Konkrete Hilfe
Geld, Arbeit, Medizin
Als Ausländerin schwanger in Deutschland
Sie kommen aus Asien, Osteuropa oder Afrika und haben eines gemeinsam: Sie leben in Deutschland und sind schwanger. Für viele dieser Frauen ist die Schwangerschaftsberatung der Caritas eine gute Hilfe. Denn sie haben rechtliche Fragen, brauchen Geld oder wissen nicht, welche medizinische Versorgung ihnen zusteht.
Unbeschwertes Familienglück ist für Frauen ohne Aufenthaltsstatus nicht selbstverständlich.KNA / DCV
Auf solche Fragen haben sich die Expertinnen der rund 300 katholischen Schwangerschaftsberatungen spezialisiert. Schließlich ist in manchen Städten fast jede dritte Ratsuchende aus dem Ausland. Sie kennen die Caritas als Hilfsorganisation oft schon aus ihren Heimatländern. Andere kommen, weil sich die Qualität der Beratung unter den Frauen herumspricht.
Helfen ohne den Aufenthalt in Deutschland zu gefährden
Die Probleme der Schwangeren sind unterschiedlich, hängen aber oft mit ihrem Aufenthaltsstatus zusammen. Der bestimmt unter anderem, ob sie arbeiten dürfen und wie sie krankenversichert sind. Deshalb prüfen die Beraterinnen jeden Fall ganz genau. Dazu arbeiten sie auch mit Anwälten und der Migrationsberatung der Caritas zusammen. Ihr Ziel: Die Unterstützung organisieren, die den Aufenthalt der Schwangeren nicht gefährdet.
Diese Angst hat zum Beispiel die Vietnamesin Nguyen, die einen kleinen Gemüseladen leitet. Die Selbstständige verdient sehr wenig und fragt nach Unterstützung für die Baby-Ausstattung. "Auf keinen Fall will ich Hartz IV. Meine Aufenthaltsgenehmigung wird sonst nicht verlängert." Ähnlich geht es Frau Zuma aus dem Sudan, die mit ihrem Mann nach Deutschland gekommen ist. Auch bei ihnen ist das Geld knapp. Die Beraterinnen sorgen dafür, dass die junge Familie 800 Euro von der Bundesstiftung erhält. Das reicht zumindest für Babykleidung, Kinderwagen, Kinderbett und einen Wickeltisch. Später klären die Beraterinnen, unter welchen Bedingungen Frau Zuma hier arbeiten und Kindergeld beantragen kann.
Fehlende Papiere machen Probleme
Viele Probleme haben damit zu tun, dass ausländische Papiere erst in Deutschland anerkannt werden müssen oder ganz fehlen. Zum Beispiel die Geburtsurkunde von Kindern ausländischer Eltern. Ohne die können keine Sozialleistungen für das Kind beantragt werden. In solchen Fällen rufen die Beraterinnen beim Standesamt an, damit dieses eine vorläufige Geburts-Bescheinigung ausstellt.
Auch nach der Geburt setzt sich die Schwangerschaftsberatung für die Belange der Familien ein. Sie weisen überlastete Frauen auf die Möglichkeit einer Mutter-Kind-Kur hin, unterstützen den Umzug in eine größere Wohnung oder beraten bei Fragen zur Familienplanung oder Verhütung.
Zuletzt geändert am: 03.02.2012