Migranten in Deutschland
Sinus-Migranten-Milieu-Studie widerlegt zahlreiche Vorurteile
Berlin, 25. März 2009. „Die meisten in Deutschland lebenden
Menschen mit Migrationshintergrund haben eine hohe Leistungsbereitschaft und
streben nach Erfolg.“ Das macht Caritas-Präsident Peter Neher heute in Berlin
aus Anlass der Präsentation der Sinus-Migranten-Milieu-Studie des Heidelberger
Instituts Sinus Sociovision deutlich.
Die Studie räume mit einigen Vorurteilen auf, die in Deutschland nach wie vor
das Bild von Migranten bestimmten. So gehöre die Mehrheit beispielsweise einer
christlichen Konfession an (56 Prozent), 22 Prozent bekennen sich zum Islam.
Auffallend sei die große Bereitschaft, sich in die deutsche Gesellschaft zu
integrieren. Dazu gehöre auch, die deutsche Sprache zu beherrschen. So
bestätigten 85 Prozent der Befragten, ohne die Sprache könne man in Deutschland
keinen Erfolg haben. 68 Prozent schätzten die eigenen Sprachkenntnisse als sehr
gut bis gut ein.
„Die Studie belegt eine Vielfalt an Lebenslagen und Einstellungen, die jedoch
in der öffentlichen Diskussion um Integration viel zu wenig wahrgenommen
werden“, macht Neher deutlich. Es zeige sich, dass die Frage des Bildungserfolges
keine vorrangige Frage des Migrationshintergrundes sei. „Dies ist eine Frage
der sozialen Herkunft, die für Deutsche ohne Migrationshintergrund ganz ähnlich
gelte“, so Neher.
In einem spezifischen Teil der Studie hatte die Caritas Fragen zur
Einbürgerung, der Organisation von Migranten in Vereinen, zum Heiratsverhalten
und zur Bekanntheit und Nutzung sozialer Dienste in Auftrag gegeben. „Die
Ergebnisse zeigen, dass der soziale Hintergrund und der Bildungsstand das
Handeln und die Möglichkeiten der Menschen wesentlich stärker bestimmen als der
ethnische Hintergrund“, so Neher. Die Studienergebnisse machten auch deutlich,
dass eine differenzierte Strategie für eine einbürgerungsfreundliche
Gesellschaft entwickelt werden müsse.
Die Studie wurde von einem Gremium aus Politik, Medien und Verbänden
beauftragt. Ziel der Gesamtstudie war es, die Alltagswelt und Lebensstile der
in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund zu untersuchen. Die
Studie besteht aus einem Basisteil und den Exklusivteilen der einzelnen
Auftraggeber.
Ausgewählte Ergebnisse, weitere Informationen zur Studie und Positionen des
Deutschen Caritasverbandes finden Sie hier: www.caritas.de/sinusmigranten
ebenso das Statement des Präsidenten. Weitere Informationen finden Sie auf den
Internetseiten von Sinus Sociovision: www.sinus-sociovision.de
Kontakt: Karin Vorhoff, Referentin Migrationsdienste, Telefon 0761 200 355,
Mobil 0170/318 19 78, E-Mail: karin.vorhoff@caritas.de
