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FAQ

Häufig gestellte Fragen aus der HIV- und Aids-Beratung

Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die unsere Fachleute in der Aidsberatung immer wieder gestellt bekommen.

FAQ zum Thema HIV und Aids

Was ist HIV? Was ist AIDS?

HIV ist die Abkürzung für Human Immunodeficiency Virus (menschliches Immunschwäche-Virus). Dieses Virus greift das Abwehrsystem (Immunsystem) des Menschen an. Das Abwehrsystem wird immer mehr geschwächt, bis es zusammenbricht. Das kann Jahre dauern.

Wenn sich jemand mit dem HI-Virus angesteckt hat, ist er HIV-positiv

Eine HIV-Infektion kann man nicht heilen, aber inzwischen kann man sie mit Medikamenten gut behandeln.

Wenn man eine HIV-Infektion nicht erkennt und behandelt, kann das zu einer AIDS-Erkrankung und möglicherweise zum Tod führen.

AIDS ist die Abkürzung für Acquired Immune Deficiency Syndrome (erworbenes Immundefekt Syndrom). Bei einem Menschen mit AIDS ist das Abwehrsystem schwer geschädigt. Dadurch breiten sich schwere Krankheiten viel schneller im Körper aus.

Heute gibt es wirkungsvolle Medikamente gegen AIDS. Die Behandlung erfolgt durch Ärzte, die auf HIV spezialisiert sind. Wenn HIV-positive Menschen die Medikamente regelmäßig nehmen, haben sie eine normale Lebenserwartung.

Wie kann ich mich mit HIV anstecken?

Das HI-Virus ist schwer übertragbar. Es ist sehr empfindlich und außerhalb des menschlichen Körpers unter Alltagsbedingungen nicht lange aktiv.
Das HI-Virus befindet sich in einigen wenigen Körperflüssigkeiten des HIV-positiven Menschen.

Ansteckende Körperflüssigkeiten:

  •  Samenflüssigkeit (Sperma)
  • Scheidenflüssigkeit
  • Flüssigkeitsfilm auf der Schleimhaut im Darm
  • Blut (auch Menstruationsblut)
  • Muttermilch

Um sich anzustecken, muss eine ansteckende Körperflüssigkeit in den menschlichen Körper gelangen.
Das Virus kann über diese Wege in den Körper gelangen:
Schleimhäute von

  • Penis
  • Scheide
  • Enddarm

Mögliche Ansteckungswege:

  • ungeschützter Analverkehr (Penis wird in den Po eingeführt ohne Kondom)
  • ungeschützter Vaginalverkehr (Penis wird in die Scheide eingeführt ohne Kondom)
  • gemeinsame Benutzung von Spritzen bei intravenösem Drogengebrauch mit einer infizierten Person
  • Mutter-Kind-Übertragung bei Schwangerschaft, Geburt, Stillen durch eine HIV-positive Frau
  • Oralverkehr (mit Aufnahme einer größeren Menge Samenflüssigkeit (Sperma) oder Menstruationsblut mit dem Mund) (kleines Übertragungsrisiko!)

Die meisten Menschen stecken sich beim ungeschützten Sex mit dem HI-Virus an.

Welches HIV-Ansteckungsrisiko habe ich bei sexuellen Kontakten?

Die meisten Menschen stecken sich beim ungeschützten Sex mit dem HI-Virus an.
Wenn der Geschlechtspartner oder die -partnerin HIV-positiv ist, können Sie sich anstecken, wenn ansteckende Körperflüssigkeiten über Schleimhäute ins Blut gelangen. Das passiert zum Beispiel bei:

Analverkehr ohne Kondom und

Vaginalverkehr ohne Kondom

Durch Anfassen, Streicheln, Küssen, auch durch Zungenküsse besteht keine Ansteckungsgefahr.

Selbst wenn Sperma oder Blut (z.B. Menstruationsblut) in den Mund gelangt, ist das Risiko bei Oralverkehr sehr klein.

Besteht auch im Alltag ein Ansteckungsrisiko?

