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Cover der Sonderausgabe Kinderarmut

Fakten, Daten und Hintergründe

Auf 24 Seiten stellt die Sonderausgabe der Zeitschrift neue caritas den Vorschlag des Deutschen Caritasverbandes zur Bekämpfung der Kinderarmut vor.

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Überblick

Arme Familien - arme Kinder. Ein nachdenklicher Junge vor einer Wand. Quelle: Fotolia

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Portrait

Kinderreich und doch arm

Annette L. hat sechs Kinder. Die machen sie froh und sorgen gleichzeitig für schlaflose Nächte.

Viele Kinder – viele Sorgen

 
Top-Thema  

Armen Kindern eine Perspektive geben

Immer mehr Eltern können sich ihre Kinder im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr leisten. Deshalb fordert der Deutsche Caritasverband höhere Kinderregelsätze in der Grundsicherung, den Ausbau des Kinderzuschlags sowie Sachleistungen, die Kindern und Jugendlichen neue Chancen für ihr Leben eröffnen.

 

Junge sitzt auf einer Treppe | Foto: Boos
Kinderarmut stellt Weichen für das ganze Leben.

Die Zahlen des Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2008 sind alarmierend: Zwölf Prozent der Kinder sind armutsgefährdet. 1,9 Millionen Kinder unter 15 Jahren sind auf staatliche Unterstützung angewiesen. Ohne eine frühzeitige Unterstützung gehören Kinder aus Familien mit sehr niedrigen Einkommen stets zu den Verlierern. Armut grenzt ihre Spielräume massiv ein und ist Ursache für Unterversorgungen – mit Folgen für ihre Entwicklung, ihre Bildung und ihre Gesundheit. Ohnmacht und Ausgrenzung erleben die Kinder jeden Tag. Eine Erfahrung, die prägt.

Kinderarmut ist kein Einzelschicksal mehr

Das Problem: Um angemessen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, braucht man Geld. In Europa gelten Menschen als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens ihres Haushaltstyps verfügen. Bei Alleinstehenden sind das in Deutschland 913 Euro im Monat, bei Familien mit zwei Kindern unter 14 Jahren 1.917 Euro (nach EU-SILC, Stand 2008). Armut und Armutsgefährdung sind längst kein Einzelschicksal mehr. Einige gesellschaftliche Gruppen sind besonders betroffen: Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Alleinerziehende, Einwanderer, Flüchtlinge und Migranten, und immer häufiger auch kinderreiche Familien. Ohne staatliche Unterstützung geht bei ihnen nichts.

Materielle Absicherung gewährleisten

Grafik: Wen trifft Armut? Vor alllem Alleinerziehende und Einpersonenhaushalte
Wen trifft die Armut besonders oft?
Durch Klick auf die Grafik zur Detailansicht.

Damit Kinder aus armen Familien nicht außen vor bleiben sondern wie ihre Alterskameraden an der Gesellschaft teilhaben können, brauchen sie eine angemessene materielle Unterstützung. Deshalb fordert der Deutsche Caritasverband eine Neubemessung der Kinderregelsätze in den Grundsicherungssystemen, die sich am tatsächlichen Bedarf orientiert sowie den Ausbau des Kinderzuschlags. Damit können die Familien ihre Alltagskosten decken – doch das allein genügt nicht, um die Kinder fit zu machen für die Herausforderungen des Lebens.

Sachleistungen fördern die Teilhabe

Ihre Fähigkeiten und Talente werden nicht gefördert, weil Sportverein und Musikschule oft zu teuer sind. Die sozialen Kontakte reißen ab, weil es für den Nachmittag im Schwimmbad oder den Zoo-Besuch nicht reicht. Deshalb macht sich der Deutsche Caritasverband auch stark für den Ausbau von befähigenden Sachleistungen wie die kostenlose Nachhilfe oder den freien Eintritt bei Kulturveranstaltungen. So können Familien mit niedrigem Einkommen ihren Kindern eine schulische, musische, sportliche und kulturelle Bildung ermöglichen. Ändert sich nichts, bleiben viele Kinder von Anfang an unterversorgt.