Hintergründe

Fördernetzwerke besser verknüpfen

Christiane Bopp vom Deutschen Caritasverband fordert im Interview mit dem DJI die bessere Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Die gleichberechtigte Teilhabe benachteiligter Menschen müsse das Ziel sein.
Interview zum 13. Kinder- und Jugendbericht


Die wichtigsten Fakten des Berichts

Der Deutsche Caritasverband hat die wichtigsten Inhalte des 13. Kinder- und Jugendberichtes zusammengefasst und erläutert.
Zusammenfassung des 13. Kinder- und Jugendberichtes

 
Top-Thema  

13. Kinder- und Jugendbericht

Nachholbedarf bei der Gesundheitsförderung von Kindern

Junge Frau lacht mit einem Mädchen mit Behinderung (c) Fotolia philidor
Damit alle lachen können – Teilhabe für alle Menschen.

In jeder Legislaturperiode sind Bundesregierung, Bundesrat und Bundestag verpflichtet einen Bericht über die Lage junger Menschen und die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland vorzulegen. Der 13. Kinder- und Jugendbericht , der mit der Stellungnahme der Bundesregierung nun Ende Mai erschienen ist, widmet sich dem Thema „Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen - Gesundheitsbezogene Prävention und Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe“.

Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland heute zwar insgesamt über eine gute Gesundheit verfügen. Es gibt jedoch einen Handlungsbedarf bei der Zunahme von chronischen Krankheiten, der Verschiebung von somatischen Erkrankungen hin zu psychischen Auffälligkeiten, den verschieden auftretenden Formen von Vernachlässigung und Misshandlung, sowie in der Verbindung zwischen sozialem Status und Gesundheit.

Gute Konzepte – wenig Vernetzung

Der 13. Kinder- und Jugendbericht macht deutlich, dass es zwar gute Konzepte zur Prävention und Gesundheitsförderung gib, die bestehenden Angebote jedoch in der Praxis nicht ausreichend und befriedigend miteinander koordiniert und abgestimmt sind. Deswegen bleiben sie hinter ihren Möglichkeiten zurück. Dies zeigt sich vor allem bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen, für die unterschiedliche Leistungssysteme verantwortlich sind. An den Schnittstellen zwischen den zuständigen Hilfesystemen Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe und Gesundheitsförderung gibt es in der Praxis erhebliche Zuordnungsprobleme.

So sind neben den neuen Perspektiven für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen insbesondere die Angebote der Frühen Hilfen und des Kinderschutzes Schwerpunkt der Stellungnahme der Bundesregierung, die eine stärkere Vernetzung der Kinder- und Jugendhilfe mit anderen Systemen fordert.

Teilhabe von allen Kindern fördern

Als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege hatte der Deutsche Caritasverband im Rahmen eines Hearings der Freien Träger der Jugendhilfe die Möglichkeit zu konkreten Fragestellungen der Berichtskommission zu Konzepten und Strategien zur Gesundheitsförderung, speziell in Bezug auf Familien mit Armuts- und oder Migrationshintergrund und im Rahmen eines Fachgespräches zur Teilhabe von Kindern und Jugendliche mit Behinderungen Stellung zu beziehen und seine Positionen darzulegen.

Der Bericht wurde in der Geschäftsführung des Deutschen Jugendinstitutes München (www.dji.de ) durch eine interdisziplinär zusammengesetzte Kommission von Sachverständigen unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Heiner Keupp erstellt.

Der Bericht gliedert sich in folgende Schwerpunkte: 

  • Analyse der gesellschaftlichen Bedingungen des Aufwachsens und konzeptionelle Grundlagen des Berichtes 
  • Entwicklungsbedingungen von Gesundheit und Krankheit bei Kindern und Jugendliche in Deutschland 
  • Strukturen und Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe, der Gesundheitsversorgung und der Rehabilitation / Eingliederungshilfe 
  • Die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe für junge Menschen im Bereich der Gesundheitsförderung und der gesundheitsbezogenen Prävention 
  • Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen: Empfehlungen für den Beitrag der Kinder- und Jugendhilfe zu gesundheitsbezogener Prävention und Gesundheitsförderung