Im alltäglichen Kontakt besteht kein Ansteckungsrisiko:

nicht bei Körperkontakt, wie Umarmungen, Schmusen, Streicheln, Küssen

nicht durch Husten oder Niesen

nicht durch die gemeinsame Benutzung von Gläsern, Geschirr etc.

nicht in Schwimmbad oder Sauna

nicht auf Toiletten

nicht durch Mückenstiche oder andere Insekten

nicht beim Arzt oder Zahnarzt

nicht beim Tätowieren, Piercing und Ohrlochstechen durch Fachkräfte

Kann ich mich bei Bluttransfusionen mit HIV anstecken?

Nein. Die Übertragung von HIV durch Bluttransfusionen und Blutprodukte ist in Deutschland heute fast unmöglich, weil es strenge Vorschriften gibt. Jede einzelne Blutspende wird auf HIV, Syphilis, sowie Hepatitis A, B und C getestet.

Kann HIV von der Mutter auf ihr Kind übertragen werden

Ja. HIV kann während der Schwangerschaft oder der Geburt von der Mutter auf ihr Kind übertragen werden. Aber: Wenn die Mutter weiß, dass sie HIV-positiv ist und sich an die Vorsorgemaßnahmen hält, sinkt das Risiko für eine Ansteckung auf weniger als ein Prozent.

Deshalb wird bei normalen Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchungen ein freiwilliger HIV-Test angeboten und empfohlen.

Die Muttermilch gehört zu den ansteckenden Körperflüssigkeiten, über die sich der Säugling ebenfalls anstecken kann.

Kann HIV bei intravenösem Drogengebrauch (i.V.) übertragen werden?

Ja. Intravenöser Drogengebrauch ist nach sexuellem Kontakt die zweithäufigste Art, sich mit HIV anzustecken. Wenn drogengebrauchende Menschen eine gebrauchte Spritze und Kanüle von einem Menschen benutzen, der HIV-positiv ist, ist das Risiko für eine Ansteckung sehr hoch.

Wichtig: Jede Person, die Drogen intravenös konsumiert, sollte unbedingt die „Safer Use-Regeln“ einhalten: Spritzbesteck nicht gemeinsam benutzen! Jede Person benutzt ihr eigenes, möglichst steriles Spritzbesteck!

Wie kann ich mich vor einer Ansteckung mit HIV schützen?

Wenn Sie die Safer Sex Regeln einhalten, haben Sie einen hohen Schutz vor HIV bei sexuellen Kontakten. (Siehe „Was ist Safer Sex“)

Im alltäglichen Kontakt mit einer HIV-positiven Person besteht kein Ansteckungsrisiko. Sie müssen also im Alltag keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen treffen. Im Krankenhaus und beim Arzt schützen die Hygienevorschriften vor einer Infektion mit HIV.

Die Prä-Expositions-Prophylaxe (PreP) bietet einen hohen Schutz, wenn man die Medikamente richtig einnimmt. Die PreP sind „Tabletten davor“. Bevor ich mich einem HIV-Ansteckungsrisiko aussetze, nehme ich Medikamente, die das HI-Virus sofort an der Vermehrung hindern, falls ich mich anstecke. Die PreP sollte immer mit einem Arzt abgesprochen werden, der auf HIV spezialisiert ist (Schwerpunktarzt). Ohne fachärztliche Begleitung besteht bei der Einnahme der PreP ein hohes gesundheitliches Risiko.

Was ist Safer Sex?

Safer Sex bedeutet, die Aufnahme von fremden ansteckenden Körperflüssigkeiten in den eigenen Körper zu vermeiden.

