibt es spezielle Bedürfnisse aufgrund von Sinnesbehinderung oder Sprachbehinderung? Benötigt mein Kind Unterstütze Kommunikation? Welche Gruppengröße ist gut für mein Kind?)
  • Welche sonderpädagogischen Hilfen sind notwendig, damit mein Kind lernen kann?
    (z.B. Stehen die notwendigen Fachleute zur Verfügung? Werden Ziele, Inhalte und Methoden an die Behinderung angepasst?)
  • Ist eine Förderschule (in einzelnen Bundesländern Sonderschule) oder eine allgemeine Schule richtig für mein Kind?
    (z.B. Wie geht man an der Schule mit der Unterschiedlichkeit von Kindern um? Wie offen ist die Schule? Wie barrierefrei und behindertengerecht ist die Schule? Welche assistierenden und sonderpädagogischen/therapeutischen Hilfen können dort umgesetzt werden?)

Schulbegleiter / assistierende Hilfe / Integrationshilfen können über die Eingliederungshilfe beim zuständigen Sozialhilfeträger beantragt werden. Diese sorgen für das „Drumherum“, damit ein Kind an einer allgemeinen Schule überhaupt unterrichtet werden kann.

Wie viel sonderpädagogisches und therapeutisches Personal in den Schulen zur Verfügung steht, ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich geregelt.

Für die Ausstattung der Schulen (z.B. Barrierefreiheit) sind die jeweiligen Schulträger verantwortlich.

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Pflege und Gesundheit

Kann ich bei der Pflegeversicherung Leistungen beantragen?

Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung können Leistungen der Pflegeversicherung erhalten. Die Pflegeversicherung bezahlt Pflege - Leistungen und unter bestimmten Bedingungen  auch  Betreuungs-Leistungen. Wer diese Leistungen erhalten möchte, muss zuerst einen (formlosen) Antrag  bei seiner Pflegekasse (angesiedelt bei der Krankenkasse) stellen.

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) überprüft diesen Antrag. Der MDK ermittelt den Bedarf anhand eines Fragebogens. Dieser wird  im Rahmen eines Hausbesuches ausgefüllt. Der Antragsteller hat das Recht, während der Begutachtung eine Person seines Vertrauens dabei zu haben.

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Welche Leistungen können bei der Pflegeversicherung beantragt werden?

Die wichtigsten Leistungen sind:

  • Pflegegeld für pflegende Angehörige oder Pflegesachleistungen  (= Bezahlung eines Pflegedienstes), abhängig von der Pflegestufe. Diese Leistungen können auch miteinander kombiniert werden.
  • Betreuungsleistungen bei Pflegestufe 0 werden monatlich ausgezahlt.
  • Verhinderungspflege: Angehörige können nicht rund um die Uhr und allen Tagen pflegen. Sie brauchen Urlaub oder Freizeit, sind einmal krank oder sonst wie verhindert. Für maximal 4 Wochen pro Jahr kann Verhinderungspflege beantragt werden.
  • Kurzzeitpflege:  Kurzzeitig kann eine stationäre Pflege notwendig sein.  Die pflegebedingten Aufwendungen in einer anerkannten Kurzeitpflegeeinrichtung werden für maximal 28 Tage pro Jahr erstattet.
  • Versicherte erhalten  einen monatlichen Betrag für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel, z.B. Einmalhandschuhe oder Bettunterlagen.  Auch technische Pflegehilfsmittel wie z.B. Badewannenlifter oder Pflegebetten können erstattet werden.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie beim Familienratgeber.  

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Welche Leistungen können pflegende Angehörige (Pflegepersonen) bei der Pflegeversicherung beantragen?

Pflegende Angehörige erhalten verschiedene Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung:

  • Die Pflegeperson ist bei der Pflegetätigkeit unfallversichert. Sie ist unter bestimmten Umständen auch rentenversichert.
  • Die Pflegeperson kann an einem Pflegekurs teilnehmen.
  • Es besteht Anspruch auf Verhinderungspflege, wenn die Pflegeperson durch Urlaub oder Krankheit verhindert ist.

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Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um Leistungen der Pflegeversicherung zu bekommen?

