Kinder im SGB II-Bezug brauchen eigenen Regelsatz
Caritas fordert sachgerechte Debatte
Freiburg,
24.02.2009. Der Deutsche Caritasverband hält die Anhebung des Kinderregelsatzes
im Rahmen des Konjunkturpaketes II für Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren um
35 Euro für einen wichtigen Schritt zur materiellen Besserstellung armer
Kinder. Die Berechnungen des Deutschen Caritasverbandes haben gezeigt, dass der
derzeitige Regelsatz nicht die tatsächlichen Bedarfe heranwachsender Kinder
finanzieren kann. Darüber hinaus setzt sich der Wohlfahrtsverband für
befähigende Sachleistungen ein, wie kostenlose Nachhilfe oder das kostenlose
Busticket. Von den Regelsätzen für Kinder profitieren auch viele
Niedrigeinkommensbezieher, da diese Sätze in die Berechnung des ergänzenden
Arbeitslosengeldes II eingehen.
Der Deutsche Caritasverband weist die Kritik des Vorsitzenden der Jungen Union
Philipp Mißfelder zurück. Es sei völlig unangemessen, so der Verband, Probleme
wie eine Suchterkrankung auf die große Gruppe von mehr als 7 Mio. Empfängern
der Grundsicherung für Arbeitssuchende zu verallgemeinern. Viele Eltern, die
die Grundsicherung erhalten, bemühen sich, mit knappen Mitteln ihren Kindern
gerecht zu werden. Familien mit besonderen Problemlagen wie einer
Suchterkrankung eines Elternteils brauchen spezifische Hilfen. Der Verband
wirbt seit langem dafür, entsprechende Angebote auf kommunaler Ebene so
abzusichern, dass diese Hilfe auch greifen kann.
„Es ist leider bezeichnend für die Qualität der politischen Debatte, dass nicht
die vielen seriösen Beiträge von Armutsforschern, Praktikern der sozialen
Arbeit und Fachpolitikern zu einer breiten öffentlichen Debatte über einer
wirksame Armutspolitik geführt haben, sondern erneut eine inkompetente Äußerung
eines Politikers, der nach persönlicher Profilierung sucht“, bedauert
Generalsekretär Georg Cremer in Freiburg.
Die Caritas-Kampagne 2009 zu Menschen am Rande steht unter dem Claim „Soziale
Manieren für eine bessere Gesellschaft“. Sie wendet sich auch gegen
diffamierende Äußerungen von Verantwortlichen in Gesellschaft und Politik.
(www.soziale-manieren.de)
Kontakt: Dr. Thomas Becker, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Publizistik,
Telefon 0761 200 245, E-Mail: thomas.becker@caritas.de
