Deutscher Caritasverband e.V., 19.06.2008

Sterbende Menschen brauchen bessere Hilfen

Versorgung Sterbender Zuhause nicht befriedigend geregelt

Berlin, 19. Juni 2008. „Es ist richtig, vor der Diskussion um die rechtliche Regelung von Patientenverfügungen eine bessere Versorgung Schwerkranker und Sterbender in den Mittelpunkt der Debatte zu stellen. Schwerkranke und sterbende  Menschen und ihre Angehörigen haben Anspruch auf umfassende Fürsorge und Unterstützung durch die Gesellschaft“, fordert Peter Neher , Präsident des Deutschen Caritasverbandes, aus Anlass der heutigen Bundestagdebatte zum Antrag der Grünen „Leben am Lebensende - Bessere Rahmenbedingungen für Schwerkranke und Sterbende schaffen“.

Es gebe hier noch dringenden Handlungsbedarf, beispielsweise in der Versorgung und Begleitung sterbender Menschen zu Hause. Palliativmedizin und Palliativpflege müssten ein Pflichtfach in der medizinischen und pflegerischen Ausbildung werden. Auch müsse bei der jüngst eingeführten sechsmonatigen Pflegezeit von Angehörigen sichergestellt werden, dass Menschen ohne ausreichende finanzielle Möglichkeiten nach einer Bedarfsprüfung entsprechende Unterstützung erhielten. „Sonst können sich nur wohlhabende Menschen eine Pflegezeit leisten“, warnt Neher .

Der durch die Gesundheitsreform sichergestellte Anspruch der Versicherten auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung gehe in die richtige Richtung. Es sei jedoch zu befürchten, dass die Anforderungen an die Versorgung Sterbender im eigenen Zuhause mit hohen bürokratischen und qualitativen Auflagen verbunden werde . Dies werde auf lange Sicht die Entwicklung entsprechender Versorgungsstrukturen erschweren. Deshalb sollte die Bundesregierung einen Bericht zur Evaluation der Versorgung und der nötigen Strukturen fest verankern, damit die Entwicklung beobachtet und gegebenenfalls gesetzlich nachgesteuert werden kann.

Kontakt:
Angelika Maier, Leiterin Arbeitsstelle Ethik, Telefon: 0761 200-451, E-Mail: angelika.maier@caritas.de
Elisabeth Frischhut , Referentin Ambulante Pflege, Telefon 0761 200-353, E-Mail: elisabeth.frischhut@caritas.de

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