Konkrete Hilfe
Angebote der Caritas
Das Netz zum Ausstieg aus der Sucht
Süchte und Drogenabhängigkeiten sind chronische Krankheiten, die geheilt oder zum Stillstand gebracht werden können. Das zeigt die Erfahrung vieler ehemals Abhängiger. Es gibt ein enges Netz professioneller Hilfen, auf die Betroffene und deren Angehörigen in unterschiedlichen Phasen zugreifen können.
Mit der Beratung fängt alles an

Der erste Kontakt läuft in der Regel über die Suchtberatungsstelle oder Fachambulanz für Suchtkranke. Die gibt es in jeder Stadt oder größeren Gemeinde. Allein die Caritas bietet bundesweit mehr als 300 solcher Dienste an. Dort wird die Krankheit diagnostiziert, der Hilfebedarf festgestellt und weitere Maßnahmen eingeleitet. Die Beratung ist kostenfrei und erfolgt auf Wunsch anonym.
Entgiftung unter medizinischer Aufsicht
Eine Sucht hat Auswirkungen auf Körper, Geist und die Beziehung zu anderen Menschen. Deshalb hat die Behandlung meist zwei Ebenen: Zunächst muss der Körper clean werden. Die Entgiftung findet unter medizinischer Kontrolle im Krankenhaus statt. Es folgt eine Entwöhnungsbehandlung. Diese Therapie findet ambulant in einer Beratungsstelle oder stationär in einer Fachklinik statt. Mit Unterstützung von Psychologen und anderen Therapeuten geht es darum, das Leben neu zu sortieren und psychisch stark zu werden, um dem Suchtdruck im Alltag zu widerstehen. Auch andere Altlasten werden bearbeitet: Schulden in den Griff bekommen, Behördengänge erledigen, Beziehungen klären, Perspektiven für Ausbildung oder Arbeit entwickeln.
Begleitung auch nach der Entgiftung
Auch nach Ende der Entwöhnungsphase wird niemand allein gelassen. Die Nachsorge soll den Behandlungsverlauf stabilisieren und die Betroffenen fit machen, ein suchtmittelfreies und eigenständiges Leben zu führen. Dazu gibt es ambulante Einzel- oder Gruppengespräche in der Beratungsstelle oder Unterstützung im Rahmen des Betreuten Wohnens. In den eigenen vier Wänden und mit fachlicher Begleitung lernen ehemals Abhängige dort, wieder ein geregeltes Leben zu führen.
Austausch mit anderen Betroffenen
Wichtig ist auch der Austausch mit Menschen, denen es ähnlich geht. Selbsthilfegruppen gibt es in jeder größeren Stadt. Dort treffen sich Betroffene oder/und Angehörige, tauschen sich aus und unterstützen sich gegenseitig.
Hilfen ohne Wenn und Aber
Kontaktläden, Arztmobile und Notschlafstellen sind Hilfen für Menschen, die aufgrund ihres Drogenkonsums ihr soziales Netz aus Freunden und Verwandten verloren haben. Diese Angebote bedienen die Grundbedürfnisse der Menschen, die meist ohne feste Unterkunft und ohne Einkommen sind. Sie bekommen dort etwas zu essen, werden medizinisch versorgt, können sich waschen, aufwärmen oder übernachten. Sozialarbeiter sind vor Ort und vermitteln auch zu Beratungsstellen. Streetworker suchen den direkten Kontakt zu Abhängigen an deren Treffpunkten in der Stadt um ihnen Hilfe anzubieten.
Zuletzt geändert am: 03.10.2011