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Ideen, Impulse und Vorlagen

für die Gestaltung des Caritas-Sonntags in den Gemeinden finden Sie auf der Internetseite der Caritaskampagne Experten fürs Leben.
Materialien für den Caritas-Sonntag

 
Caritaskampagne 2010
Experten fürs Leben - Caritaskampagne 2010 für alte Menschen

Von der Lust und Last des Alters …

berichten Autorinnen und Autoren jede Woche neu im Weblog der Kampagne Experten fürs Leben

 
Caritas in der Kirche  

Caritas-Sonntag

Im September feiern die deutschen Katholiken traditionell den Caritas-Sonntag. Er findet in am 25. oder 26. Sonntag im Jahreskreis statt. In Gottesdiensten, Festen und Aktionen machen die Gläubigen deutlich, wofür die Caritas steht: Not sehen und handeln.

Der Tag betont den Stellenwert der Caritas in der Kirche: Nächstenliebe, Aufmerksamkeit und Solidarität gegenüber den Mitmenschen sind neben der Verkündigung und der Liturgie das Fundament des christlichen Lebens. Die Gottesdienstbesucher können mit einer Spende die Arbeit der verbandlichen Caritas unterstützen. Die Caritas rückt an diesem Tag die Menschen in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung, für die sie sich in ihrer Kampagne stark macht. 2010 sind das Menschen im Alter , 2009 waren es Menschen am Rand der Gesellschaft .


Rückblick auf den Caritas-Sonntag 2009

Mehr Respekt für Menschen, die am Rande unserer Gesellschaft leben: Dazu haben Bischof Gebhard Fürst und der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Peter Neher, beim bundesweiten Caritas-Sonntag aufgerufen. Beim Festgottesdienst in der Stuttgarter Bischofskirche betonten sie, zwingend sei ein Bewusstseinswandel in Gesellschaft und Politik, der die Menschen am Rande wieder in die Mitte rücke. Der bundesweite Caritas-Sonntag wird jedes Jahr in einer anderen Diözese begangen.

Bischof Fürst: "Hand-greiflich werden für Menschen, die selbst keine Kraft dazu haben"

In seiner Eröffnungspredigt betonte Bischof Gebhard Fürst, mit seinem Leitwort "Not sehen und handeln" formuliere die Caritas "eine urchristliche Wahrheit für unsere Zeit neu". Alle die Verantwortung tragen, müssten "tatkräftig, entschlossen und konkret daran mitwirken, dass bei immer mehr Menschen‚ soziale Manieren für eine bessere Gesellschaft' wachsen" könnten, sagte der Bischof in Anknüpfung an die Kampagne der Caritas. Was die Not verstärke, sei die mangelnde Aufmerksamkeit und Sensibilität der Gesellschaft, sagte Bischof Fürst. Grund für viele Not sei "das unbewusste, leichtfertige oder gar bewusste Wegschauen" sowie die mangelnde Wertschätzung, "die ganz bald schon zu mangelnder Wahrnehmung führt".

Gelebte Näächstenliebe

"Bei dem Thema, wie wir mit anderen Menschen umgehen, gerade mit denen, die keine Fürsprecher haben, geht es ums Ganze", sagte Bischof Fürst. Hier entscheide sich auch die Glaubwürdigkeit der Kirche. Nur eine Kirche, in der Caritas, konkrete Nächstenliebe, gelebt werde, sei zu einer glaubwürdigen Verkündigung der Frohen Botschaft fähig. Nur eine Kirche der Caritas sei auch eine missionarische und überzeugende Kirche.

Der Umgang mit den Ärmsten entscheide nicht über die Gesellschaft insgesamt, sondern "letztlich über uns selbst und das Heil unseres Lebens", so Bischof Fürst. Und weiter: "Ungerechtigkeit schreit zum Himmel - und der Himmel schreit zurück. Gott selbst stellt sich auf die Seite der Armen, der Opfer, der Ausgegrenzten, der Außenseiter."

Armut verfestigt sich zunehmend

"Es ist schwieriger geworden, sich aus materieller Armut oder sozialer Isolation zu befreien", erklärte Caritas-Präsident Peter Neher beim anschließenden Empfang im Stuttgarter Haus der Katholischen Kirche vor rund 200 Gästen - darunter Vertreter der Landesregierung sowie aus Politik und Kirche. Mit der Jahreskampagne 2009 unter der Überschrift "Soziale Manieren für eine bessere Gesellschaft" nehme die Caritas daher vor allem Menschen in den Blick, die durch Brüche in der Biografie oder aufgrund unterschiedlicher Probleme kein von Sozialleistungen unabhängiges Leben führen können.

Den Obdachlosen am Straßenrand einfach mal grüßen

Materielle Grundsicherung und eine solidarische Sozialpolitik - so lauten Nehers Forderungen an die neue Bundesregierung. Daneben bräuchten wir in dieser Gesellschaft die Aufmerksamkeit für die Situation des anderen. Bei obdachlosen Menschen werde das Leben am Rand ganz besonders sichtbar. Der Caritas-Präsident ermutigte die rund 200 Gäste im Haus der Katholischen Kirche, Menschen, die am Straßenrand sitzen, zu sehen, zu grüßen und ihnen zuzulächeln. "Die Art und Weise, wie wir einander im Alltag begegnen, ist immer auch Ausdruck einer Haltung, die meine Wertschätzung dem anderen gegenüber deutlich macht."

Sozial- und Bildungspolitik sind untrennbar

Der Caritas-Präsident forderte die neue Bundesregierung auf, eine langfristige Sozial- und Wirtschaftspolitik zu betreiben: "Wir brauchen keine neuen Abwrackprämien, sondern einen ökologischen Umbau der Industrie und Investitionen in bessere Bildungschancen." Sozial- und Bildungspolitik seien nicht mehr zu trennen.

Genug Geld haben, sein tägliches Brot selbst zu kaufen

Von den vielen Menschen und Unternehmen, die sich in Tafeln engagieren, zeigte sich der Caritas-Präsident beeindruckt. "Tafeln helfen Notsituationen zu überbrücken." Gleichzeitig warnte er davor, dass Tafeln weder die strukturellen noch die individuellen Ursachen von Not bekämpften. "Jeder muss so viel Geld haben, dass er sein tägliches Brot selbst kaufen kann." Neher forderte zugleich, dass Tafeln mit Befähigung verbunden sein sollten: etwa mit Kursen zur Organisation des Haushalts oder zum gesunden Einkaufen und Kochen.