Hintergrund

Ohne Hauptschulabschluss

Kein Abschluss, keine Perspektive

Junges Mädchen mit SommersprossenWer keinen Hauptschulabschluss hat, blickt in eine ungewisse Zukunft.Fotolia - Ines Pérez Navarro

Statt beruflich durchzustarten, machen rund 75 Prozent der Jugendlichen ohne Schulabschluss eine Maßnahmenkarriere im sogenannten Übergangssystem. Das besteht aus schulischen Bildungsgängen und Maßnahmen außerschulischer Träger, die fit machen sollen für die Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt.

Dort können die Jugendlichen den Hauptschulabschluss nachholen oder Qualifizierungen erwerben, die bei einer späteren Berufsausbildung angerechnet werden. Doch so weit kommen nicht alle. Stattdessen besuchen viele ein Förderprogramm nach dem anderen, ohne den Absprung in eine Ausbildung zu schaffen.

Jeder Fünfte ohne Ausbildung ist arbeitslos

Wer doch eine Anstellung findet, landet in der Regel im Niedriglohnsektor. Außerdem ist die Gefahr arbeitslos zu werden überdurchschnittlich groß. Laut dem Bildungsbericht 2016 lag die Arbeitslosenquote von Menschen ohne Berufsausbildung 2014 bei 20 Prozent. Bei Personen mit einer beruflichen Ausbildung war sie mit fünf Prozent deutlich niedriger. Ein Hochschulabschluss reduzierte die Arbeitslosenquote sogar auf drei Prozent. Aufgrund der Arbeitslosigkeit und der Jobs im Niedriglohnsektor liegt das Armutsrisiko dieser Menschen weit über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.

Immer mehr fühlen sich abgehängt

Die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern spüren, dass die formale Bildung aufgrund des zunehmenden Qualifizierungsdrucks auf dem Arbeitsmarkt immer wichtiger wird. Wer da nicht mitkommt, leidet oft an individuellen Versagensängsten und unter Stigmatisierungen. Eine Studie im Auftrag der baden-württembergischen Caritasverbände zeigt, dass Kinder aus armen Familien, die in der Grundschule noch positiv in die Zukunft schauen, später häufig frustriert und resigniert sind. Das bestätigen andere Studien, die sich mit den individuellen Lebenslagen junger Menschen befassen. Sie berichten von einer kleinen, aber wachsenden Gruppe von Jugendlichen, die sich gesellschaftlich abgehängt fühlt und wenig positiv in die Zukunft blickt. 

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