Stifter werden

Eine eigene Stiftung gründen

Engagieren Sie sich zu Lebzeiten in Ihrer Stiftung, organisieren Sie Spendenaktionen und tragen Sie so ihre Idee weiter. Durch die Einrichtung einer eigenen Stiftung können Sie alle Steurvorteile nutzen. Zwei Modelle sind möglich:

Rechtsfähige Stiftung gründen

Grundlage für rechtsfähige Stiftungen ist die einseitige Willenserklärung des Stifters (zu Lebzeiten, in einem Testament oder Erbvertrag) sowie die staatliche Anerkennung durch die Stiftungsbehörde des Landes, in dem die Stiftung ihren Sitz hat. Die Stiftung benötigt eine Satzung, in der Namen, Sitz, Zweck und die Höhe des Vermögens festgelegt werden. Außerdem braucht die Stiftung einen Vorstand. Diese Form der Stiftung wird meist genutzt, wenn der Stifter über ein hohes Kapital verfügt.

Treuhänderisch verwaltete Stiftung gründen

Bei treuhänderisch verwalteten Stiftungen überträgt der Stifter sein Stiftungsvermögen an eine bestehende Caritas-Stiftung. Als Treuhänderin verwaltet sie dieses getrennt von eigenem Vermögen. Der Stiftungszweck wird in einer in eigenen Satzung festgehalten. Meist erhält die Stiftung ein Gremium, das über die Verwendung der Stiftungsmittel entscheidet. Nach außen handelt der Treuhänder für die Stiftung. Der Vorteil: Einfache und kostengünstige Verwaltung durch die Synergien in der Caritas-Stiftung, keine jährlichen Prüfungen durch die Stiftungsaufsicht, Gründung und Anerkennung innerhalb von drei Wochen. 

Das Stiftungskapital einer treuhänderisch verwalteten Stiftung muss so bemessen sein, dass Verwaltungsaufwand und Ertrag der Stiftung perspektivisch in angemessenem Verhältnis zueinander stehen und der Zweck nachhaltig verwirklicht werden kann.

Eine Stiftung durch einen Nachlass oder ein Testament gründen

Viele Menschen gründen ihre Stiftung bereits zu Lebzeiten. Dadurch könnnen Sie sich für den von ihnen gewählten Förderzweck stark machen. Es ist aber auch möglich, eine Stiftung mit einem Nachlass zu gründen. Damit geben Sie der Gesellschaft etwas von dem zurück, was Sie in Ihrem Leben erhalten oder erarbeitet haben. Im Testament bestimmen Sie den Stiftungszweck sowie den Namen der Stiftung. Außerdem legen Sie fest, wer den Vorstand übernimmt und mit welchem Grundstockvermögen die Stiftung ausgestattet werden soll.

Diese Form der Stiftungsgründung hat den Vorteil, dass Sie sicher sein können, was nach Ihrem Tod mit Ihrem Erbe geschieht. Sie setzen damit ein bleibendes Zeichen für eine solidarische Welt. Ihr Nachlass kommt zu 100 Prozent dem Stiftungszweck zu Gute: Der Staat erhebt darauf keine Erbschaftssteuer.

Eine bestehende Stiftung unterstützen

Durch Spenden oder ein Testament können Sie bereits bestehende Stiftungen unterstützen. Durch eine solche Zustiftung wird deren Stiftungsvermögen aufgestockt. So werden Sie schnell und ohne bürokratischen Aufwand zum Stifter oder zur Stifterin. Dieser Schritt ist vor allem dann interessant, wenn eine Stiftung schon den ihnen wichtigen Zweck unterstützt. Durch das 2007 in Kraft getretene "Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements" können Sie innerhalb von zehn Jahren maximal eine Million Euro (als Ehepaar zwei Millionen) steuerlich wirksam zustiften. Wenn eine Erbschaft innerhalb von 24 Monaten an eine gemeinnützige Stiftung übertragen wird, fällt keine Erbschaftsteuer an. Bereits gezahlte Erbschaftsteuer wird zurückerstattet.