Klartext

Bildungsgerechtigkeit

Keine Ausreden mehr!

Blonder Junge vor GraffitiwandOhne eine frühzeitige Förderung werden manche Jugendliche zu Bildungsverlierern.pegasusart - Fotolia

Diese lag im Bundesdurchschnitt im Jahr 2014 bei 5,7 Prozent (2013: 5,6 Prozent, 2012: 5,6 Prozent; 2011: 6,0 Prozent; 2009: 6,9 Prozent), wobei die Quote in den Kreisen und kreisfreien Städten zwischen 1,2 Prozent und 14 Prozent erheblich variierte. Schon diese extreme Streuung macht deutlich, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht, aber auch Handlungsoptionen gegeben sind. Die im Juli 2012 vorgestellte Caritas-Studie zu den Bildungschancen vor Ort zeigt zum Beispiel, dass die Verschuldung eines Kreises keinen statistisch nachweisbaren Effekt auf die Zahl der Abgänger ohne Hauptschulabschluss hat. "Damit kann sich vor Ort niemand entschuldigen, man habe nur deshalb so wenig Befähigungserfolg, weil kein Geld vorhanden sei", sagt Caritas-Präsident Peter Neher.

"Befähigung ist auch trotz widriger Umstände möglich"

Dass die Förderung von Familien und die Unterstützung junger Menschen gelingen können, zeigt die Caritas-Studie. Sie nahm Kreise und Städte unter die Lupe, bei denen weit weniger Schüler ohne Abschluss bleiben als nach ihren sozioökonomischen Voraussetzungen zu erwarten wäre. Vertreter der Caritas aus diesen Gebieten nennen mehrere Erfolgsfaktoren: "Am wichtigsten ist der politische Wille. Wo ein Bürgermeister, ein Schulamtsdirektor, die Leiterin eines Sozialamtes oder freie Träger sich das Ziel setzen, für benachteiligte Jugendliche etwas zu tun, schaffen mehr Jugendliche einen Abschluss", fasst Caritas-Präsident Neher zusammen.

Das koordinierte Zusammenspiel verschiedener Angebote und Anbieter vor Ort (auf Ebene der Stadt, des Kreises und im Sozialraum) scheint ebenfalls ein Schlüssel zum Erfolg zu sein. Ebenso wie die Schulsozialarbeit an allen Schulen, die frühen Hilfen für Kinder und deren Familien, die individuelle Lernförderung, Elternarbeit oder Programme für schulmüde Jugendliche.

Die Ursachen für eine fehlende oder ineffektive Förderung junger Menschen müssen im Einzelnen vor Ort erkundet und beseitigt werden. Für Caritas-Präsident Peter Neher geht trotz der zum Teil ernüchternden Zahlen ein ermutigendes Signal von der Studie aus: "Befähigung ist möglich! Es gibt Kreise und Städte die es trotz widriger Umstände schaffen, dass Jugendliche einen Schulabschluss erreichen. Die Caritas wird auf Bundes-, Landes- und Ortsebene versuchen, bei der Lösungssuche zu mitzuhelfen, damit sich ein Stück mehr Bildungsgerechtigkeit in unserem Land durchsetzt."

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