Die Pflege wieder stärker in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit zu rücken - das war das zentrale Thema eines Austauschs der Landtagsabgeordneten Birgit Heitland mit der Hessischen Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege Diana Stolz im Caritasheim St. Elisabeth in Bensheim.
Gemeinsam mit Caritasdirektor Winfried Hoffmann, Heimleiterin Frau Schaider sowie Frau Trömer-Schütz vom Sozialdienst wurde intensiv über aktuelle Herausforderungen und Chancen in der Pflege gesprochen.
"Die Pflege muss einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft haben", betonte Heitland. Sie lobte dabei ausdrücklich den Einsatz von Staatsministerin Stolz, die in der Landespolitik seit Amtsantritt vor knapp 2 Jahren einen klaren Schwerpunkt auf das Thema Pflege legt und den Austausch mit Einrichtungen und Verbänden aktiv sucht.
Im Gespräch wurde deutlich, welche große und unverzichtbare Arbeit die Caritas insgesamt leistet. Besonders hervorgehoben wurde dabei der engagierte Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Caritasheim St. Elisabeth. "Die Beschäftigten hier leisten jeden Tag wertvolle Arbeit für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger und ermöglichen ihnen Teilhabe, Würde und Gemeinschaft", so Heitland.
Caritasdirektor Hoffmann berichtete unter anderem über neue Angebote wie die Einrichtung "Haus Marillac", die auf ein innovatives Wohngruppenkonzept setzt. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass neue Pflegeformen oft vor Herausforderungen stehen, etwa wenn Kosten von Kostenträgern noch nicht vollständig übernommen werden.
Ein zentrales Thema war zudem der Fachkräftemangel in der Pflege. Heimleiterin Schaider schilderte, dass insbesondere die Anerkennung ausländischer Abschlüsse häufig lange dauere und Verfahren sehr unterschiedlich gehandhabt würden. Staatsministerin Stolz verwies in diesem Zusammenhang auf das hessische Pflegequalitätszentrum (PQZ), das Einrichtungen bei der Vermittlung von Fachkräften sowie bei bürokratischen Verfahren unterstützt. Zudem setze sich das Land weiterhin für Entbürokratisierung und schnellere Verfahren in diesem Themenfeld ein.
Auch neue Wege bei der Gewinnung von Pflegekräften wurden diskutiert. So berichtete Hoffmann von Initiativen der Caritas, Pflegekräfte aus dem Ausland auszubilden - mit Sprachkursen im Herkunftsland und anschließender Ausbildung nach deutschem Recht, beispielsweise mit Menschen aus Marokko.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bedeutung sozialer Kontakte für ältere Menschen. Pflegebedürftige Menschen seien besonders oft von Einsamkeit betroffen. Gleichzeitig könne Einsamkeit die Pflegebedürftigkeit beschleunigen. Begegnungsangebote, Betreuungsgruppen und Tagesangebote spielten eine wichtige Rolle, um soziale Teilhabe zu ermöglichen.
Darüber hinaus wurden Themen wie Digitalisierung in der Pflege, Kooperationen zwischen Schulen und Pflegeeinrichtungen sowie Projekte zur stärkeren Begegnung zwischen jungen und älteren Menschen angesprochen. Programme wie das Landesförderprogramm "Mitten im Leben", die Generationen zusammenbringen, würden laut Hoffmann und Schaider sehr gut angenommen.
"Der Austausch vor Ort zeigt, wie wichtig der direkte Dialog zwischen Politik und Pflegepraxis ist", sagte Heitland abschließend. "Mein besonderer Dank gilt der Caritas und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im St. Elisabeth in Bensheim für ihren täglichen Einsatz für die Menschen."
Austausch StM Stolz zu Herausforderungen und Chancen der Pflege Caritasheim St. Elisabeth BensheimQuelle: Abgeordnetenbüro Birgit Heitland, MdL