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Fremd und sprachlos in der neuen Heimat

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350 Kinder aus 45 Nationen besuchen die Schule an der Implerstraße in der Münchner City. Sie kommen aus neun afrikanischen, elf asiatischen, fünf südamerikanischen und 20 europäischen Staaten. Viele von ihnen können kaum Deutsch, wenn sie eingeschult werden. Über ihr Leben und ihre Gefühle zu sprechen, wäre aber besonders wichtig, weil viele von ihnen auf der Flucht traumatische Erfahrungen gemacht haben. "Wir versuchen bei jedem Kind zunächst herauszufinden, was es in der Vergangenheit erlebt hat und wie die Zuwanderungsgeschichte ist. Darauf richten wir unsere pädagogische Arbeit aus", berichtet Bärbel Barretta, Fachdienstleitung Kinder, Jugend und Familie im Caritas-Zentrum-Innenstadt, das die Schulsozialarbeit koordiniert.

Wörterbücher als Kommunikationshilfe

Wörterbücher in verschiedenen SprachenJe ausgefallener die Sprache desto teurer ist das Buch – aber für die neuen Schüler(innen) sind die Bücher auch ungemein wertvoll.DiCV München

Dank einer großzügigen Spende konnte jetzt ein Schwung Wörterbücher erworben und als Leihgabe an die Mädchen und Buben verteilt werden. "Wir haben ein Begrüßungsritual entwickelt, das in der Klassengemeinschaft für Neuankömmlinge zelebriert wird", berichtet Barretta. Alle Schüler(innen) stellten sich im Kreis auf und überreichten den neuen Mitschüler(inne)n ein verpacktes Willkommensgeschenk. Neben Federmäppchen, Füller, Stiften und einer Tafel Schokolade gehöre dazu ein Wörterbuch in der jeweiligen Muttersprache, das die Schüler(innen) das ganze Jahr über behalten dürften. "Die Freude ist jedes Mal riesengroß und ich bin immer sehr ergriffen, wenn die jungen Migrant(innen) im September in die Schule kommen und kaum Deutsch sprechen, mir aber dann an Weihnachten oftmals schon ihre persönliche Geschichte erzählen können", sagt Herr Goß von der Schulsozialarbeit.

Hohe Kosten für Wörterbücher in seltenen Sprachen

Ein junger Flüchtling aus Eritrea habe sich mit niemandem verständigen können und regelmäßig mit Frustration und Wut reagiert. Seitdem er sein Wörterbuch in tigrinischer Sprache habe, hätte sich sein Verhalten grundlegend geändert. "Leider variieren die Kosten für die Wörterbücher sehr stark, je ausgefallener die Sprache desto teurer ist das Buch. Die Spanne liegt zwischen 12 und 140 Euro pro Buch", berichtet die Bärbel Barretta, die gemeinsam mit ihrem Team versucht, jedes Jahr rund 100 neue Wörterbücher zu beschaffen. "Die brauchen wir auch, denn nach einem Schuljahr ständiger Nutzung kann man sich vorstellen, dass manche Bücher in keinem guten Zustand mehr sind."


Wanderausstellung "Was ist Heimat?"

Zusammen mit der Schulsozialarbeit an der Implerstraße präsentiert der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e. V. die Fotoausstellung "Was ist Heimat?".

Zwei Männer vor einem PlakatDlkhwaz, 18 Jahre, und der Fotograf Rodrigo Villeda bei der Ausstellungseröffnung. DiCV München

Der aus Guatemala stammende Fotograf Rodrigo Villeda hat in der Schule an der Implerstraße gemeinsam mit Schulsozialpädagogen und jungen Flüchtlingen und Migranten in einem einzigartigen Fotoprojekt deren individuelle Gedanken und Gefühle in Bildern, Fotos und Videos festgehalten.

Seitdem gehen die Stellwände als Wanderausstellung durch verschiedene Caritas-Einrichtungen.

Links

Kassel

Jugendmigrationsdienst

Hilfe zur Selbsthilfe für Flüchtlinge

Das tut die Caritas

... in Deutschland

Neue Perspektiven in einem neuen Land

Mannheim

Projekt "Kisiko"

Ferienspaß ist für alle da

Karlsruhe

IN VIA-Projekt

Hilfen für Arbeitsmigrantinnen in Not