Das geschieht durch den richtigen Gebrauch von:

  • Kondomen mit gültigem Haltbarkeitsdatum und in passender Größe (kleinere Kondome können Sie in einem Drogeriemarkt, der Apotheke und im Internet kaufen)
  • Femidomen (Kondome für die Frau, Sie bekommen Femidome nur in Apotheken und im Internet)
  • Dental Dams, Lecktücher für die Befriedigung der Frau mit dem Mund (Oralverkehr)
  • Latexhandschuhen

und

  • bei Analverkehr oder geringer Scheidenfeuchtigkeit zusätzlich fettfreies Gleitmittel verwenden 
  • das Sexspielzeug desinfizieren, bevor es eine andere Person benutzt

Safer-Sex minimiert das Risiko deutlich. Ein gewisses Risiko bleibt jedoch, wenn „Pannen“ passieren, zum Beispiel das Kondom reißt oder abrutscht.

Was bedeutet „Risikokontakt“?

Ein Risikokontakt bedeutet, dass man entweder:

  • Anal- oder Vaginalverkehr ohne Kondom mit einer HIV-positiven Person hatte 

oder

  • beim Sex mit einer HIV-positiven Person eine „Safer-Sex-Panne“ hatte (z.B. Kondom gerissen)

oder

  • beim Drogenkonsum das Spritzbesteck gemeinsam mit einer HIV-positiven Person benutzt hat
 

Wo bekomme ich nach einem Risikokontakt professionelle Hilfe?

Wichtig: Falls Sie einen Risikokontakt hatten, holen Sie sich so schnell wie möglich professionelle Hilfe. Gehen Sie ins nächste Krankenhaus, zu einem Schwerpunktarzt für HIV, zum Gesundheitsamt, zur AIDS-Beratungsstelle oder rufen Sie die Telefonhotline der BZgA: 01805  555 444 (0,14 €/Min. aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/Min.)

Dort wird man Ihnen helfen, die Risikosituation richtig einzuschätzen, und gemeinsam mit Ihnen besprechen, wie es weitergeht.

Was ist eine „PEP“?

„PEP“ (Postexpositionsprophylaxe) bedeutet „Nach-Risiko-Vorsorge“ oder „Medikamente nach einem Risiko“. Dazu werden für vier Wochen HIV-Medikamente eingenommen. Die Medikamente hindern das Virus daran, sich im Körper festzusetzen. Eine PEP ist das Gleiche wie eine einmonatige HIV-Therapie (Behandlung) mit Medikamenten. Da eine PEP schwere Nebenwirkungen haben kann, ist sie nur in ganz bestimmten Fällen eine gute Möglichkeit.

Wann sollte ich eine PEP nehmen?

Ein Schwerpunktarzt oder eine Beratungsstelle muss entscheiden, ob es ein Infektionsrisiko gibt. Nur wenn es ein wirkliches Risiko für eine HIV-Infektion gibt, sollte die PEP zum Einsatz kommen.

Die PEP muss so schnell wie möglich nach dem Risikokontakt beginnen. Am besten innerhalb von 2 Stunden nach dem Risikokontakt, sonst möglichst nach 24 Stunden, spätestens nach 48 Stunden!

Wo bekomme ich eine PEP?

Nur spezialisierte Krankenhäuser und Arztpraxen kennen sich mit der PEP aus. Eine Liste mit Namen und Adressen gibt es auf der Homepage der Deutschen Aids-Hilfe (DAH) unter folgendem Link: https://www.aidshilfe.de/adressen?f-type=11

Die genannten Krankenhäuser und Praxen haben rund um die Uhr geöffnet. Tagsüber bekommt man die PEP auch in HIV-Schwerpunktpraxen.

Wie funktioniert der HIV-Test?

Sie bekommen Blut abgenommen. Dies wird in einem Labor auf Antikörper zu HIV und auf HI-Virusbestandteile untersucht. Auf Ihr Testergebnis müssen Sie einige Tage warten.

Antikörper bildet der Körper nicht sofort, es dauert einige Zeit. Das sind ungefähr sechs Wochen. Diesen Zeitraum nennt man „diagnostisches Fenster“. Deshalb kann ein HIV-Test erst frühestens sechs Wochen nach dem Risikokontakt ein richtiges Ergebnis darüber liefern, ob Sie sich mit HIV angesteckt haben oder nicht.