Um Leistungen  für die  Pflege  zu erhalten müssen die Versicherten
a. über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten erhebliche Hilfe benötigen
b. mindestens  90 Minuten pro Tag auf Hilfe  bei der Körperpflege, der Ernährung, der Mobilität und der hauswirtschaftlichen Versorgung angewiesen sein
c. auf die Körperpflege müssen dabei  mehr als 45 Minuten entfallen.

Die Pflegebedürftigkeit wird in drei Stufen eingeteilt. Die Einstufung in die jeweilige Pflegestufe ist abhängig davon, wie viel  Zeit die Pflege benötigt. Je nach Pflegestufe und Art der Leistung werden unterschiedlich hohe Geldleistungen bezahlt.

Wichtig! Neben den drei eigentlichen Pflegestufen gibt es die sogenannte „Pflegestufe 0“. Hierbei geht es um Betreuungsleistungen für Menschen, die einen erheblichen Bedarf an Beaufsichtigung und Betreuung haben. Zu den berechtigten Personen gehören ausdrücklich auch Menschen mit psychischer Erkrankung und geistiger Behinderung.

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Rechtsfragen

Für welche Lebensbereiche gibt es eine Rechtliche Betreuung?

Eine Rechtliche Betreuung kann für unterschiedliche Lebensbereiche beantragt bzw. bewilligt werden. Diese Bereiche sind:

  • Gesundheitssorge
  • Vermögenssorge
  • Vertretung in gerichtlichen Verfahren
  • Vertretung gegenüber Behörden
  • Entgegennahme und Öffnen der Post / Entscheidungen im Fernmeldeverkehr
  • Aufenthaltsbestimmung
  • Wohnungsangelegenheiten

Wichtig ist aber zu wissen, dass die Rechtliche Betreuung nur für Lebensbereiche angeordnet wird, in denen der zu Betreuende tatsächlich Unterstützung benötigt. Diese Entscheidung wird von dem zuständigen Betreuungsrichter getroffen.

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Was kostet eine Rechtliche Betreuung?

Die Kosten für eine Rechtliche Betreuung werden bei Betreuten, die selbst wenig Geld haben, von der Staatskasse übernommen. Ein Betreuter gilt nicht mehr als mittellos, wenn sein Vermögen die nach dem SGB XII angegebene Freigrenze von 2.600 EUR übersteigt. Ist dies der Fall, muss der Betreute die Kosten für die Rechtliche Betreuung ganz oder teilweise selbst finanzieren.

Kommt der Betreute später zu einem Vermögen (z.B. durch eine Erbschaft) können die von der Staatskasse bezahlten Kosten der letzten 3 Jahre zurückgefordert werden.

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Was muss ich beachten, wenn ich meinem behinderten Kind etwas vererben möchte? Gibt es ein „Behindertentestament“?

Wenn einer oder mehrere der gesetzlichen Erben behindert sind, kann ein sogenanntes „Behindertentestament“ erstellt werden. Dies ist von Vorteil, wenn Erben mit einer Behinderung (Kinder oder Ehegatten) in einem Heim leben oder besondere Pflege erhalten und die Kosten dafür von einem Sozialleistungsträger finanziert werden. Tritt in so einem Fall eine gesetzliche Erbfolge ein, fließt der gesamte Erbteil mit Abzug eines geringen Freibetrages dem Sozialleistungsträger zu. Denn eigenes Vermögen muss in der Regel für solche Leistungen zunächst selbst aufgebraucht werden.

Auch eine Enterbung ist in solch einem Fall keine Lösung, da der Sozialleistungsträger den erblichen Pflichtteil des behinderten Menschen einfordern kann.

 

Beim sogenannten „Behindertentestament“ kann der Erbe mit Behinderung als „Vorerbe“ eingesetzt werden. Wichtig ist, dass der Anteil seines Nachlasses etwas über dem gesetzlichen Pflichtteil liegt.

Als Nacherben können z.B. „gesunde“ Geschwister eingesetzt werden, die damit die eigentlichen Erben sind, da der Vorerbe das Vermögen nicht verbrauchen darf. Dem Vorerben stehen die Erträge des Nachlasses (z.B. Zinsen) zu.

