Caritas 2020

Wegmarken

Caritas als sozial- und gesellschaftspolitischer Akteur

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Die verbandliche Caritas engagiert sich aus ihrem christlichen Auftrag heraus als An-wältin und Solidaritätsstifterin. Das Spannungsfeld zwischen den Anforderungen, sich im Wettbewerb zu behaupten, und dem christlich-ethischen Anspruch ist vor allem für soziale Einrichtungen der Caritas eine Herausforderung, denn auch sie müssen ihre Aufgabe als Anwalt und Dienstleister im Sozialraum verwirklichen. Dabei muss die Lebenslage der Menschen, die Rat, Hilfe und Unterstützung erwarten, maßgebend sein.

In vielen Leitbildern der verbandlichen Caritas wird der Anspruch formuliert, Sozial- und Gesellschaftspolitik mitzugestalten. Dies geschieht als Anwalt und Partner Benachteiligter und von Menschen am Rande der Gesellschaft. So heißt es zum Beispiel:

  • Die verbandliche Caritas tritt gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen entgegen, die zur Benachteiligung oder zur Ausgrenzung Einzelner oder ganzer gesellschaftlicher Gruppen führen.
  • Sie macht die Öffentlichkeit auf bestehende Nöte aufmerksam.
  • Sie wirbt für solidarisches Handeln auf der Grundlage christlicher Werte.
  • Sie wirkt im Gesundheits-, Sozial, Erziehungs-, Bildungs- und Beschäftigungsbereich an der Sicherung einer flächendeckenden Grundversorgung der Bevölkerung mit. Grundlage dafür ist das Subsidiaritätsprinzip.
  • Sie hilft den Blick zu schärfen für jeweils neu entstehende Notlagen.
  • Sie bemüht sich verstärkt in ihren Diensten und Einrichtungen um Hilfen für mittellose Menschen, die keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben oder bisher an Zugangshürden zu den Hilfesystemen scheitern.

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Die verbandliche Caritas fordert das Subsidiaritätsprinzip ein und verwirklicht es bei der Erbringung sozialer Dienstleistungen. Menschen müssen ein Wunsch- und Wahlrecht bei der Auswahl sozialer Dienstleistungen haben. Hierfür braucht es verschiedenartige Anbieter. Um dieses Prinzip zu ermöglichen, verpflichtet sich die Caritas in Regionen, in denen sie eine Monopolstellung innehat oder einnehmen könnte, auf die Pluralität des Angebots zu achten und sich gegebenenfalls zurückzunehmen.

Die Caritas fördert mit ihrer sozialen Arbeit die gesellschaftliche Teilhabe, die Autonomie und die Fähigkeit zur Selbstsorge der Hilfesuchenden. Das Subsidiaritätsprinzip wird dabei in der Gesellschaft und der Politik nicht immer verstanden und gelebt. Es stärkt jedoch das Wunsch- und Wahlrecht und gibt Raum für das zivilgesellschaftliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Für die verbandliche Caritas ist es deshalb ein wichtiges Strukturelement einer freiheitlichen Gesellschaft. Als solches muss es offensiv beworben und gleichzeitig durch die verbandliche Caritas glaubwürdig umgesetzt werden.


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Die Caritas vernetzt sich mit Betroffenen, mit sozial Engagierten und anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren und kooperiert mit ihnen, um gemeinsam gerechte Lösungen zu suchen.

Die Caritas geht strategische Partnerschaften mit Betroffenen, Freiwilligen und anderen Akt-euren der Zivilgesellschaft ein. Sie wirbt um innerkirchliche Unterstützer und sucht Bündnispartner. Damit schärft die Caritas auf allen Ebenen ihr anwaltschaftliches Profil und tritt konsequent für eine sozial gerechte und solidarische Gesellschaft ein.

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Wegmarken für den Zukunftsdialog Caritas2020

Die zweite Phase des Zukunftsdialogs der Caritas startet mit diesen Wegmarken. Die Delegiertenversammlung des Deutschen Caritasverbandes sieht darin die Grundlage für die verbandliche Weiterentwicklung der nächsten fünf Jahre.