Im Portrait

Ruth Baron

Nachhaltige Förderung der Schwangerenkonfliktberatung

Ruth BaronRuth Baron: Engagierte katholische Journalistin und Stifterinprivat

Um dem Willen von Ruth Baron zu entsprechen, fließt das Geld in die von der Wilhelm Emmanuel von Ketteler-Stiftung verwalteten Netzwerk Leben-Stiftung. Deren Zweck ist der Schutz des ungeborenen Lebens. Hierzu gehört die Förderung der Initiative der Caritas und des Bistums Mainz für Frauen und Familien in Schwangerschaft und Notsituationen sowie der katholischen Beratungsstellen für diesen Personen. "In den vergangenen Jahren sind aus den Stiftungserträgen viele überwiegend kleine Projekte für schwangere Frauen im ganzen Bistum gefördert worden", erklärt Thomas Karst, Vorstandsvorsitzender der Wilhelm Emmanuel von Ketteler-Stiftung.

Ruth Baron wurde am 22. August 1921 in Landau in der Pfalz geboren und wollte schon als Kind Journalistin werden. Noch während des Krieges hatte sie das Studium der Zeitungswissenschaften, Philosophie, Psychologie, Germanistik und Geschichte begonnen. Über München, Wien, Berlin und Heidelberg kam sie nach Kriegsende nach Mainz und nahm ihr Studium an der 1946 von den Franzosen wieder gegründeten Universität auf.

Nach einer Tätigkeit in der Staatskanzlei des neugegründeten Bundeslandes Rheinland-Pfalz und einem einjährigen Studienaufenthalt in Frankreich folgten 13 Jahre freiberufliche Tätigkeit als Korrespondentin für Landespolitik bei Zeitungen und Nachrichtenagenturen in Rheinland-Pfalz. 1959 wirkte sie maßgeblich mit am Aufbau der Katholischen Nachrichtenagentur KNA im Rhein-Main-Gebiet. 1965 kam das Angebot des damaligen Mainzer Bischofs und späteren Kardinals Hermann Volk, eine bischöfliche Pressestelle für das Bistum Mainz aufzubauen und zu leiten.

Ruth Baron war damals als Journalistin in der Konzils-Aufbruchzeit die erste Frau an der Spitze einer Bischöflichen Pressestelle in Deutschland und hat diese in der Folgezeit 17 Jahre geleitet. Sie hat in diesen Jahren einige Höhepunkte im Mainzer Kirchenlebens mit großem Engagement begleitet. Zu ihren Aufgaben in der Pressestelle gehörte unter anderem die Leitung des für den Papstbesuch im Jahre 1980 eingerichteten zentralen Pressezentrums.

Wichtig war ihr stets auch die Entwicklung der Katholischen Kirche in den kommunistischen Ostblockstaaten. So knüpfte sie zahlreiche Kontakte mit Menschen in der DDR, in Polen und Ungarn, was damals durchaus umstritten war. Vermutlich  basiert ihr Entschluss, die Arbeit der Katholischen Kirche für den Schutz des ungeborenen Lebens in ihrem Testament zu bedenken, ihren Erfahrungen als Leiterin der Bischöflichen Pressestelle.

Auch nach ihrer Verabschiedung in den Ruhestand 1982 war Ruth Baron noch viele Jahre für KNA tätig. Ihr Engagement für den Aufbau einer demokratisch-freiheitlichen Presse nach dem Krieg wurde 1970 durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande gewürdigt. 1981 erhielt sie den Orden "Pro ecclesia et pontifece" (Für Kirche und Papst), die höchste päpstliche Auszeichnung, die damals an eine Frau vergeben worden ist. 1985 sagte Ruth Baron rückblickend "Als wichtigste Aufgabe einer Bischöflichen Pressestelle habe ich von Anfang an gesehen, die Journalisten wahrheitsgemäß über das kirchliche Leben zu informieren."

Zustiftungen zur Netzwerk Leben-Stiftung können auf das Konto 400 28 28 036 bei der Pax-Bank Mainz (BLZ 370 601 95) überwiesen werden.