Qualität in der CaritasAidsArbeit
Dieses Rahmenkonzept beschreibt übergreifende wertorientierte Qualitätskriterien
für die CaritasAidsArbeit.
Aids-Arbeit der Caritas: Hilfe und Aufklärung
Seit 1989 bietet die Caritas Hilfen für HIV-infizierte und aidskranke Menschen. Bundesweit gibt es 18 Caritas-Beratungsstellen und -dienste für HIV und AIDS sowie zwei Hospize. Infizierte können in einigen Einrichtungen betreut wohnen, und erhalten bei Bedarf pflegerische Betreuung. Ein weiterer Schwerpunkt der Caritas ist die Auklärungs- und Schulungsarbeit.
Arbeitsschwerpunkte der Caritas-Dienste für HIV und Aids
- Persönliche Beratung, Begleitung und Unterstützung bei allen Fragen und Problemen rund um HIV-Infektion und Aids-Erkrankung, aber auch anonyme Telefon- und E-Mail-Beratungen sind möglich
- Gesprächsangebote zur emotionalen Entlastung und Problembewältigung
- Präventionsarbeit durch Aufklärung, Information und Fortbildung in Form von altersgemäßen und maßgeschneiderten Veranstaltungen
teilweise mit Betroffenen für
- Schulklassen aller Schulformen
- Jugendeinrichtungen und Jugendtreffs
- Eltern, Pädagogen
- Mitarbeiter in medizinischen, sozialen und pflegerischen Einrichtungen
- Betriebe
- Projekte und öffentliche Veranstaltungen - Organisation konkreter Hilfen, z.B. Vermittlung von sozialen Hilfeleistungen wie Haushaltshilfen, Pflege und Schuldnerberatung, Hausbesuche und Krisenintervention
- Angebot von betreutem Wohnen (intensive sozialpädagogische Hilfestellung, z.B. bei der Unterstützung zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, bei der psychosozialen Alltagsbegleitung oder bei der Sicherung der materiellen Lebensgrundlage)
- Angebot von Pflegeheim- und Hospizplätzen für Aids-Kranke
- Gemeinschaftsveranstaltungen mit anderen Aids-Hilfen z.B. zu den Welt-Aids-Tagen
Warum sich die Caritas in der Aids-Arbeit engagiert
Im Oktober 1987 beschloss der Deutsche Caritasverband in den Leitlinien „Hilfen für HIV-infizierte und Aids-kranke Menschen“, dass die Aids-Arbeit zu den Aufgabenbereichen des katholischen Wohlfahrtsverbandes gehören und dafür die erforderlichen organisatorischen Voraussetzungen erhalten solle.
1989 wurde dies bundesweit realisiert. In dem Beschlusstext heißt es: "Das Problem Aids stellt die Kirche wie die ganze Gesellschaft vor eine neue Situation, deren Bewältigung eine der zentralen Aufgaben der kommenden Jahre sein wird, der sich niemand entziehen kann und darf. Denn betroffen sind letztlich alle, sei es, weil niemand im Vorhinein ausschließen kann, dass er es in seinem Lebensumfeld mit HIV-infizierten Menschen zu tun hat; sei es, weil diese Krankheit - über die medizinischen Aspekte hinaus - existentielle Fragen aufwirft, die alle angehen: Fragen nach dem Sinn menschlicher Sexualität, nach Erziehung zu Partnerschaft und Liebe, Fragen nach Sinn und Bewältigung von Krankheit, Leid und Tod. Die Kirche mit all ihren Diensten muss diese Herausforderung annehmen."
Wegbereiter des Aufbaus von Hilfen für Aids-Kranke waren einzelne Initiativen wie die Gründung der ersten Aids-Beratungsstellen in katholischer Trägerschaft 1987 in München sowie in Essen. In den nächsten Jahren folgten zahlreiche weitere Caritas-Aids-Einrichtungen in allen Bundesländern.