Eine weitere Besonderheit beim „Behindertentestament“ ist, dass ein sogenannter Testamentsvollstrecker (dies kann ein naher Angehöriger sein) eingesetzt wird. Dieser soll den Nachlass des Vorerben verwalten. Er kann dem Vorerben immer so viel Vermögen überlassen, damit dieser die Vermögensfreigrenze nicht übersteigt.

Somit ist einerseits der Nachlass geschützt und andererseits kommt dem behinderten Erbe Geld vom Nachlass zu ohne dass der Sozialleistungsträger Zugriff auf dieses Vermögen hat.

 

Das Erbrecht ist eine sehr vielschichtige juristische Angelegenheit. Da jeder Erbfall anders ist muss auch die jeweilige Gestaltung des Testamentes am Einzelfall formuliert werden. Aus diesem Grund ist es ratsam, die Mitwirkung eines Rechtsanwaltes in Anspruch zu nehmen und das Testament dann durch einen Notar beurkunden zu lassen.

 

Weitere Informationen finden Sie u.a. unter: http://www.familienratgeber.de/recht/behindertentestament.php

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Was versteht man unter Rechtlicher Betreuung?

Das Sorgerecht der Eltern endet mit dem 18. Geburtstag ihrer Kinder. Ab diesem Zeitraum sind auch Menschen mit einer Behinderung für ihre Angelegenheiten selbst verantwortlich. Wenn dies wegen einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht oder nur teilweise möglich ist, kann das Betreuungsgericht einen Rechtlichen Betreuer bestellen. Dazu muss beim Betreuungsgericht ein Antrag gestellt werden. Welches Betreuungsgericht zuständig ist, hängt von dem Wohnort ab, in dem der zu Betreuende wohnt.
Einen Antrag auf Rechtliche Betreuung kann von dem zukünftig Betreuten selbst gestellt werden oder von Angehörigen bzw. dem näheren Umfeld. Ärzte oder Mitarbeiter von Beratungsstellen können sich auch beim Betreuungsgericht melden und ein Antragsverfahren in die Wege leiten.
Ist ein Antrag beim zuständigen Betreuungsgericht gestellt werden ein ärztliches Gutachten und ein sogenannter Sozialbericht über den zu Betreuenden erstellt. Anhand dieser Gutachten und mit einem persönlichen Gespräch des Betreuungsrichters mit dem Menschen, der zukünftig eine Rechtliche Betreuung erhalten soll, wird über die Notwendigkeit dieser Maßnahme entschieden. Zu jeder Zeit kann der zu Betreuende eigene Wünsche und Vorstellungen zur zukünftigen Rechtlichen Betreuung mitteilen.
Eine Rechtliche Betreuung darf nur Lebensbereiche umfassen, die der Betreute selbst nicht mehr regeln kann. Diese Bereiche werden vom Betreuungsrichter klar benannt und der Rechtliche Betreuer bekommt hierfür einen klaren Auftrag.

Weitere Informationen finden Sie u.a. unter: http://www.caritas.de/glossare/rechtliche-betreuung und http://www.familienratgeber.de/recht/gesetzliche_betreuung.php

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Wer kann Rechtlicher Betreuer werden?

Unterschieden wird zwischen sogenannten ehrenamtlichen Betreuern und Berufsbetreuern. Ehrenamtliche Betreuer sind u.a. Eltern, weitere Angehörige, Bekannte oder Mitarbeiter von Betreuungsvereinen. Diese können eine pauschale Aufwandsentschädigung vom Betreuungsgericht für die Ausführung der Rechtlichen Betreuung erhalten. Berufsbetreuer arbeiten selbständig und erhalten pro Betreuungsfall eine Entlohnung vom Betreuungsgericht.

Wichtig bei der Entscheidung, wer die Rechtliche Betreuung ausüben soll ist, dass der zu Betreuende und der Rechtliche Betreuer sich gut verstehen und eine gute Kommunikation möglich ist. Optimal ist es, wenn eine gute Vertrauensbasis vorhanden ist und der zu Betreuende so gut als möglich in Entscheidungen miteinbezogen werden kann.

