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Hilfen für Arbeitsmigrantinnen in Not

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Zwei Frauen sitzen mit Beraterin am Tisch Fragen klären und Problemlösungen suchen: Zwei Haushaltshilfen aus Osteuropa im Gespräch mit Ursula Zetzmann (Mitte) von der Karlsruher Anlaufstelle. Susanne Daferner, Bahnhofsmission Karlsruhe

Viele geraten in einen Strudel aus Ausbeutung, Angst und Aggression. 2011 konnte IN VIA, Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit in der Erzdiözese Freiburg e.V., mit Unterstützung einer privaten Stiftung eine feste Anlaufstelle für Arbeitsmigrantinnen in Not an der Karlsruher Bahnhofsmission etablieren: das Projekt "CoHa - Cosmobile Haushaltshilfen". Direkte Ansprechpartnerin ist seitdem Ursula Zetzmann, neben extra geschulten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der Bahnhofsmission.

Manche Frauen befinden sich in einer Krisensituation, haben keine Unterkunft oder benötigen Unterstützung bei der Heimreise. Andere kommen, weil sie Rat und eine Gesprächspartnerin benötigen. 50 Prozent der Arbeitsmigrantinnen, die häufig als Pflegekraft oder Haushaltshilfe über eine ausländische Agentur vermittelt wurden, kommen regelmäßig zur Beratung von CoHa. Geraten sie an die falschen Leute und in Arbeitsverhältnisse mit geringer Entlohnung, fehlenden Sozialleistungen und ungeregelten Arbeitsverhältnissen, wird die Arbeit zur extremen Belastung. "Sobald die Frauen ihre Arbeitsbedingungen ansprechen und publik machen wollen, werden viele unter Druck gesetzt", berichtet Ursula Zetzmann. Viele Betroffene scheuen sich daher, aus dem Schatten zu treten und ihre Situation öffentlich zu machen.

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegewissenschaft geht davon aus, dass etwa 145.000 Osteuropäerinnen in Deutschland Pflegebedürftige betreuen, meist illegal, ohne vertraglich gesicherten Lohn und geregelte Arbeitszeiten.

Zudem kommen auch Frauen, die Opfer von Menschenhandel wurden oder Migrantinnen, die eine Arbeit in der Pflege suchen und keine Unterkunft haben. In diesen Fällen vermitteln die gut vernetzten Mitarbeitenden von CoHa weiter an Frauen- und Fachberatungsstellen, organisieren medizinische Versorgung und helfen durch Kontakte zu Organisationen in Osteuropa.

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