Eine grundständige Ausbildung zum Dorfhelfer, zur Dorfhelferin existiert nicht. Sie ist eine Weiterbildung an Fachschulen, zum Beispiel für Hauswirtschafter/innen.
Ausbildungsstätten
Weiterbildungslehrgänge zur Dorfhelferin und zum Dorfhelfer finden in Fachschulen oder bei privaten Bildungsträgern sowie an wechselnden Praxisstellen statt.
Die Teilnehmer besuchen den Unterricht in Voll- oder Teilzeit. Neben dem theoretischen Unterricht absolvieren sie praktische Übungen in Haushalt, Werkstatt, Küche, Stall und Garten.
Praktika finden in stationären und ambulanten Einrichtungen
- der Säuglings-, Kinder- und Krankenpflege,
- der Jugend- und Altenhilfe,
- in Sozial- und Dorfhelferstationen und
- in Familienhaushalten oder landwirtschaftlichen Betrieben statt.
Zulassung
Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf sowie eine mindestens einjährige Berufstätigkeit. Diese kann während der Fachschulausbildung nachgeholt werden.
Abgeschlossene Berufsschule oder gleichwertiger Bildungsabschluss und eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens fünf Jahren.
Vor Weiterbildungsbeginn müssen ein ärztliches Attest und ein amtliches Führungszeugnis vorgelegt werden. Meist wird auch der Pkw-Führerschein verlangt.
Inhalte
Theoretische Ausbildungsinhalte umfassen diese Themen:
- Ernährungslehre
- hauswirtschaftliches Management
- Pädagogik und Psychologie
- Versorgungsleistungen
- Betreuungsleistungen, Sozialwesen
- Gesundheitslehre und häusliche Pflege
- Berufs- und Rechtskunde
- Unternehmensführung in der Landwirtschaft
- Hausgartenbau
- Sozialmanagement
- Informationstechnik
In der praktischen Ausbildung werden die im Unterricht erworbenen Kenntnisse in Praktika vertieft und angewendet. Sie finden statt in Einrichtungen
- der ambulanten oder stationären Pflege,
- der Altenhilfe oder Hilfe für behinderte Menschen,
- der Kindergartenpädagogik und
- der landwirtschaftlichen Tierhaltung.
Dauer
Die Weiterbildung dauert ein bis zwei Jahre.
Verkürzung der Weiterbildung
Für Bewerberinnen und Bewerber mit Fachhochschulreife besteht in der Regel die Möglichkeit, die Ausbildung bis zu einem halben Jahr zu verkürzen.
Prüfungen und Abschluss
Die Weiterbildung wird mit einer staatlichen Prüfung beendet. Sie umfasst
- einen schriftlichen,
- einen praktischen und eventuell
- einen mündlichen Teil.
Die Abschlussbezeichnungen lauten
- staatlich geprüfte und anerkannte Dorfhelferin, staatlich geprüfter und anerkannter Dorfhelfer,
- staatlich geprüfte Dorfhelferin, staatlich geprüfter Dorfhelfer,
- geprüfte Fachkraft für Haushaltsführung und Familienbetreuung in Haushalten landwirtschaftlicher Betriebe (Dorfhelferin/Dorfhelfer).