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Rehabilitation und Therapie

Welche Möglichkeiten zur Rehabilitation und Therapie gibt es?

Es gibt Leistungen der medizinischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation. Sie sollen helfen, behinderungsbedingte Beeinträchtigungen für den betroffenen Menschen zu überwinden. Die Dauer einer Rehabilitation richtet sich nach den besonderen Bedürfnissen der Person, sie kann stationär oder ambulant erfolgen. So kann z.B. ein Mensch mit einer körperlichen Behinderung eine Berufausbildung in einem Berufbildungswerk machen, wo es alle erforderlichen Hilfsmittel im Unterricht, an der Werkbank sowie im Freizeit- und Wohnbereich gibt.

Therapien dienen meistens der Wiederherstellung der Gesundheit und sind durch ärztliche, psychologische oder psychotherapeutische Behandlung möglich. Die passende Therapie finden Patient und Arzt/Therapeut gemeinsam heraus. Manche Therapien sind zeitlich befristet, andere begleiten die Person lebenslang. Sie können ebenfalls stationär, ambulant oder zuhause erfolgen.

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Wer kann mir Informationen über die Möglichkeiten einer Rehabilitation geben?

Für Leistungen der Rehabilitation sind in der Regel die Rentenversicherungsträger zuständig. Aber auch alle anderen Leistungsträger (Krankenkassen, Arbeitsagenturen, Sozialämter usw.) sind zumindest auskunftspflichtig. Meistens ist es erforderlich, einen Antrag zu stellen.

Je nach Erwerb der Behinderung werden Leistungen der Rehabilitation bereits im Anfangsstadium angeboten.

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Wo bekomme ich therapeutische Hilfe?

Unter therapeutischen Leistungen versteht man in der Regel ärztliche bzw. psychologische oder psychotherapeutische Leistungen. Sie sind bei den niedergelassenen Ärzten/Therapeuten bzw. im Rahmen einer Krankenhausbehandlung vorgesehen.

Manchmal können sie auch zuhause erbracht werden. Therapien werden mit der hilfesuchenden Person und ihrem Arzt/Therapeuten abgesprochen.

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Selbsthilfe und Selbstbestimmung

Wo finde ich Menschen, denen es ähnlich wie mir geht?

Selbsthilfegruppen gibt es zu verschiedenen Behinderungsarten und psychischen Erkrankungen. Adressen von Selbsthilfegruppen finden Sie hier.

Es gibt Internet-Plattformen, bei denen sich Menschen mit Behinderung oder deren Angehörige informieren und über Foren oder Chatrooms mit Betroffenen austauschen können.

Viele Träger organisieren auch Treffen für Menschen mit Behinderungen. So gibt es z. B. in Bayern die OBA (Offene Behindertenarbeit), die in den Landkreisen am Abend zu Austausch und gemütlichem Beisammensein („Offene Treffs“) einladen.

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Wohin kann ich mich wenden, wenn ich mich als Angehöriger für die Interessen von Menschen mit Behinderung einsetzen möchte?

In der „Bundesarbeitsgemeinschaft der Angehörigenvertretungen in Caritaseinrichtungen der Behindertenhilfe e.V.(BACB) haben sich Angehörige von Menschen mit geistigen oder mehrfachen Behinderungen zusammengeschlossen.

Sie vertreten die Interessen von Angehörigen und möchten als Partner von Einrichtungen und Diensten der Caritas an der bedarfsgerechten Versorgung von Menschen mit Behinderung mitwirken.

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Sinnfragen

Ich habe das Gefühl, meiner Umwelt oder meinem/r Partner/in zur Last zu fallen. Wie soll ich das ertragen?

Je nach Lebenssituation werden persönliche Belastungen unterschiedlich wahrgenommen. Das kann dazu führen, dass innerhalb der Familie oder einer Beziehung der Zusammenhalt gefährdet ist. Häufig führen Gespräche miteinander nicht zu einer Lösung. Hier ist es oftmals notwendig, sich Unterstützung und Hilfen bei Ambulanzen, Kliniken oder Organisationen und Selbsthilfeinitiativen zu holen. Online-Beratung kann dabei helfen, weiterführende Beratung und Hilfen zu vermitteln.

