Fachtthema

Suchthilfe

Neue Medien in Beratung und Behandlung

Die Internetnutzung ist in den letzten Jahren stark angestiegen – im Grunde sind heute Menschen aller Altersgruppen und Bildungsschichten über das Internet erreichbar. Menschen wachsen heute mit der Nutzung neuer Medien auf, vieles wird online gemacht, das früher nur offline erfolgte: Online-Shopping, Online-Banking, Online-Kommunikation. Es findet eine Mediatisierung des Alltags statt – reale und virtuelle Welt sind miteinander verwoben, viele Menschen sind inzwischen immer und überall online.

Diese Entwicklungen haben natürlich nicht nur positive Seiten – beispielsweise sind Arbeit und Freizeit oft nicht mehr klar voneinander getrennt, es kann zu einem pathologischen Internetgebrauch kommen, zu Cyber-Mobbing und es gibt Probleme mit dem Datenschutz. Sinnvoll eingesetzt, bietet der Einsatz neuer Medien aber auch viele Chancen und Möglichkeiten.

Online-Beratung als sinnvolle Ergänzung der face-to-face-Beratung

Das Internet ist auch zu einer zentralen Informationsquelle in Bezug auf Gesundheitsinformationen geworden. Der Anspruch, alles online erledigen zu können, wird zunehmend auch an Beratung gestellt – man will alles "unter einem Dach" angeboten bekommen. Dies korrespondiert mit einem rasanten Anstieg der gesundheitsrelevanten Angebote im Internet. Es gibt Informationsportale, Online-Selbsthilfe-Tools und -Coaches, Online-Beratung und auch Online-Therapien, um nur einige zu nennen. Ein Problem dabei stellt die Beurteilung der Qualität der Angebote für die Nutzer(innen) dar.

Paar mit Sprechblasen und Caritas-LogoDie Caritas bietet eine kostenfreie, professionelle und effektive Online-Beratung unter Gewährleistung des Datenschutzes in vielen Fachbereichen, einer davon ist die Suchtberatung.Deutscher Caritasverband / Mediacompany

Seriöse und qualitativ hochwertige Online-Angebote in Beratung und Behandlung bieten viele Vorteile. Online-Beratung beispielsweise stellt eine fachkompetente, wirksame und damit gleichwertige und eigenständige Form der Beratung dar. Sie ermöglicht es, ein sehr niedrigschwelliges Angebot zu machen – in Bezug auf Anonymität, was vor allem bei eher tabuisierten Themen, wie zum Beispiel Sucht, eine wichtige Rolle spielt, aber auch bezüglich Orts- und Zeitflexibilität. Darüber hinaus können Menschen erreicht werden, die mit face-to-face-Angeboten bisher eher schwierig zu erreichen sind, etwa Menschen mit eingeschränkter Mobilität, aber auch Menschen, die außerhalb wohnen und dadurch eine Beratungsstelle nicht so schnell und einfach erreichen können.

Auch in Bezug auf das Erreichen von Medienabhängigen können Online-Angebote eine Chance darstellen. Die Möglichkeit, das Angebot jederzeit nutzen zu können, macht von Terminvereinbarungen unabhängig, was für berufstätige Menschen die Inanspruchnahme eines Beratungsangebotes erleichtert. Online-Beratung kann und soll die face-to-face-Beratung nicht ersetzen, stellt aber eine gute Ergänzung und Erweiterung der face-to-face-Beratung dar, um möglichst viele Menschen mit Hilfeangeboten zu erreichen.

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Psychosoziale Online-Beratung – Welche Chancen bietet sie?

Das Papier aus dem Fachreferat Gesundheit, Rehabilitation, Sucht im Deutschen Caritasverband gibt einen Überblick über Chancen und Möglichkeiten, die Online-Beratung eröffnen kann (Mai 2015).

Beratung und neue Medien – Virtuelle Beratungsstellen, mobile Medien und soziale Netzwerke als neue „Räume“ von Beratung?

Die Präsentation von Frau Dr. Ruf (DCV-Referat Gesundheit, Rehabilitation, Sucht) stellt Entwicklungen im Bereich Neue Medien vor und zeigt Möglichkeiten, Chancen und Grenzen dieser im Bereich Beratung und Behandlung auf (Vortrag auf dem BKB-Beratungskongress am 30.09.2014).