Unsere Arbeit  

Der Migrationsdienst der Caritas

Der unterschiedliche Rechtsstatus, den Migranten in Deutschland einnehmen, hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass entlang des jeweiligen Rechtsstatus Sozialdienste für Migranten aufgebaut worden sind. So gab es die getrennten Sozialdienste für Ausländer, für Flüchtlinge und für Aussiedler. Die Praxis der sozialen Arbeit mit Migranten zeigt jedoch zunehmend, dass die jeweiligen Dienste überwiegend mit vergleichbaren Aufgaben konfrontiert sind. Von daher wurde es als sinnvoll erachtet, diese drei Dienste zu einem umfassenden Migrationsdienst der Caritas in Deutschland organisatorisch und konzeptionell zusammen zu führen und Migration als Querschnittsthema zu etablieren. Dieser Prozess findet seit geraumer Zeit statt und die Veränderungen auf Ortsebene sind in Gange.
Außer den genannten klassischen Klientengruppen spielt die Beratung von Ausländern ohne regulären Aufenthaltsstatus (so genannte "Illegale") eine zunehmende Rolle.

Als Weiterentwicklung frühere Konzepte (siehe Publikationen  ) hat der Deutsche Caritasverband ein Rahmenkonzept "Die Arbeit der Caritas mit Migranten und Migrantinnen" entworfen, das in sechs Sprachen vorliegt. Es enthält Ausführungen über den kirchlichen Auftrag und die Verantwortung der Caritas für die Aufnahme von Fremden, das Selbstverständnis und den Arbeitsansatz der Sozialdienste, ihre Inhalte und Arbeitsfelder sowie ihre Organisation und Struktur.

Des Weiteren wurde ein Qualitätsdesign erarbeitet, dass das Profil des Migrationsdienstes deutlich macht und als Richtschnur für dessen Arbeit mit Blick auf die Mitarbeiter dienen soll. Dieses Design gibt dem Migrationsdienst einen organisatorischen Rahmen und ist die Grundlage zur innovativen Weiterentwicklung des Dienstes hinsichtlich von Konzepten und Standards.

Die Arbeit wird auf Bundesebene durch das Referat Migration und Integration im Deutschen Caritasverband und auf regionaler Ebene durch die Referenten in den Diözesan-Caritasverbänden koordiniert und fachlich begleitet.

Die finanziellen Aufwendungen, die jährlich aufzubringen sind, werden durchschnittlich bis zu zwei Drittel als Eigenleistungen seitens der Diözesancaritasverbände erbracht; das verbleibende Drittel der Aufwendungen wird durch öffentliche Zuschüsse gedeckt, wobei sich die Zuwendungen des Bundes und sonstige öffentliche Zuschüsse (Länder, Kommunen usw. ) etwa im Verhältnis 50:50 gegenüberstehen.

Der Migrationsdienst der Caritas ist offen für alle Migrantengruppen. Dabei spielt es keine Rolle, welchen Aufenthaltsstatus diese haben oder ob sie sich legal hier aufhalten.

Ziele

Ziele der Arbeit des Migrationdienstes sind:

  • Unterstützung der rechtmäßig und auf Dauer in Deutschland lebenden Migranten und Hilfe bei deren Integrationsprozess; Anstreben der Gleichstellung mit der einheimischen Bevölkerung
  • Information, Orientierung und individuelle Hilfen für vorübergehend hier lebenden Flüchtlingen und Personen ohne Aufenthaltsstatus
  • Anwaltschaftlicher Einsatz für soziale bzw. humanitäre Mindestrechte zugunsten "illegal" in Deutschland lebender Menschen
  • Gestaltung der Zuwanderung, was die Förderung des Zusammenlebens zwischen Einheimischen und Migranten impliziert
  • Überwindung von Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit
  • Entwicklung von Partizipationsmöglichkeiten von Migranten an gesellschaftlichen Prozessen
  • Hinwirken auf die interkulturelle Öffnung und Vernetzung sozialer Hilfeangebote für Migranten
  • Förderung des interreligiösen Dialogs
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Aufgaben

Durch die genannten Ziele ergeben sich die wesentlichen Aufgaben des Migrationsdienstes:

  • Anwaltschaft für Migranten gegenüber innerverbandlichen und innerkirchlichen Organisationen sowie politischen und gesellschaftlichen Institutionen
  • Beratung in Migrationsbezügen unter Berücksichtigung des Aufenthaltsstatus und der individuellen rechtlichen Lebenssituation
  • Orientierungs- und Integrationshilfen vor allem für neu Zugewanderte
  • Hilfen zur Sicherstellung des Lebensunterhaltes, etwa durch Verweis auf und Erschließung von Unterstützungsmöglichkeiten
  • Beratung über Angebote zur Schul- und Berufsorientierung sowie zur beruflichen Erst- und Weiterbildung
  • Beratung in Aus-, Weiterwanderungs- und Rückkehrfragen
  • Hilfen für ratsuchende Migrantinnen und Migranten zur Inanspruchnahme vorhandener sozialer Angebote
  • Vermittlung ratsuchender Migrantinnen und Migranten an andere Fachdienste der Caritas sowie externe freie und öffentliche Träger
  • Erschließung und Förderung der Ressourcen, Selbstorganisation und Selbsthilfe der Migrantinnen und Migranten
  • Aktivierung/Lobbyarbeit mit einheimischen Bürgern, um das Zusammenleben mit Migrantinnen und Migranten zu fördern
  • Aktivierung und Förderung solidarischen Alltagshandelns im Gemeinwesen
  • Aufbau bürgergetragener sozialer Netze
  • Beratung der Mitarbeiter/-innen anderer Fachdienste in migrationsspezifischen Fragen und Bezügen
  • Erschließung von Ressourcen anderer Organisationen/Institutionen sowie ehrenamtlicher Kräfte zur Unterstützung der Ziele des Migrationsdienstes

Der Migrationsdienst ist vertikal gegliedert und die Leistungen werden in Form von Einzelfallberatung und -hilfe, Gruppenangeboten, Vernetzungsarbeit und gemeinwesenorientierter Arbeit umgesetzt.
Für junge Menschen mit Migrationshintergrund werden im Migrationsdienst bedarfsgerechte Maßnahmen angeboten, die ihnen die schulische, berufliche und soziale Eingliederung ermöglichen sollen (Jugendgemeinschaftswerke ). Die Beratung für Aus-, Weiterwanderer und Rückkehrer wird durch das Raphaels-Werk wahrgenommen.
Die Diözesanverbände und der Deutsche Caritasverband müssen ihrerseits gewisse Serviceaufgaben zur Sicherung der Qualität der Leistungen des Migrationsdienstes umsetzen.
Im Migrationsdienst sind rund 1500 hauptamtliche Mitarbeiter/-innen beschäftigt. Kooperationen bestehen außerdem mit den so genannten Rechtsberatern, d.h. Anwälten, die sich auf bestimmte Rechtsfragen im Flüchtlings- und Aussiedlerbereich spezialisiert haben.
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Das Refarat Migration und Integration

Das Referat in der Zentrale des Deutschen Caritasverbandes nimmt folgende Aufgaben wahr:

  • Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit für Migrantinnen und Migranten auf Bundesebene, auf europäischer und internationaler Ebene
  • Vernetzung der Gliederungen untereinander und mit der Zentrale, Vernetzung innerhalb des Deutschen Caritasverbandes und mit anderen kirchlichen oder außerkirchlichen Organisationen auf Bundes- und europäischer Ebene sowie mit Migrantenorganisationen mit Sitz in Deutschland sowie Förderung der interkulturellen Öffnung im Migrationdienst und den Caritasdiensten insgesamt
  • konzeptionelle Weiterentwicklung der fachlichen Arbeit des Migrationsdienstes durch Rahmenkonzepte und Abstimmungen mit EU-Entwicklungen; Weiterentwicklung von Qualitätsstandards
  • Vertretung der Gliederungen auf Bundes- und europäischer Ebene sowie in den Herkunftsländern der Migrantinnen und Migranten in Deutschland (Interessenvertretung)
  • Erschließung, Vermittlung und Verwaltung von Bundes- und EU-Mitteln (einschließlich möglicher Projektmittel) zur Sicherung der personellen und sachlichen Ressourcen des Migrationsdienstes
  • Sichtung, Aufbereitung und Weiterleitung migrationsspezifischer Informationen zu Themen und Entwicklungen auf nationaler und internationaler Ebene
  • Koordination im Hinblick auf verbandliche Positionierung und politische Einflussnahme
  • innovative Angebote zur Fort- und Weiterbildung für Mitarbeiter/-innen des Migrationsdienstes (Orts- und Diözesanebene)
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Kontakt:

E-Mail: Migration.Integration@caritas.de