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Warum trifft die Behinderung oder psychische Erkrankung gerade mich oder mein Familienmitglied?

Die meisten Menschen, die selbst von Behinderung oder psychischer Erkrankung betroffen sind sowie die Eltern behinderter Kinder brauchen persönliche Unterstützung durch andere Menschen: So können sie das, was sie als Schicksalsschlag empfinden, verarbeiten. In der Regel ist es ein längerer Prozess und dauert seine Zeit, bis sie sich oder ihr Kind mitsamt der Behinderung/Erkrankung annehmen können. Hier ist es hilfreich, sich Unterstützung bei Organisationen oder Selbsthilfeinitiativen zu holen. Online-Beratung kann dabei helfen, weiterführende Beratung und Hilfen zu vermitteln.

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Wohnen

Was bedeutet Kurzzeitwohnen?

Kann ein Mensch mit Behinderung vorübergehend nicht versorgt und begleitet werden, besteht die Möglichkeit des Kurzzeitwohnens. Dies ist für mehrere Tage, aber auch für mehrere Wochen möglich. Die Familie kann hier zum Beispiel eine Auszeit oder einen Urlaub nehmen. Aber auch in Krisensituationen oder Krankheitsfällen ist Kurzzeitwohnen denkbar.

Das Kurzzeitwohnen kann über die Verhinderungspflege und/oder aus Leistungen der Eingliederungshilfe finanziert werden. Die Anbieter des Kurzzeitwohnens (zum Beispiel Wohnheime) beraten bei der Beantragung der Leistungen.

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Welche Kosten müssen für das Wohnen selbst übernommen werden?

Der Kostenträger (Sozialhilfeträger) prüft, ob sich der oder die Antragsteller an den Kosten für das Wohnen beteiligen können. Es wird auch geprüft, ob Angehörige sich mit einem Beitrag an den Kosten beteiligen müssen.

Weitere Informationen und Rechenbeispiele finden Sie unter www.lvr.de

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Welche Wohnformen gibt es für Menschen mit Behinderung?

Menschen mit Behinderungen haben das Recht, selbst über ihr Leben und ihre Wohnform zu entscheiden. Dabei bestimmen sie auch, wo und mit wem sie leben möchten. (siehe auch UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung: http://www.aktion-mensch.de/inklusion/un-konvention-leicht-erklaert.php).

Wohnformen können sein:

  • Leben mit mehreren Personen und Rund-um-die-Uhr-Betreuung in einem Wohnheim/in einer Wohngruppe einer Einrichtung. Diese Wohnform wird auch als stationäres Wohnen bezeichnet.
  • Ambulant Betreutes Wohnen: Leben in der eigenen Wohnung alleine oder mit Partner oder in einer kleinen Wohngemeinschaft. Mitarbeiter/innen eines Dienstes kommen stundenweise nach Hause und unterstützen den/die Klienten/Klientin dort, wo Hilfe nötig ist. Diese Wohnformen werden als ambulant betreutes Wohnen bezeichnet.
  • Wohnen in Gastfamilien: Leben mit familienbezogener individueller Begleitung durch die Gast-Familienmitglieder. Die Gastfamilie und der/die Klient/in wird von Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen eines Dienstes unterstützt.

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Wo finde ich Informationen zum barrierefreien Umbau meiner Wohnung?

Hilfestellung zu Fragen des barrierefreien Umbaus von Wohnungen oder Häusern bieten Wohnberatungsstellen. Diese und weitere Informationen finden Sie unter http://www.online-wohn-beratung.de

Die genannten Stellen bieten:

  • Beratung über barrierefreies Wohnen, Wohnanpassung und Hilfsmittel
  • Beratung zur Finanzierung und Hilfe bei der Antragsstellung
  • Unterstützung bei der Zusammenarbeit aller Beteiligten (Handwerker, Architekten, Ärzte)
  • Organisatorische Unterstützung bei der Umgestaltung der Wohnung
  • Zusammenarbeit mit kommunalen Stellen, den Verbänden, der freien Wohlfahrtspflege und den Pflegekassen

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