Der HIV-Test ist ein sehr zuverlässiger Test, das bedeutet: falsche Ergebnisse sind sehr selten.

Was ist ein Schnelltest?

Ein Schnelltest liefert zwölf Wochen nach dem Risikokontakt ein sicheres Ergebnis – also sechs Wochen später als ein normaler HIV-Test!

Bei einem Schnelltest bekommt man aber schneller das Ergebnis: innerhalb von etwa 30 Minuten. 

Wo kann ich einen HIV-Test machen lassen?

Sie können einen HIV-Test machen lassen

  • bei einem Arzt 
  • in einem Gesundheitsamt 
  • bei einer Aids-Beratungsstelle oder Aids-Hilfe 
  • in einem medizinischen Labor 

Der HIV-Test ist beim Gesundheitsamt, bei den Aids-Beratungsstellen und Aids-Hilfen meistens kostenlos! Adressen finden Sie hier: https://www.aidshilfe.de/adressen?f-type=11
Beim Arzt und in einem Labor können die Kosten sehr unterschiedlich sein. Sie sollten sich vorher informieren.

Wann sollte ich einen HIV-Test machen lassen?

Ein HIV-Test sollte nur gemacht werden, wenn es wahrscheinlich ist, dass Sie sich angesteckt haben. Deshalb sollte zunächst geklärt werden, ob überhaupt ein Ansteckungsrisiko bestand.

  • Nach dem Risikokontakt müssen Sie mindestens sechs Wochen warten, bis Sie einen Test machen können. Dieser zeitliche Abstand muss eingehalten werden, um ein zuverlässiges Ergebnis zu erhalten (siehe auch „Wie funktioniert der HIV-Test“)

Test nach einem Risikokontakt

Wenn Sie einen Risikokontakt hatten, ist ein HIV-Test sinnvoll, damit Sie sicher wissen, ob Sie sich angesteckt haben oder nicht. Aber: Nicht jeder ungeschützte Kontakt ist ein Risiko. Eine Beratungsstelle gibt Ihnen ausführliche Informationen in Ihrer speziellen Situation. Lassen Sie sich beraten!

  • Im Falle einer erfolgten Ansteckung sind Sie sofort selber ansteckend und können das Virus weitergeben.

Testung im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge

Bei der Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchung in Deutschland wird immer zu einem HIV-Test geraten. Es geht dabei um die bestmögliche Versorgung der werdenden Mutter und den Schutz des ungeborenen Kindes. Die Kosten bezahlt die Krankenkasse. Wenn die Mutter mit HIV infiziert ist, kann man ihr heutzutage medizinisch gut helfen und das Risiko für eine Mutter-Kind-Übertragung fast vollständig ausschließen.

  • Zu wissen ob man HIV-positiv ist oder nicht, verschafft Sicherheit – für sich selbst und für den oder die Partner(in).
  • Wird eine HIV-Infektion früh erkannt, kann man sie auch rechtzeitig behandeln.

Wie kann man eine HIV-Infektion behandeln?

HIV kann man nicht heilen, aber inzwischen kann man es mit Medikamenten gut behandeln. Unter Behandlung wird HIV als chronische Erkrankung eingestuft.

Für eine erfolgreiche Behandlung (Therapie) sind regelmäßige Kontrollen und die richtige Einnahme der Medikamente sehr wichtig.

Nach heutigem Stand müssen die HIV-Medikamente lebenslang eingenommen werden!

Für eine erfolgreiche Therapie ist es wichtig, dass man rechtzeitig mit der Behandlung beginnt. Das ist nur möglich, wenn die HIV-Infektion früh erkannt wird.

Die Behandlung erfolgt in einer HIV-Schwerpunktpraxis oder -klinik. Dort arbeiten Fachärzte und Fachärztinnen, die auf HIV spezialisiert sind.

Mehr zu Behandlungsmöglichkeiten: https://www.hiv.de/therapie/medikamentoese-therapie oder http://www.positiv-leben.de/hiv-therapie.html

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