Fachthema

Handbuch

Beratung für Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus

Mann mit langen Haaren von hinten fotografiertWer keine Aufenthaltserlaubnis hat, lebt mit deer Angst aufzufliegen.Nina Rücker

Roberto Alborino vom Deutschen Caritasverband erklärt im Interview, was dieses Buch beinhaltet.

Herr Alborino, weshalb braucht es ein Handbuch für die Beratung von Menschen, die in Deutschland offiziell gar nicht leben dürfen?

Für die Caritas und das Rote Kreuz gilt: Wir helfen Menschen, die in Not sind. Auch denen, die nach Auffassung des Staates hier gar nicht leben dürfen, weil sie keine Aufenthaltserlaubnis haben. Der Mensch zählt, nicht sein Geschlecht, seine Sprache oder die religiöse und politische Anschauung. Seit Jahren versucht die Caritas mit vielen Partnern die Situation von Menschen zu verbessern, die hier in der sogenannten aufenthaltsrechtlichen Illegalität leben. Ihre Würde wird ständig verletzt, weil sie zum Beispiel ihre Grundrechte auf gesundheitliche Versorgung und Bildung nicht in Anspruch nehmen können.

Was bedeutet das konkret?

Grundproblem für viele Betroffene ist, dass sie nicht versichert sind und sich auch nicht an das Sozialamt wenden können. Dort würde man den fehlenden Aufenthaltsstatus aufdecken. Dennoch gibt es Wege, eine gesundheitliche Versorgung sicherzustellen. Entscheidend ist, was der Betroffene weiß, wen er kennt und wozu er finanziell in der Lage ist.
Hier wird die Komplexität des Themas deutlich: Zwar haben diese Menschen grundsätzlich Ansprüche nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Diese lassen sich jedoch nur in gesundheitlichen Notfällen, ohne Angst entdeckt zu werden, durchsetzen. Deshalb müssen die Betroffenen entweder selbst bezahlen oder die Leistungen der Gesundheitsämter und nichtstaatlicher Organisationen in Anspruch nehmen. In manchen Fällen ist es aber auch möglich, die Leistungen der Unfallversicherungen oder eines Krankenversicherungsschutzes aus dem Herkunftsland in Anspruch zu nehmen.

Um was geht es in dem Beratungshandbuch und an wen richtet es sich?

Roberto Alborino vomDeutschen Caritasverband Roberto Alborino vom
Deutschen Caritasverband

Das Handbuch skizziert die Rechtslage der Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität. Es geht um ihre Versorgung bei Krankheit, Schwangerschaft und Geburt, um den Zugang der Kinder zu Schulen und Kindertageseinrichtungen sowie um Arbeit und Wohnen. Trotz einiger Verbesserungen sind ihre Rechte oft widersprüchlich oder gesetzlich nicht geregelt. Das sorgt für Unsicherheit und erschwert die Beratung ungemein. Im Handbuch haben wir die komplexe rechtliche Materie aufgearbeitet. Unsere Berater können sich so über die aktuelle Rechtslage informieren und erhalten Handlungsvorschläge.
Das Handbuch wendet sich an alle, die diese Menschen unterstützen – sei es im Rahmen ihrer Berufsausübung oder ehrenamtlich. Da die Betroffenen nicht nur die auf ihre Situation spezialisierten Migrationsdienste besuchen, richtet sich das Handbuch auch an Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen, in Schwangerenberatungsstellen, in öffentlichen und privaten Krankenhäusern, in Standesämtern und anderen Behörden. Das Handbuch wurde fürs Jahr 2013 komplett überarbeitet und aktualisiert.

Download

Beraterhandbuch Aufenthaltsrechtliche Illegalität 2013

Die rechtliche Lage von Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis ist schwer zu durchschauen. Caritas und Rotes Kreuz haben in einem Handbuch für ehrenamtliche und hauptberufliche Berater wichtige Fakten und Adressen zusammengestellt (3. aktualisierte Ausgabe).

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