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Wer zahlt was?

So finanziert sich die Caritas

Hintergrund: Finanzierung sozialer Dienste in Deutschland

Bestimmte Hilfen für Menschen in schwierigen Lebenslagen sind gesetzlich festgelegt (Sozialstaatsprinzip im Grundgesetz). Welche Leistungen das sind, regelt der Bund in den Sozialgesetzen. Die Umsetzung übernehmen private oder freie gemeinnützige Träger und Verbände wie die Caritas (Subsidiaritätsprinzip). Sie betreiben zum Beispiel Krankenhäuser, Altenheime oder Kindertageseinrichtungen. Dadurch können die Kunden zwischen Anbietern mit unterschiedlichem Leistungsprofil wählen.

Der Kern der Leistung ist bei allen gleich, wird von staatlichen Stellen wie den Sozial- und Jugendämtern kontrolliert und hat eine Regelfinanzierung. Wenn der Anspruch der Dienste und Einrichtungen über den sozialpolitisch festgelegten Rahmen hinausgeht, setzen sie für deren Finanzierung auch Eigenmittel ein.

Neben den regelfinanzierten Sozialleistungen bietet die Caritas auch Beratungen und Hilfen an, die sich am Bedarf vor Ort orientieren. Diese freiwilligen und ergänzenden Leistungen finanzieren sie über öffentliche Zuschüsse, Spenden oder Eigenmittel. Für die Caritas und die anderen Träger der Freien Wohlfahrtspflege gilt das Prinzip der Selbstlosigkeit. Alle Mittel dürfen nur für satzungsmäßige Zwecke verwendet werden. Die Träger verfolgen ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke.

Finanzierungsquellen der Caritas für soziale Dienstleistungen

Grafik zeigt Finanzierungsquellen der Caritas im ÜberblickDie Angebote der Caritas finanzieren sich aus öffentlichen Zuschüssen, der Sozialversicherung, Spenden, Eigenmitteln und den Beiträgen der Kunden, Klienten oder Patienten.
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DCV/infografiker.com

Die Leistungen der Caritas werden über unterschiedliche Quellen finanziert.

  • Sozialversicherung (Leistungsentgelte der Leistungsträger) Das Krankenhaus, die Sozialstation, die Altenpflege, … erhalten für ihre Leistungen gesetzlich geregelte Entgelte aus der Pflege-, Kranken-, Unfall- und Rentenkasse.
  • Eigenbeiträge der Leistungsempfänger Einen Teil der Leistungen der Kindertagesstätte, der Sozialstation, des Altenheimes bezahlen die Eltern, Patienten oder alten Menschen aus eigener Tasche.
  • Öffentliche Zuschüsse Kindertagesstätten, Wohnheime für Menschen mit Behinderung oder die Beratung für Menschen mit Suchtproblemen, … erhalten Zuwendungen von Bund, Ländern und Kommunen. Die Höhe wird zum Teil zwischen den öffentlichen Stellen und den Anbietern ausgehandelt und ist deshalb regional unterschiedlich.
  • Eigenmittel der Caritas Zu den Eigenmitteln gehören Erträge aus Vermögen oder Vermietungen von Gebäuden, Kirchenkollekten und Kirchensteuern sowie Zuschüsse von Soziallotterien und Förderstiftungen. Diese Gelder ermöglichen es den Verbänden oder Trägern von Einrichtungen eigene Schwerpunkte zu setzen, ihr Angebot am Bedarf vor Ort auszurichten oder Modellprojekte zu realisieren. Die Eigenmittel werden vor allem bei Angeboten für von Armut betroffene Personen eingesetzt, deren Hilfen nicht oder nicht vollständig rechtlich abgesichert sind.
  • Spenden und Stiftungen Spender(innen) und Stifter(innen) unterstützen mit ihrem Geld die Arbeit der Caritas für von ihnen festgelegte Zwecke.

Finanzierung von gesetzlich geregelten Sozialleistungen

Menschen mit Behinderung, Kinder- und Jugendliche, alte oder kranke Menschen haben einen Anspruch auf bestimmte Sozialleistungen. Die sind in den Sozialgesetzen geregelt und werden unter anderem von freien Trägern wie der Caritas angeboten. Diese erhalten dafür Leistungsentgelte von der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung oder den Jugend- und Sozialhilfeträgern.

Die Höhe der Entgelte handeln die Kassen mit den Leistungserbringern aus. Sie müssen so gestaltet sein, dass sie bei wirtschaftlicher Betriebsführung die Kosten für Betreuung, Pflege oder Behandlung, die Unterkunft und die Verpflegung sowie die Investitionen abdecken. Wenn der Anspruch der Dienste und Einrichtungen der Caritas an ihr Angebot über den sozialpolitisch festgelegten Rahmen hinausgeht, fließen auch Eigenmittel des jeweiligen Trägers ein.

Bei einigen Leistungen wie der Pflege alter Menschen, müssen die Patienten einen Teil der Kosten selbst übernehmen. Falls jemand dazu finanziell nicht in der Lage ist, springt die Sozialhilfe ein. Bei Krankenhäusern erfolgt die Finanzierung der Investitionen über pauschale oder individuelle Zuwendungen der Bundesländer.

