Caritas 2020

Wegmarken

Caritas als verortete und sichtbare Kirche

K1

Die gemeindliche und die verbandliche Caritas nutzen und stärken gemeinsam ihre Verortung in den Lebenswelten der Menschen. Mit Offenheit und Dialogbereitschaft versuchen sie der biblischen Botschaft zu folgen. Sie suchen geeignete Bündnispartner, schließen sich bestehenden Netzwerken im sozialen Nahraum, in der Nachbarschaft, in der dörflichen Gemeinschaft oder in der ländlichen Region an oder initiieren solche.

Die verbandliche Caritas lässt sich unvoreingenommen auf alle Menschen mit ihren Lebensverläufen ein. Sie arbeitet mit allen zusammen, welche die alltägliche Lebenswelt der Betroffenen teilen. Sie bemüht sich insbesondere um eine lebens- und sozialraumorientierte Vernetzung mit der gemeindlichen (ehren- wie hauptamtlichen) Diakonie. Die Caritas unterstützt im Rahmen ihrer Möglichkeiten grundsätzlich alle Menschen - unabhängig von deren Religion, Herkunft und Geschlecht. Kriterien sind die Exklusion und die Hilfebedürftigkeit von Menschen. Sie lässt die Authentizität der Anderen zu; aber sie zeigt ohne Aufdringlichkeit die biblische Überzeugung und das kirchliche Profil. (Verbandliche) Caritas ist Kirche. Deswegen entwickelt sie auch mit den Mitarbeitenden das Profil einer kirchlichen Einrichtung und macht es sichtbar. Einrichtungen der Caritas sind weder Einrichtungen von Katholiken für Katholiken noch öffentliche Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft. Sie sind gerade deshalb kirchliche Einrichtungen, weil sie sich insbesondere den Hilfebedürftigen und Ausgegrenzten verpflichtet fühlen.


K2

Die verbandliche Caritas befähigt sich, die Kompetenzen und Sichtweisen der Armen und Hilfesuchenden zu kennen und einzubeziehen, und entwickelt Formen der Beteiligung an ihren zentralen Entscheidungen auf allen Ebenen.

Die soziale Dimension des Evangeliums fordert "an erster Stelle die gesellschaftliche Inklusion der Armen" (Evangelii Gaudium 185). Die Caritas wie die gesamte Kirche setzen sich  nicht nur für die gesellschaftliche Inklusion der Ausgeschlossenen und Benachteiligten ein, sondern sind selbst inklusiv verfasst. Neben einem tiefgreifenden Mentalitätswechsel aller Caritasverantwortlichen sind auch strukturelle Veränderungen notwendig. So kann die kirchliche Caritas Teil einer "armen Kirche für die Armen" (EG 198) werden. Die  Caritas verortet ihre Kirche damit nicht nur in der Lebenswelt der Benachteiligten, sondern räumt den "Kleinen und Schwachen" in der Nachfolge Jesu Christi in ihrer eigenen Mitte einen bevorzugten Platz ein.


K3

Um Menschen in Not über den Bereich der staatlichen Refinanzierung hinaus helfen zu können, braucht die verbandliche Caritas auskömmliche und verlässliche Ressourcen aus Kirchenmitteln.

Die Kirche und ihre Caritas sind glaubwürdig, weil Kirchengelder gerade auch für Armutsdienste eingesetzt werden. Caritasorganisationen veröffentlichen, welche Lebenslagen von Menschen durch die Mittel verbessert werden. Eine kirchliche Basisfinanzierung ist wichtig, um nicht in Abhängigkeiten zu geraten. Auch die verbandliche Caritas setzt sich selbst mit der Frage auseinander, wofür sie ihr Vermögen einsetzt und wie viel strukturelle und finanzielle Sicherheit sie braucht. Was ist wesentlich für die Arbeit – was braucht es nicht, um die Arbeit zu tun?

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Wegmarken für den Zukunftsdialog Caritas2020

Die zweite Phase des Zukunftsdialogs der Caritas startet mit diesen Wegmarken. Die Delegiertenversammlung des Deutschen Caritasverbandes sieht darin die Grundlage für die verbandliche Weiterentwicklung der nächsten fünf Jahre.