Bildungschancen 2016

Positivtrend gestoppt

Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss steigt leicht

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Seit dem Jahr 2012 wertet die Caritas jährlich die Zahlen der amtlichen Statistik zu den Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss aus. Damit lenkt sie den Blick auf die jungen Leute, die in einer Gesellschaft, deren Arbeitsplatzangebot immer mehr durch Bildung bestimmt ist, eine schlechte Ausgangsposition haben. 

Mecklenburg-Vorpommern mit stärkstem Rückgang

Während der Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss zwischen 2009 und 2012 bundesweit von 6,9 auf 5,6 Prozent gesunken war, liegt die Quote im Jahr 2014 bei 5,7 Prozent. Die Entwicklung in den Bundesländern verlief uneinheitlich. In Berlin ist die Quote um ein Prozent auf 8,7 Prozent gestiegen. Auch in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hamburg gab es einen Anstieg. Deutlich gesunken sind die Werte dagegen in Mecklenburg-Vorpommern (minus 1,7 Prozent) und Sachsen (minus ein Prozent). 

Die Bandbreite der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss in den Bundesländern ist groß und lag zwischen 4,4 Prozent in Bayern und 9,2 Prozent in Sachsen-Anhalt, das damit Mecklenburg-Vorpommern vom letzten Platz verdrängt hat.

 

Große Schwankungen auf Kreisebene

Die Caritas wertet die Zahlen der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss bis auf die Kreisebene aus (Ergebnisse in einer interaktiven Karte anzeigen). Hier gab es in Ansbach mit 1,2 Prozent den niedrigsten und im Landkreis Mansfeld-Südharz mit 14 Prozent den höchsten Wert. In mehr als der Hälfte der Kreise veränderte sich die Quote um mehr als einen Prozentpunkt. In jeweils sieben Prozent der Kreise ist sie entweder um zwei Prozentpunkte gestiegen oder gesunken.

Junge mit Kaputzenjacke vor Wand | (c) Fotolia.com | Armin StaudtOhne Schulabschluss – ohne Berufsperspektive(c) Fotolia.com | Armin Staudt

Die zum Teil deutlichen Veränderungen liegen in der Regel an veränderten Rahmenbedingungen vor Ort. Genaue Ursachen können aber nur durch eine Analyse vor Ort bestimmt werden. Mögliche andere Gründe sind zum Beispiel eine veränderte Notengebung oder statistische Schwankungen bei einer geringen Schüleranzahl.

Der regionalisierte Blick erscheint sinnvoll, da auch auf Kreisebene eine Politik gemacht werden kann, die Schülern dabei hilft zu einem Abschluss zu kommen. Eine gemeinsame Studie der Caritas und des RWI zeigt, dass die Quoten der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss vor Ort durch drei Dinge wesentlich bestimmt werden:

  • Von Bundeslandeffekten,
  • dem Anteil der Förderschüler und der
  • Arbeitslosenquote.

Daneben haben der Anteil der ausländischen Schüler, der der Beschäftigten ohne abgeschlossene Berufsausbildung und das Bruttoinlandsprodukt einen – wenn auch kleineren – Einfluss. Es gibt aber durchaus Kreise, die trotz schlechter Ausgangsbedingungen niedrige Quoten an Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss haben.

Nach Erfahrungen von Caritas-Experten aus diesen Kreisen zeigt sich, dass dort viel für die jungen Schüler getan wird – auch durch Kooperationen der unterschiedlichen Akteure. Den vielfältigen Einflussfaktoren entsprechend, ist die Bandbreite der Quoten der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss vor Ort auch höher. 

Hintergrund

Die Quoten der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss berechnen sich aus der Anzahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss eines Kreises im Verhältnis zu den Schülern, die in diesem Kreis ihre Vollzeitschulpflicht beendet haben (angenähert durch die Schüler in der Siebten Klasse vor zwei oder drei Jahren). Die Basisdaten stammen aus der Regionaldatenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, die Berechnungen wurden 2012 vom Deutschen Caritasverband (DCV) erstmals durchgeführt und in den folgenden Jahren fortgesetzt.

2012 wurden die Daten in Zusammenarbeit mit dem RWI (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung) ausgewertet und Einflussfaktoren für die Anzahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss ermittelt.

Links

Caritas-Studie

Schüler ohne Abschluss

Bildungschancen vor Ort

Interaktive Karte

Aktuelle Zahlen vor Ort

Abgänger ohne Hauptschulabschluss