Finanzierung freiwilliger und ergänzender Leistungen

Viele Angebote für Menschen in schwierigen Lebenslagen sind nicht gesetzlich geregelt. Dazu gehören Beratungs- und Betreuungsleistungen wie die Suchtberatung, die Schuldnerberatung, Migrationsdienste oder Frühen Hilfen für junge Familien. Die Kommunen, Landkreise oder Bundesländer verstehen diese Leistungen - wie die Müllabfuhr oder die Versorgung mit Wasser - als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge und finanzieren diese zum Teil mit. Die Höhe der Zuwendungen legen die Kommunen, Kreise und Länder individuell fest. Deshalb muss die Caritas als Anbieter solcher Leistungen unterschiedlich viele Eigenmittel einbringen, um den Service kostendeckend zu gestalten.

Zuwendungen sind immer zweckgebunden für bestimmte Projekte oder Angebote. Ihre sachgerechte Verwendung müssen die Einrichtungen und Dienste der Freien Wohlfahrtspflege gegenüber der öffentlichen Hand oder den Trägern der Sozialversicherung nachweisen.

Spenden, Zuwendungen von Förderstiftungen, Vermögenserträge, Einnahmen aus Kollekten, Kirchensteuern sowie Zuschüsse aus Soziallotterien ermöglichen der Caritas die Finanzierung modellhafter Vorhaben und ergänzender Betreuungsangebote. Auch über deren Verwendung und die damit erzielten Wirkungen legt die Caritas Rechenschaft ab.

Da viele Leistungen der Caritas unter anderem über öffentliche Mittel finanziert werden und diese von den Ländern, Kreisen und Kommunen abhängen, lassen sich keine generellen Aussagen über die Anteile der Finanzierungsquellen treffen.

Konkrete Beispiele für die Finanzierung einzelner Dienste und Einrichtungen können Sie sich anschauen, wenn Sie in folgender Grafik auf das Arbeitsfeld klicken, das Sie interessiert:

Grafische Darstellung der Arbeitsfelder der Caritas mit Zahlen zu Mitarbeitern, Plätzen und EinrichtungenÜbersicht der Arbeitsfelder der Caritas in Deutschland. Die Zahlen wurden 2013 in der Caritas-Zentralstatistik erhoben.DCV/infografiker.com

Gesundheitshilfe der Caritas Kinder- und Jugendhilfe Familienhilfe Altenhilfe der Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie Weitere Soziale Hilfen

So finanzieren sich die Angebote der Caritas

Symbolzeichnung einer Caritas-Mitarbeiterin mit einem blinden Mann / DCV

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Wer zahlt was?

Die Angebote für Menschen mit Behinderung sind gesetzlich geregelt und werden größtenteils aus den Haushalten von Kommunen, Kreisen oder Bundesländern finanziert. In einige Bereiche fließen auch Gelder aus der Sozialversicherung. mehr

Erzieherin mit Kindern

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Kindertageseinrichtungen, Kinder- und Jugendheime oder die Schulsozialarbeit - die meisten Angebote finanzieren sich aus Mitteln der Kommune, Kreise oder Bundesländer. Da diese unterschiedlich hoch sind, bringt die Caritas in einigen Feldern auch Eigenmittel ein. mehr

Caritas-Mitarbeiterin spricht mit schwangerer Frau, deren Mann und dem Kind im Buggy / DCV

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Die Kommunen, Kreise und Bundesländer übernehmen einen Großteil der Kosten der Beratungsangebote für Familien. Um Leistungen anbieten zu können, die über das gesetzlich geregelte Maß hinaus gehen, setzt die Caritas in diesem Bereich auch Eigenmittel ein. mehr

Alter Mann wird von Caritas-Pflegerin im Rollstuhl geschoben / DCV

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Viele Angebote für alte oder pflegebedürftige Menschen werden über die Pflege- oder Krankenversicherung finanziert. Meist müssen die Patienten auch selbst einen Beitrag leisten. Beratungsangebote für alte Menschen finanziert die Caritas komplett aus Eigenmitteln. mehr

Pfleger mit Patient / DCV

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Die Caritas betreibt viele Krankenhäuser, Sozialstationen oder Hospize. Die Angebote sind größtenteils gesetzlich geregelt und somit über die Sozialversicherung finanziert. Allerdings geht es in manchen Bereichen nicht ohne Spenden oder Eigenmittel der Caritas. mehr

Symbolzeichnung einer Caritas-Mitarbeiterin im Gespräch mit einem Klienten / DCV

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Die Caritas bietet Schuldnern, Suchtkranken oder Wohnungslosen spezielle Hilfen. Diese sind meist nur zum Teil finanziert und können ohne Eigenmittel der Caritas nicht aufrecht erhalten werden. Die Kosten der Allgemeinen Sozialberatung übernimmt die Caritas überwiegend selbst und ist auf Spenden angewiesen. mehr

Symbolzeichnung eines Caritashauses mit Mitarbeiter(innen) und Kund(inn)en / DCV

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Wer zahlt was?

Der Deutsche Caritasverband ist ein Zusammenschluss rechtlich eigenständiger Träger. Er organisiert unter anderem die sozialpolitische Arbeit der Caritas auf Bundesebene. Das Not- und Katastrophenwerk Caritas international ist weltweit im Einsatz und zu einem Großteil auf Spenden angewiesen. mehr