Reportage

Corporate Volunteering

Ein Barfußpfad für das Olgaheim

Eine ältere Frau wird von zwei Pflegerinnen durch den Barfußpark geführtMit den Füßen fühlen. Im Stuttgarter Olgaheim ist das im Barfußpark möglich.

Wer den Pfad betritt, spürt Halbrundhölzer, Fliesen, Stroh, Korken, Rindenmulch, Kies, Sand, Split, Maiskolben, Fußabtreter und Erde. Genutzt wird der Pfad sowohl von den Bewohnern des Pflegeheims als auch den Kindern der angegliederten Kindertagesstätte. Das Olgaheim revanchierte sich bei den Bankern nach getaner Arbeit mit einem kleinen Grillfest.

Wie es zu der Kooperation kam

Das Projekt ist auf dem "Sozialen Marktplatz" 2010 im Stuttgarter Rathaus entstanden. Miriam Schindler, Sozialdienstleitung des Olgaheims, kam auf den Marktplatz, mit dem Wunsch, Unternehmen zu finden, die den Bau eines Barfußpfads unterstützen - entweder mit Materialen oder mit "manpower". Sie kamen ins Gespräch mit Ralf Plessing, Filialleiter der Volksbank Stuttgart eG, und gewannen die Bank als Kooperationspartner. Die Erwartungen des Olgaheims wurden weit übertroffen: Mehrere Mitarbeiter der Volksbank spendeten ihre Freizeit, um den Pfad zu planen und anzulegen und obendrein organisierte und spendete die Bank das Material für den Barfußpfad. 

Vorbereitung

In der Planungsphase fuhr das Projektteam der Volksbank gemeinsam mit den beiden Vertreterinnen von Olgaheim und den Olga-Kids zu einem Walderlebnispfad im Rems-Murr-Kreis. Dort holten sie sich Anregungen, welche Materialien für den Pfad im Innenhof des Olgaheims geeignet sein könnten. Um Material zu beschaffen, aktivierten Mitarbeiter der Bank ihre Netzwerke, holten Bekannte und Freunde mit ins Boot. Auf diese Weise entstanden viele Ideen, und eine Menge brauchbares Material wie Maiskolben oder Fliesen konnte günstig und unkompliziert beschafft werden. Auch Steine für den Barfußpfad wurden von der Volksbank organisiert und gespendet.

Umsetzung

An mehreren Nachmittagen legten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank gemeinsam mit den beiden Vertreterinnen der Einrichtungen den Pfad an. Zur Umrahmung des Pfads setzten sie Steinplatten ein, den Zwischenraum füllten sie mit den unterschiedlichen Materialien. Damit die Bewohner auch im Rollstuhl über den Pfad fahren können, wurden Aluschienen angebracht. Am Ende freuten sich alle über den phantasievollen, ca. 18 Meter langen Pfad. Eine tolle Teamleistung!
Während der Arbeit gab es auch Gelegenheit, sich näher kennenzulernen. Im Gespräch mit Frau Schindler erfuhren die Banker einiges über den Alltag im Pflegeheim und bekamen dadurch aus erster Hand einen Einblick in die Herausforderungen, die sich aktuell im Bereich der Pflege stellen.

Die beteiligten Institutionen im Portrait

Unter dem Dach des Olgaheims befinden sich der stationäre Pflegebereich, ein eigener Bereich für Menschen im Wachkoma sowie eine Kindertagesstätte. Mit dem Einzug der Kinder im Jahr 2004, den so genannten "Olgakids", ist das Olgaheim praktisch zu einem Mehrgenerationenhaus geworden. Die Kontakte, Beziehungen, Einstellungen und Handlungsmöglichkeiten, die sich aus der Begegnung zwischen Jung und Alt ergeben, sind sehr vielfältig, interessant und außerordentlich wertvoll. Das Olgaheim verdankt seine Entstehung und den Namen einer Stiftung der Königin Olga von Württemberg im Jahr 1890.

Hervorgegangen aus der Fusion der Stuttgarter Volksbank AG und der Volksbank Rems eG blickt die Volksbank Stuttgart eG auf eine 145-jährige Tradition als Genossenschaftsbank an Rems und Neckar zurück. Sie ist fünftgrößte Volksbank in Deutschland und betreut an über 90 Standorten rund 285.000 Kunden aus dem privaten und gewerblichen Mittelstand.

Der Nutzen

Für soziale Einrichtungen und alte Menschen

  • Der Barfußpfad ermöglicht vielfältige Sinneserlebnisse, die insbesondere auch für an Demenz erkrankte Menschen sehr schön sein können.
  • Besonders toll an dem Barfußpfad ist, dass man dank der Aluschienen auch mit dem Rollstuhl drüber fahren kann. Dies macht es fast allen Bewohnern des Heimes möglich, den Pfad zu nutzen.
  • Ein positiver Nebeneffekt aus Sicht der Sozialdienstleitung: Der Barfußpfad ist innovativ und macht Spaß und wirkt dadurch dem in manchen Gesellschaftsschichten immer noch vorherrschenden "antiquierten Image" von Altenheimen entgegen.

Für Unternehmen und ihre Mitarbeiter/innen

  • Das Projekt macht den Bankern deutlich, "mit welch einfachen Mitteln man sich gegenseitig unterstützen kann".
  • Für das Team ist es ein befriedigendes Gefühl, zusammen ein Projekt geschaffen zu haben, das von Dauer ist und "ein richtiges Ergebnis, das gut ankommt und das auch noch gut aussieht."
  • Bei solchen Projekt außerhalb des durchgetakteten Arbeitsalltags lernt man die Kollegen auf einer ganz anderen Ebene kennen und schätzen.
  • Für Banker ist es eine interessante und lehrreiche Erfahrung, die Perspektive zu wechseln und sich in die Lage eines Rollstuhlfahrers hineinzuversetzen.
  • Die Volksbank prüft nun in ihren Stuttgarter Filialen, ob die Kontoauszugsdrucker und Geldautomaten für Rollstuhlfahrer gut zugänglich und bedienbar sind.

Weitere Informationen

Olgaheim / Stiftung Frauenheim, Stuttgart
c/o Miriam Schindler, Tel.0711 6695489
Zur Website


Volksbank Stuttgart eG
c/o Ralf Plessing, Tel. 0711 181-2464
www.volksbank-stuttgart.de

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