Pflegereform ohne nachhaltiges Finanzierungskonzept
Verbesserungen für pflegebedürftige Menschen erreicht
Caritas begrüßt bessere Leistungen für
Demenzkranke und Einführung einer Pflegezeit
Berlin. 14. März 2008.
Der heute im Bundestag in zweiter und dritter
Lesung beratene Gesetzentwurf zur strukturellen Weiterentwicklung der
Pflegeversicherung enthält Verbesserung für pflegebedürftige
Menschen. „Wir begrüßen die besseren Leistungen für
Menschen mit Demenz und die Stärkung der häuslichen und ambulanten
Pflege“, so Caritas-Präsident Peter Neher. Auch die Einführung
einer Pflegezeit und die Stärkung des Ehrenamtes in der Pflege seien
wichtige Schritte in einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft.
„Doch leider ist es der großen Koalition nicht gelungen, die
nachhaltige Finanzierung der Pflegeversicherung sicherzustellen. Dies ist der
Schwachpunkt im vorliegenden Entwurf“, kritisiert Neher. In wenigen
Jahren werde dieses Thema die Politik erneut beschäftigen. Auch die
Pflegestützpunkte werden in ihrer jetzigen Planung von der Caritas
kritisch gesehen. „Wenn bei den Kranken- und Pflegekassen als Träger
der Stützpunkte Beratung und Leistungsgewährung zukünftig in
einer Hand liegen, sehen wir die Gefahr einer Steuerung nach Finanzlage“,
warnt Neher. Auch dürften vorhandene und bewährte Beratungs- und
Vernetzungsstrukturen, wie die Beratungs- und Koordinierungsstellen in Rheinland-Pfalz,
nicht zerschlagen werden. „Für eine Vernetzung von Angeboten bedarf
es der Zusammenarbeit aller Akteure in der Pflege. Die Federführung der
Kassen ist hier nicht sachgerecht.“
Die Inhalte der zukünftig jährlich stattfindenden Prüfungen
allein dem MDK zu überlassen, sieht die Caritas kritisch. „Wir
brauchen Kriterien für die Messung der Ergebnisqualität. Der MDK wird
dem in seinen Prüfungen nicht gerecht“, so Neher. Die Caritas
fordere seit langem die Entwicklung eines verbesserten Verfahrens, in das alle
entscheidenden Akteure einbezogen werden sollten: Verbraucher, Einrichtungen
und Dienste, die Pflegekassen und der MDK.
Ein weiterer Schwachpunkt der Reform sei, dass Menschen mit Behinderung, die in
stationären Einrichtungen leben, keine Leistungsverbesserungen erhielten.
„Behinderte Menschen sind die Verlierer der Gesetzesnovelle“,
kritisiert Neher.
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