Caritas
Kampagne
Zero poverty - Gemeinsam gegen Armut
Armut hat viele Gesichter: Die Alleinerziehende, die sich Sorgen macht um die Zukunft ihrer Kinder. Der Hartz-IV-Empfänger, der verzweifelt nach Arbeit sucht und langsam den Anschluss ans „normale Leben“ verliert. Das Kind, das sich krank meldet, weil die Eltern das Geld für den Schulausflug nicht zusammenbekommen.
Brandenburger Tor/Armutsaktion Caritas 2010DCV/ Jacob
Im Rahmen des Europäischen Jahres gegen Armut und Ausgrenzung gingen die Caritasverbände aus den verschiedenen Ländern gemeinsam mit der Kampagne "Zero poverty - Gemeinsam gegen Armut" an die Öffentlichkeit. Sie sammelten online und über Listen Unterschriften für eine Petition, die von der damaligen Caritas Internationalis Generalsekretärin Lesley-Anne Knight an die belgische Ratspräsidentschaft übergeben wurde. Die Petition der Caritas gegen Armut und soziale Ausgrenzung unterschrieben europaweit rund 170.000 Menschen. Ein Erfolg, der aber nicht bedeutet, dass das Thema damit abgehakt wäre. Es gibt noch viel zu tun - auch in Deutschland.
Dr. Thomas Becker, Abteilungsleiter beim Deutschen Caritasverband zog am Ende folgendes Resümee: "Das Jahr hatte aus meiner Sicht Höhen und Tiefen. Glücklich war ich über das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 9. Februar 2010, das die Rechte arbeitsloser Menschen, die Grundsicherungsleistungen beziehen müssen, gestärkt hat. Wir als Caritas sahen viele unserer politischen Forderungen höchstrichterlich bestätigt. So hat das Gericht festgestellt: "Kinder sind keine kleinen Erwachsene" und die Regierung aufgefordert die Regelsätze für Kinder eigenständig zu berechnen.
Armutsaktion am Brandenburger Tor 2010 / CaritasDCV/ Jacob
Glücklich war ich auch über unsere Armutsaktion am 22. Juni 2010 am Brandenburger Tor. Gemeinsam mit der Nationalen Armutskonferenz und von Armut betroffenen Menschen konnten wir hier auf deren Nöte und Sorgen aufmerksam machen. Das war für mich eine schöne Erfahrung und das T-Shirt der Aktion hängt immer noch in meinem Büro.
Neue Bündnisse gegen Armut braucht das Land
Das Europäische Jahr hatte aber auch Schattenseiten. Politisch unwürdig ist das Geziehe um die Reform des SGB II und insbesondere die Berechnung der neuen Regelbedarfe, die das Bundesverfassungsgericht notwendig machte. Enttäuschend war für mich auch die Tatsache, dass es uns nicht gelungen ist, neue Bündnisse gegen Armut zu schmieden. Die, die sich engagiert haben, waren die, die sich immer schon engagiert haben. Das Engagement war in diesem Jahr zwar etwas sichtbarer, aber es kamen wenige neue und unerwartete Verbündete dazu.

Der Kampf gegen Armut muss auf der Agenda bleiben
Jetzt ist es wichtig, dass das Thema Armut auch auf der europäischen Ebene auf der Tagesordnung bleibt. Nach der neuen Strategie "EU 2020" soll die Zahl der von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen Menschen in Europa um 20 Millionen vermindert werden. Die Bundesregierung will als Beitrag dazu die verfestigte Arbeitslosigkeit reduzieren. Wir als Caritas meinen: Dies wird nachhaltig nur gelingen, wenn das Bildungssystem Benachteiligte stärker fördert, Jugendliche im Übergang zwischen Schule und Beruf besser begleitet werden und die Hilfen für Menschen in verfestigter Arbeitslosigkeit weitergeführt werden. Hoffen wir gemeinsam, dass es so kommt."
Jetzt ist es wichtig, dass das Thema Armut auch auf der europäischen Ebene auf der Tagesordnung bleibt. Nach der neuen Strategie "EU 2020" soll die Zahl der von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen Menschen in Europa um 20 Millionen vermindert werden. Die Bundesregierung will als Beitrag dazu die verfestigte Arbeitslosigkeit reduzieren. Wir als Caritas meinen: Dies wird nachhaltig nur gelingen, wenn das Bildungssystem Benachteiligte stärker fördert, Jugendliche im Übergang zwischen Schule und Beruf besser begleitet werden und die Hilfen für Menschen in verfestigter Arbeitslosigkeit weitergeführt werden. Hoffen wir gemeinsam, dass es so kommt."